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Was bringt Desktop-Virtualisierung wirklich?

19.05.2008 | 10:51 Uhr |

Virtuelle Desktops bringen den Client ins Rechenzentrum, doch diese Technik ist nicht ganz unumstritten. Im Vergleich zu Thin Clients kann die Verwaltung der virtuellen Instanzen sehr aufwändig werden.

In den Bereichen Server und Speicher hat die Virtualisierung das theoretische Stadium überschritten, in Rechenzentren rund um die Welt wird sie Realität. Die Vorteile sind vielfältig: Ressourcen lassen sich flexibler zuweisen, man fährt mehrere Anwendungen über denselben Server, und durch bessere Auslastung der Hardware lassen sich Kosten sparen.

Zugleich optimiert die IT-Industrie ihre Produkte für die nächste Phase. Microsoft packt seinen Hypervisor "Hyper-V" in das Betriebssystem Windows Server 2008, Sun gibt "Logical Domains" für seine Ultrasparc-T1-Maschinen kostenlos ab, und "Xen" liegt als Open Source vor. Pioniere wie VMware und Thin-Client-Spezialisten wie Citrix, die ihr Wohl in einer eigenen Virtualisierungsinfrastruktur suchen, lassen sich immer neue Features und Anwendungen einfallen, um sich von Commodity-Angeboten abzuheben.

Die neueste Spielwiese der Spezialisten ist die Desktop-Virtualisierung. Dabei läuft das Client-Betriebssystem inklusive aller normalerweise lokal installierten Anwendungen in einer virtuellen Maschine auf dem Server. Für jeden Mitarbeiter in einer solchen Konstellation existiert im Backend ein virtueller Arbeitsplatzrechner, auf den er von seinem Desktop-PC oder einem Terminal aus zugreifen kann.

Besser als Thin Clients?

Die "Virtual Desktop Infrastructure" (VDI) VMware spielt dabei die Rolle des Vorreiters, doch inwischen ziehen Citrix, Microsoft und Sun mit eigenen Produkten nach. Besonders VMware und Citrix verfechten diesen Ansatz, während er für Microsoft nur eine unter mehreren Desktop-Optionen darstellt. Als Vorteile eines solchen zentralistischen Modells versprechen die Hersteller geringere Administrationskosten und mehr Sicherheit. Allerdings birgt es auch einige Nachteile und löst Probleme, für die bis dato bewährte Alternativtechniken eingesetzt werden.

Die zentrale Verwaltung und Ausführung von Desktop-Software eignet sich traditionell für Arbeitsplätze, an denen Sachbearbeiter mit wenigen Standardanwendungen wiederkehrende Tätigkeiten verrichten. In solchen Fällen könnten viele Arbeitsplatzrechner über wenige Systemabbilder versorgt und der Verwaltungsaufwand reduziert werden. Allerdings setzen viele Unternehmen für solche Einheits-Desktops, etwa in Call-Centern, häufig Thin-Client-Lösungen auf Basis von Windows-Terminal-Server und Citrix ein. Virtuelle Desktops würden in einer solchen Konstellation die Server-Hardware weit höher belasten, weil für jeden Benutzer eine eigene Instanz des Client-Betriebssystems ausgeführt werden muss - und das, ohne erkennbare Vorteile zu bieten. Citrix und VMware propagieren virtuelle Desktops als Alternative, da einige Anwendungen sich unter dem Terminal-Server nicht problemlos ausführen ließen.

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