13.04.2012, 08:45

Roland Freist

Die Wrapper kommen

Vorsicht vor Downloads mit Extras

Download-Programme gefährden Ihren PC. ©istockphoto.com/barisonal

Achtung: Einige Download-Portale jubeln dem Anwender unerwünschte Toolbars für den Internet-Browser und zusätzliche Werbung unter. Nur mit den richtigen Tipps, sind Sie davor geschützt.
Ein Wrap ist – zumindest laut Duden – eine gefüllte Teigrolle. Davon abgeleitet wurde der Begriff Download-Wrapper: Dabei handelt es sich um eine Software, die ein anderes Programm wie eine Teighülle umschließt. Diese Wrapper sind bereits bei mehreren Download-Portalen im Einsatz. Wenn Sie dort ein Programm anfordern, bekommen Sie wie eine Art Verpackung zunächst die Wrapper-Software. Diese lädt dann das gewünschte Programm herunter und starte auch gleich die Installation.
Die Gefahr bei den Wrappern: Sie laden nicht nur das gewünschte Programm herunter, sondern verpassen dem PC auch zusätzliche Toolbars für den Internet-Browser, sie verändern die Startseite des Browsers und sie zeigen zusätzliche Werbung an. Letzteres ist zwar nicht gefährlich, macht aber den gesamten Download-Prozess unübersichtlicher, was wiederum die Gefahr steigert, dass man eine eigentlich unerwünschte Zusatz-Software mit installiert, weil man den Haken im Installations-Assistenten übersehen hat.
Als Begründung für den Einsatz des Wrappers geben die Download-Portale meist an, dass das Herunterladen damit besonders schnell gehe. Doch das ist Unsinn: Das zusätzliche Datenvolumen des Wrappers sorgt eher für eine Verlängerung der Download-Zeit. Tatsächlich steckt etwas Anderes dahinter: Die von Drittherstellern gelieferten Toolbars bringen dem Download-Portal genauso Geld wie die aufpoppenden Anzeigenfenster. Natürlich ist es nicht verwerflich, wenn ein kostenloser Internet-Service, Geld verdienen will. Werbung ist dafür das anerkannte Mittel der Wahl. Die Download-Wrapper hingegen, kommen bei den Nutzern gar nicht gut an.

Immer mehr Anwendern beschweren sich über die Download-Wrapper

Nachdem sich in den vergangenen Wochen zunehmend Proteste gegen die Download-Wrapper rührten, haben viele Software-Hersteller den Portalen verboten, ihre Produkte mit einem Wrapper zu versehen. Bei der weltweit größten Download-Site Download.com findet man seither nur noch bei einer Minderheit der Programme den Hinweis „CNET Installer Enabled“ auf dem Download-Button, den Hinweis auf den Download-Wrapper. Klicken Sie in diesem Fall unter dem Button auf „Direct Download Link“.
Das Gleiche gilt für Softonic.de. Allerdings stellt diese Firma ausgerechnet das mit einem Wrapper versehene Photoscape auf Platz 1 ihrer Top-Downloads. Sie erkennen den Wrapper dort an der Zeile „Kostenloser Download mit dem Softonic Downloader“ nachdem Sie zunächst auf den Programmnamen und anschließend auf „Download“ geklickt haben. Wesentlich stärker verseucht sind hingegen die Downloads bei tucows.com. Hier lädt selbst der Klick auf den Internet Explorer 8 für Vista zunächst einen Wrapper von „AVG Technologies CZ, s.r.o.“ herunter.
Raffiniert ist hingegen das Vorgehen von winload.de: Nicht nur, dass der Download-Button für die gewünschte Software erheblich kleiner ist als der gleichnamige Button in einer prominent platzierten Google-Anzeige und erst nach etwas Scrollen sichtbar wird – standardmäßig ist darunter ein Kontrollkästchen aktiv, das angeblich einen redaktionell geprüften Download sichert, tatsächlich aber einen Wrapper herunterlädt.
Was Sie tun können
Am besten ist es, wenn Sie jedes Download-Portal meiden, das Ihnen einen solchen Wrapper unterschieben will. In den meisten Fällen weisen die Sites in verklausulierter Form auf den Einsatz von Wrappern hin, Beispiele siehe oben. Achten Sie bei Downloads zusätzlich auf verdächtige Dateinamen – die Installationsdatei eines Programms heißt fast immer so wie die Software. Die Wrapper hingegen verändern die Installationsdateien, indem sie folgende Kürzel voranstellen:
- cnet2_[Programmname]
- Download_[Programmname]
- SoftonicDownloader_for_[Programmname]
- oi_[Programmname]
Diese Programme sollten Sie nicht herunterladen, geschweige denn ausführen. Überprüfen Sie immer auch, ob der Umfang der Installationsdatei der angegebenen Programmgröße auf dem Download-Portal entspricht.
Falls Ihnen ein Wrapper eine Toolbar oder ein anderes Addon installiert hat, können Sie die ungebetenen Gäste normalerweise über die Deinstallationsroutine von Windows oder die Addon-Verwaltung Ihres Browsers wieder entfernen.
Einen ausführlichen Bericht über die Download-Wrapper hat der Antiviren-Hersteller Emsisoft veröffentlicht. Den Artikel, der sich vor allem auf die Gefährdungen durch Wrapper eingeht, finden Sie im Blog des Herstellers.
Kommentare zu diesem Artikel (2)
PC-WELT Hacks
PC-WELT Hacks Logo
Technik zum Selbermachen

3D-Drucker selbst bauen, nützliche Life-Hacks für den PC-Alltag und exotische Projekte rund um den Raspberry Pi. mehr

Angebote für PC-WELT-Leser
PC-WELT Onlinevideothek

PC-WELT Online-Videothek
Keine Abogebühren oder unnötige Vertragsbindungen. Filme und Games bequem von zu Hause aus leihen.

Tarifrechner
Der PC-WELT Preisvergleich für DSL, Strom und Gas. Hier können Sie Tarife vergleichen und bequem viel Geld sparen.

PC-WELT Sparberater
Das Addon unterstützt Sie beim Geld sparen, indem es die besten Angebote automatisch während des Surfens sucht.

Telekom Browser 7.0

Telekom Browser 7.0
Jetzt die aktuelle Version 7 mit neuem Design und optimierter Benutzerführung herunterladen!

- Anzeige -
Marktplatz
Amazon

Amazon Preishits
jetzt die Schnäpchen bei den Elektronikartikel ansehen! > mehr

UseNext

10 Jahre UseNeXT
Jetzt zur Geburtstagsaktion anmelden und 100 GB abstauben! > mehr

1432504
Content Management by InterRed