Von David Wolski
Konzeptionelle Schwäche: Desktop-Firewalls sind lokale Paketfilter, die Sie einfach installieren können. Damit haben Sie Ihrem System einen gewissen Schutz verschafft. Was Sie aber brauchen, ist ein komplettes und schlüssiges Sicherheitskonzept.
Angriffe von innen: Die Regeln der Paketfilter von Desktop-Firewalls lassen sich von Anwendern meist mit wenigen Klicks anpassen. Beispielsweise meldet sich eine Desktop-Firewall mit einem Dialogfenster in der Art „Anwendung XYZ will eine Netzwerkverbindung“. Nun können Sie das per Klick auf einen Button erlauben oder verbieten. Aber ebenso könnte ein bereits laufender Trojaner den Klick auf die Schaltfläche „Erlauben“ per Windows-API simulieren, so dass der Anwender die Meldung der Firewall gar nicht mehr zu Gesicht bekommt.
Falls der Anwender mit Administratorrechten surft, kann ein Schädling die Desktop-Firewall täuschen oder sogar deaktivieren. Der angebliche Selbstschutz aktueller Produkte ist Augenwischerei. Hacker und Cracker sind den Software-Herstellern immer einen Schritt voraus.
Angriffe von außen: Oft hören Sie das Argument: „Zone Alarm hat mich vor dem Sasser-Wurm geschützt.“ Eine Desktop-Firewall schützt aber nicht. Sie verwirft allenfalls verdächtigen Netzwerk-Traffic – wenn sie richtig konfiguriert ist. Und dabei kann man ganz schön viele Fehler machen. Vor Angriffen auf lange bekannte Windows-Lücken bewahren rechtzeitig eingespielte Patches, aber kein Herumdoktern an Symptomen.
Software-Bugs: Kein Programm ist frei von Fehlern – eine Binsenweisheit. Auch Hersteller von Sicherheitsprodukten müssen immer wieder Sicherheitslücken eingestehen. Allein Marktführer Symantec musste im Laufe eines Jahres 16 Löcher stopfen.
Es ist besser, sein System durch richtige Konfiguration und regelmäßige Updates abzusichern. Zusätzliche Software birgt immer das Risiko zu spät entdeckter Sicherheitslücken.
Fazit: Desktop-Firewalls sind nützlich für Anwender, die mehr über Windows-Dienste und die Topologie von TCP/IP-Netzwerken erfahren möchten. In der Hand von Einsteigern, die sich auf den vermeintlichen Rundum-Schutz von Desktop-Firewalls verlassen, sind diese Produkte der Systemsicherheit eher abträglich. Zu einem schlüssigen Sicherheitskonzept verhält sich eine Desktop-Firewall wie ein Lattenzaun zu einer gemauerten Brandschutzwand.
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