66388

KDE 4 – der neue Desktop

27.12.2007 | 12:55 Uhr |

Die Entwicklung der vierten Version des KDE-Desktops biegt langsam, aber sicher in die Zielgerade ein. Die nächste Generation der beliebten Oberfläche verspricht viele neue Funktionen und eine schicke Optik.

Die Entwicklung von KDE 4 ist ein bemerkenswerter Kraftakt der Entwicklergemeinde, wurde doch die 3er Version von KDE permanent weitergepflegt und ebenfalls mit neuen Funktionen versehen. Über die verschiedenen Entwicklungsstufen hinweg blieb sich die Oberfläche von KDE in Konzept und Bedienung weitgehend treu. Wer die Vorversionen kennt, kommt mit den Aktualisierungen spielend zurecht und nimmt zahlreiche kleine und durchdachte Detailverbesserungen zur Kenntnis. Evolution statt Revolution schien das Motto der bisherigen Entwicklung zu lauten. Mit der neuen KDE-Version ist das anders.
Der Desktop zählte schon immer zu den Oberflächen, die mit visuellen (Fenster-)
Verzierungen und Effekten nicht geizten. Was Kritiker oftmals spöttisch als Eye-Candy bezeichnen, macht für viele Nutzer gerade den Reiz aus. Die Betriebssysteme Mac OS X und seine Nachfolger, aber auch Microsoft Vista haben inzwischen neue Standards gesetzt. Verglichen dazu wirkte die Oberfläche von KDE 3 doch schon etwas bieder. Dies wird sich mit der neuen Desktop-Shell, die auf den Namen Plasma hört, ändern. Plasma setzt stark auf kleine Erweiterungsprogramme, die Plasmoiden genannt werden. Solche Erweiterungen und Module für den Desktop sind unter KDE keine wirkliche Neuheit. Bereits Superkaramba zauberte Widgets auf die Arbeitsfläche. Neu ist allerdings die nahtlose Integration dieser Erweiterungen in die Umgebung.

Die Plasmoiden ergänzen Ihren Desktop um nützliche Informationen wie Uhrzeit, Wettervorhersage oder Zustand der Akkus, aber auch um Programme, die einfach Spaß machen. Plasmoiden lassen sich frei auf der Arbeitsfläche platzieren; Sie sind also nicht wie unter Vista auf eine Seitenleiste beschränkt. Die Auswahl der gewünschten Programme erfolgt über ein kleines Konfigurationsprogramm, das sich butterweich auf die Arbeitsfläche legt, sobald ein entsprechend sensitiver Bereich auf dem Desktop mit der Maus berührt wird. Daneben wird Plasma mit einem frischen Set an Icons aufwarten.
Auch wenn sich viel ändert, braucht der Anwender sich nicht völlig umzuorientieren. So lässt sich auch in der neuen Umgebung die bewährte Startleiste nutzen. Seit Open Suse 10.2 ist ja auch der Starter mit dem Namen Kickoff dabei, der das Startmenü in Favoriten, Programme, den Computer, zuletzt verwendete Dokumente und schließlich die Optionen zum Verlassen aufteilt.

Wer eben schnell ein Programm starten will und ein Freund der Tastaturbedienung ist, findet nach wie vor mit der Tastenkombination <Alt>-<F2> einen echten Zeitsparer vor.
Nach dem Aufruf des Kommandos präsentiert sich aber nicht mehr die gewohnte, aber doch sehr einfache Minicli, sondern ein angenehmes kleinen Werkzeug, das dank der integrierten Suchfunktion demjenigen weiterhilft, der sich über das richtige Startkommando einer Anwendung noch unsicher ist.

0 Kommentare zu diesem Artikel
66388