Die Abzocker-Mafia im Web

Donnerstag, 30.08.2007 | 10:17 von Tobias Weidemann
Geschenke, Schnäppchen, tolles Einkommen... Wenn ein Angebot klasse klingt, müssen Sie auf der Hut sein. Wir sagen, wann Sie misstrauisch sein sollten und Abzocker entlarven.

Eigentlich klang alles ganz einfach: „Daten eingeben, registrieren, DVD abstauben“ stand auf der Website von DVDen . Sascha R. zögerte nicht lange, trug seine Daten ein und freute sich auf die DVD. Abgebildet waren drei Titel aus den aktuellen DVD-Charts – darunter stand klein „Sie erhalten eine zufällige DVD bei erfolgreicher Anmeldung kostenlos“. Was Sascha R. nicht klar war und was er auch nur versteckt in den seitenlangen „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ hätte nachlesen können: Er hatte ein Abonnement auf DVDs abgeschlossen, das ihn monatlich 9 Euro kosten sollte. Dafür sollte er künftig einmal pro Quartal eine DVD nach Wahl des Dienstanbieters „nach dem Zufallsprinzip“ erhalten. 27 Euro für eine DVD – das ist alles andere als preiswert. Aktuelle DVDs sind in der Regel für rund 20 Euro im Handel erhältlich – und der Kunde kann entscheiden, welchen Film er kauft.

Der Dienst ist ein typisches Beispiel für Abzocke im Internet: Ein Angebot wirkt einfach, günstig, ohne Risiko – und es hat einen Pferdefuß, der erst bei näherem Hinsehen deutlich wird. In vielen Fällen geht’s um einen Monatsbeitrag von wenigen Euro. Wegen einer solchen Summe werden die meisten nicht gleich vor Gericht ziehen, sondern die Ausgabe als Lehrgeld verbuchen. Und genau deshalb können die Abzocker nahezu ungestört weiter Websurfer hereinlegen.

Interessanterweise trifft es nicht nur arglose unerfahrene Anwender, die über wenig Internet-Praxis verfügen, sondern auch alte Hasen, die zu unvorsichtig sind. Wer schon zu viele AGB- und sonstige Infokästen gesehen hat, überfliegt diese ellenlangen Texte oft nicht mal mehr, sondern lässt die nervigen Dinger mit einem entschlossenen Klick auf „OK“ verschwinden. Und natürlich spielt den Anwendern nicht selten die Gier einen Streich – wer möchte nicht gern etwas kostenlos oder billiger bekommen?
So manches Angebot macht schon deshalb nicht misstrauisch, weil bekannte, seriöse Firmen oft auf ganz ähnlich scheinende Weise arbeiten. Da vergisst man schnell mal, dass sich nicht jeder an die Spielregeln hält. Der eine macht sich nur die Bequemlichkeit oder Nachlässigkeit der Kunden zunutze, andere tarnen wichtige Informationen so gut, dass die meisten Leute viel zu spät merken, worauf sie sich eingelassen haben – und am Ende des Spektrums finden sich kriminelle Methoden. Wir informieren Sie über ganz verschiedene Taktiken, mit denen die Leute im Web um ihr Geld erleichtert werden. Ausgeklammert haben wir in diesem Zusammenhang Tricks, die auf rein technischer Basis funktionieren, etwa Phishing.

Donnerstag, 30.08.2007 | 10:17 von Tobias Weidemann
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