Desktop-Virtualisierung

VMware View: Basispaket lässt sich erweitern

Freitag, 30.03.2012 | 10:09 von Andrej Radonic
VMware: Architektur-Komponenten
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© VMware

VMware optimierte View tiefgreifend. Im Fokus standen Performance, Management und Usability. Die Lösung versteht sich weiterhin nur mit der vSphere-Virtualisierungsumgebung. Sie beinhaltet einen Connection Broker, zugehörige Management-Werkzeuge und ein überarbeitetes PC-over-IP (PCoIP)-Protokoll. Letzteres sorgt für einen geringeren Bandbreitenbedarf und beinhaltet Local Drive Mapping, erweiterter USB-Support, verbessertes Printmanagement sowie native 3D-Unterstützung.

Das Basispaket View Enterprise lässt sich via View Premier Edition erweitern. Anschließend stehen View Composer, Thin App für Applikationsvirtualisierung, Personal Management und Local Mode für Offline-Desktops zur Verfügung. Bei View Composer handelt es sich um ein Management-Tool, das zentral den Speicher verwaltet und den Desktop bereitstellt. Dies geschieht auf Basis von sogenannten Linked Clones. Hierbei handelt es sich um Master-Images, in denen im Wesentlichen nur Veränderungen im laufenden Desktop-Betrieb gespeichert werden. Vorteil: Der Speicherbedarf sowie die Provisionierungsdauer verringern sich merklich.

VMware View – Positive Auswirkungen aufs Protokoll

Die Optimierungsmaßnahmen von View wirken sich auch positiv auf das PCoIP-Protokoll aus:

  • Durch einen reduzierten Bandbreitenbedarf ist eine größere User-Dichte auf Wide-Area-Network (WAN)-Strecken realisierbar. VMware gibt die Verringerung mit bis zu 75 Prozent an.
  • 3D-Grafik für Windows 7 Aero, Office 2010 und 3D-Anwendungen auf DirectX- oder OpenGL-Basis werden unterstützt. Das Rendern findet in diesem Fall auf dem Server statt. Der PCoIP-Erfinder Teradici bietet optionale Hardware-Komponenten wie die APEX2800 offload card an, die dabei helfen soll Server bei ihren Rechenaufgaben zu entlasten.
  • Session Management und das Monitoring für die gesamten PCoIP-Sesions werden durch PCoIP Extension Services modifiziert. Hierzu verwenden Administratoren das Group Policy Object (GPO), um die Konfigurationsparameter zu steuern. Darüber hinaus werden mithilfe von PCoIP Continuity Services abgebrochene Session-Verbindungen automatisch wieder aufgenommen. Dies geschieht sowohl im mobilen sowie im WAN-Umfeld.
  • Es werden Clients aus dem Linux-, Mac-, iOS- und Android-Umfeld unterstützt. Ein simuliertes Touchpad erleichtert die Bedienung bei den Mobilgeräten.
  • VMware stellt Drittanbietern mit View Media Services for Unified Communications (UC) eine API bereit. Mit dieser können Anbieter Softphones und andere UC-Applikationen entwickeln, die sich übergangslos in virtuelle Desktops integrieren lassen. Daneben kann hierdurch Quality of Service (QoS) gesondert für den Voice-over-IP (VoIP)-Datenstrom bestimmt werden.

Mit der Funktion View Persona Management verwalten Administratoren zentral die Benutzerprofile und Desktopeinstellungen. View Personal Management ist zudem dafür zuständig, dass alle Personalisierungen auch Session-übergreifend beibehalten werden. Daneben können Anwender bei abgebrochener oder fehlender WAN-Verbindung ihren virtuellen Desktop via der Geräteklasse c-class vom Hersteller Wyse nutzen. Möglich ist dies, da die x-class den Local Mode auf Thin Clients unterstützt.

Es gibt auch eine Änderung beim Lizenzmodell von VMware. Die vSphere Edition „vSphere Desktop“ ist für User gedacht, die vSphere-Lizenzen lediglich für das Entwickeln von Desktops benötigen. Die Lizenz erlaubt unbegrenzte vRAM-Ressourcen zu verwenden. vSphere Desktop ist Teil vom View-und-Desktop-Bundle.

VMware View – Vor- und Nachteile

+ optimal mit der führenden Virtualisierungsplattform vSphere 4/5 integriert

+ Nutzung von lokalen Server-Platten durch Composer möglich (Tiered Storage)

+ offline mode (View Local Mode)

+ leistungsfähiges Remote Protokoll

- VMware View läuft nur auf vSphere

- kein integriertes Loadbalancing für Connection Server

- Call Level Interface (CLI) nur auf Controller ausführbar

Freitag, 30.03.2012 | 10:09 von Andrej Radonic
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