Cyber-Kriminalität

Die Folgen von Webcam- und Drucker-Hijacking

Montag den 16.07.2012 um 13:34 Uhr

von Nikolai Zotow

In letzter Zeit hat das Hijacking von Webcams Schlagzeilen gemacht. Die Gründe dafür, eine Kamera zu übernehmen, sind vielfältig. So können Kriminelle per Webcam den Inhalt einer Wohnung beziehungsweise die An- oder Abwesenheit der Bewohner beobachten, um die beste Zeit für einen Einbruch abzupassen oder, schlimmer noch, die Bewohner in intimen Situationen filmen, um diese Videos dann gegen Höchstgebot an Anbieter von Webseiten mit pornographischem Inhalt zu verkaufen. Auch eine Erpressung mit solchen Filmen ist denkbar. Manchmal ist der Überwacher aber näher, als man glaubt. Es kann auch aus dem privaten Umfeld geschehen, wenn zum Beispiel ein eifersüchtiger Lebensgefährte wissen möchte, was man mit wem in seiner Abwesenheit macht.
Wenn Versender von Werbemails Ihren Drucker übernehmen,
ist das meist ein Albtraum für den Geldbeutel und die
Nerven.
Vergrößern Wenn Versender von Werbemails Ihren Drucker übernehmen, ist das meist ein Albtraum für den Geldbeutel und die Nerven.

Wenn Spam schon aus dem Drucker quillt

Ziemlich verlockend ist das Hijacking des Druckers insbesondere für die Versender von illegaler Spam-Mail. War Spam bislang noch auf den Posteingang des E-Mail-Clients beschränkt, kann sie jetzt direkt aus dem Internet auf dem Drucker ausgegeben werden, wenn er sich direkt über LAN oder WLAN im Netzwerk und damit im Internet befindet. Über Javascript können auf diese Weise direkt Postscript-Befehle zum Ausdruck empfangen werden. Noch betrifft das vor allem die geschäftliche IT, doch Netzwerkdrucker sind aufdem Vormarsch.

Im privaten Umfeld ist die Übernahme von Druckern schon jetzt machbar. So könnte ein Spammer etwa den in der Betaphase befindlichen Cloudprint-Dienst von Google verwenden. Dieser neue Dienst des Suchmaschinenanbieters ist mit der Google-ID verbunden und ermöglicht es, über das Internet mithilfe von Googles Internetbrowser Chrome Dokumente auf dem heimischen Drucker auszugeben – auch von mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets. Sie können andere Google-Nutzer sogar dazu einladen, ebenfalls Ihre Drucker zu benutzen. Aus diesem Grund ist es wichtig, bei solchen Diensten immer sorgfältig mit Ihren Anmeldeinformationen umzugehen und sparsam mit dem Teilen oder Weitergeben eigener Ressourcen oder Dateien zu sein.



Keyloggers: Jeder Tastendruck wird aufgezeichnet
Während die Manipulation von Webcams und Druckern auf Hacks beruht, gibt es bei Keyloggern zwei Varianten. Einerseits können sie – wie andere Tools für das Hardware-Hijacking auch – mittels eines Trojaners von einer besuchten Webseite eingeschleppt werden. Andererseits sind kommerzielle Keylogger legal und offen für jedermann erhältlich.

Montag den 16.07.2012 um 13:34 Uhr

von Nikolai Zotow

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