Desktop-Virtualisierung

Test: Microsoft, VMware & Citrix VDI-Lösungen

Freitag den 30.03.2012 um 10:09 Uhr

von Andrej Radonic

Test: Microsoft, VMware & Citrix VDI-Lösungen
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© iStockphoto.com/Devy Masselink
VDI-Lösungen sollen PCs aus Unternehmen verdrängen. PC-Welt nahm die Lösungen der großen Anbieter Microsoft, VMware und Citrix unter die Lupe.
Experten und Analysten sind der Meinung, dass Virtual Desktop Infrastructure (VDI) in Zukunft konventionelle PCs aus Unternehmen verdrängen werden. Dass sich diese Prophezeiung noch nicht erfüllt hat, liegt an diversen Hürden. So kostet eine Server-hosted VDI mehr als gedacht, die Implementierung erweist sich als ebenso schwierig wie die Administration. Darüber hinaus ist die Messlatte hoch, Anwender erwarten geringe Anforderungen an Hardware und Infrastruktur. Weiter möchten sie den virtuellen Desktop genauso wie den lokalen Rechner bedienen.

Der Server-Hoster-Desktop-Virtualization (SHDV)-Markt wächst. Mokafive und Pano Logic bieten interessante kompakte Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen an. Dagegen bieten Microsoft (Microsoft VDI/RDS) , VMware (View) und Citrix (XenDesktop) Systeme an, die den kompletten Bereich der Anforderungen abdecken. Die Redmonder verfolgen einen Ansatz, der einen technischen Rückstand darstellt. Die VDI-Basis-Funktionen über RDS hat Microsoft in Windows Server 2008 R2 integriert. Citrix gilt als Vorreiter in der Desktop Delivery.

Hohe Anforderungen an die Desktop-Virtualisierung

VDI-Lösungen, die die reine Infrastruktur der Virtualisierung von Desktops unterstützen, reichen heutzutage nicht mehr aus. Anwender haben hohe Ansprüche an die Desktop-Virtualisierung. Sie erwarten, dass ihnen der virtuelle Arbeitsplatz überall mit modernen Applikationen, die flüssig laufen, bereit steht. Weiter möchten User mit ihren Tablet-PCs Informationen abrufen, lesen und Eingaben vornehmen – ohne sich groß umgewöhnen zu müssen. Die neue Generation der Desktop-Virtualisierungs-Lösungen muss sich daher wesentlich mit der Optimierung und der Verfeinerungen beschäftigen. Außerdem stellen Flash, Softphones und Videoconferencing hohe Anforderungen an den Server, die Clients und an das Übertragungsprotokoll.

Auch die Anforderungen von IT-Administratoren sind gestiegen. Sie müssen den Bandbreitenverbrauch und die Performance von „Ende zu Ende“ kontrollieren sowie Sicherheitsmechanismen auf Smartphones und Tablet-PCs umsetzen und dafür sorgen, dass die Server erreichbar sind, auch wenn sie eine Vielzahl von Rendering-Aufgaben durchführen. Daneben interessieren sich Administratoren für Management-Tools, mit denen sie Caching, Thin Provisioning und Tiering effektiv einsetzen können. Sie wollen eine zentrale Konsole, mit deren Hilfe sie alle Aufgaben zentral verwalten und gezieltes Fehlermanagement betreiben können.

  Microsofts Philosophie: Zwei VDI-Editionen

Microsoft stellt für seine VDI-Lösung eine Suite in zwei Editionen bereit. Diese wirkt wie eine Sammlung von Tools für Windows 2008 Server und Hyper-V.

Die VDI Standard Suite enthält folgende Komponenten:

  • Microsoft Hyper-V Server 2008 R2
  • System Center Virtual Machine Manager, System Center Operations Manager (SCOM) und System Center Configuration Manager (SCCM), allerdings mit Einschränkung der Management-Funktionen auf VDI
  • Microsoft Desktop Optimization Pack (MDOP), wobei hier primär App-V von Bedeutung ist
  • Windows Server Remote Desktop Services (RDS), mit Einschränkung der Funktionen auf Bereitstellung von virtuellen Desktops.

Die VDI Premium Suite beinhaltet:

  • Alle in der Standard Suite enthaltenen Produkte
  • Volle Funktionalität der Remote Desktop Services, also nicht nur VDI, sondern auch die Terminaldienste
  • App-V for Remote Desktop Services
VDI-Komponenten der Microsoft Lösung
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© Microsoft

Anwender beider Suiten benötigen Windows-Virtual-Desktop-Access (VDA)-Lizenzen für den Zugriff auf virtuelle Desktops. Diese müssen zusätzlich erworben werden. Falls die Geräte von der Software Assurance (SA) nicht abgedeckt sind, kostet eine Lizenz 100 Euro pro User und Jahr.

RDS und virtuelle Desktops

In den Remote Desktop Services (RDS) wurden bisherige Terminaldienste, zusätzliche Rollen und Funktionen für VDI integriert. Der RD Virtualization Host ist eine neue Rolle in Windows Server 2008 R2. Der Dienst kann nur mittels Hyper-V virtuelle Maschinen auf Basis von Windows 7 oder XP als Gastsystem ausführen. RD Virtualization Host ist ebenfalls in Hyper-V Server 2008 R2 enthalten. Beim RD Connection Broker handelt es sich um eine Weiterentwicklung von TS Session Broker. Die verbesserte Funktion kann User an Sessions auf dem Session-Host (Terminal-Server) vermitteln und Benutzer mit virtuellen Desktops koppeln. RD Web Access ersetzt TS Web Access. Es werden sowohl Sessions als auch Desktops auf einer Web-Oberfläche angezeigt. Zudem bildet RD Web Access den einzigen Zugang von Endgeräten mit früheren Versionen von RDP zu virtuellen Desktops. Zentrale Applikationen und Desktops lassen sich nur unter Windows 7 in das Startmenü integrieren.

Freitag den 30.03.2012 um 10:09 Uhr

von Andrej Radonic

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