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Die Grenzen des Windows-Explorers

Immer wieder berichten uns Leser von Fehlermeldungen, die auf ein Windows-Limit hinweisen. Bei sehr langen Pfaden verweigert der Explorer seine Dienste. Am frühesten scheitert das Löschen in den Papierkorb: Er beschwert sich mit der Fehlermeldung, dass die Namen von Dateien zu lang seien. Wir können das Windows-Limit erklären und eine Nothilfe aufzeigen, falls Sie eines Tages am Ereignishorizont des Explorers stehen sollten.

Anforderung:

Fortgeschrittener

Zeitaufwand

Mittel

Problem:

Immer wieder berichten uns Leser von Fehlermeldungen, die auf ein Windows-Limit hinweisen. Bei sehr langen Pfaden verweigert der Explorer seine Dienste. Am frühesten scheitert das Löschen in den Papierkorb: Er beschwert sich mit der Fehlermeldung, dass die Namen von Dateien zu lang seien.

Lösung:

Wir können das Windows-Limit erklären und eine Nothilfe aufzeigen, falls Sie eines Tages am Ereignishorizont des Explorers stehen sollten. Es sind drei Fälle zu unterscheiden: FAT32 unter Windows 98/ME, FAT32 unter Windows 2000/XP und schließlich NTFS. Allen gemeinsam ist die Tatsache, dass der Windows-Explorer auf 256 Zeichen limitiert ist. Das erscheint viel, da aber der komplette Pfad plus Name in die Summe eingeht, stößt man bei tief verschachtelten Ordnern und langen Namen durchaus an die Grenze.

Dieses Explorer-Limit ist nur bei FAT32 unter Windows 98/ME zugleich ein Limit des Dateisystems. Dort ist es definitiv nicht möglich, den Pfad über die 256 Zeichen hinaus zu verlängern.

NTFS kennt diese Beschränkung nicht, und auch der FAT32-Treiber von NT-Systemen überwindet diese Grenze. Unsere Batchdatei :pcwTheEnd.BAT demonstriert den Sprung ins Explorer-Jenseits: Sie erstellt auf Laufwerk C: einen Pfad, der nahe ans Limit des Explorers führt, verkürzt dann diesen langen Pfad mit Hilfe von SUBST.EXE auf drei Zeichen und legt auf diesem fiktiven Laufwerk einen weiteren Ordner an. Auf diesen können Sie nur noch über das fiktive Laufwerk zugreifen. Über den normalen Pfad verweigert der Explorer jeden Zugriff. Auch das Löschen eines übergeordneten Verzeichnisses scheitert, weil der Explorer hierzu den unzugänglichen Ordner mitlöschen müsste. Der in zwei Explorer-Fenstern angezeigte Spuk verschwindet wieder, wenn Sie die Batchdatei nach einem Tastendruck weiterlaufen lassen.

Die Demo zeigt zugleich eine allgemeingültige Methode, derartige Pfade wieder zugänglich zu machen: Sie verfolgen in der Kommando-Aufforderung den langen Pfad mit "cd <Pfad>" so weit nach unten wie möglich und geben dann etwa

subst v: .

ein. Aus dem aktuellen Pfad (".") wird somit Laufwerk V:, auf das Sie zugreifen können. Von V:\ kopieren Sie dann alle Daten in einen normalen Pfad und löschen alles unter V:\ – entweder mit "rd /s" oder mit <Shift>-<Entf> im Explorer. Die <Shift>-Taste vermeidet Probleme mit dem Papierkorb. Nun befindet sich wieder alles im begrenzten Rahmen des Explorers.

:Download: pcwTheEnd.BAT

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