30.05.2013, 17:01

Daniel Behrens

Portable Betriebssysteme

Der Mega-USB-Stick, der alles kann

Mit unserem Mega-Stick sind Sie fast alle Eventualitäten gerüstet. ©istockphoto.com/sjlocke

Acht Betriebssysteme in Ihrer Hosentasche. Jedes davon auf eine bestimmte Aufgabe spezialisiert. Mit diesem umfangreichen Mega-Stick sind Sie auf fast jede Eventualität im PC-Bereich vorbereitet.
Dieser Mega-Stick hilft Ihnen nicht nur, wenn Ihr eigener Rechner mal spinnt, sondern auch, wenn Sie von der Familie oder Freunden zur PC-Hilfe gerufen werden. Wobei der Mega-Stick nicht nur für den Notfall gedacht ist: Wir haben dafür auch Systeme vorgesehen, bei denen zum Beispiel Spiele und Multimedia-Tools oder eine Anonymisierungs-Software fürs Internet vorinstalliert sind. Es handelt sich dabei überwiegend um Linux-Systeme, die sich prinzipiell wie Windows bedienen lassen.
Um den bootfähigen Mega-Stick mit mehreren Betriebssystemen zu erstellen, benötigen Sie zum einen einen ausreichend großen USB-Speicher: 16 GB Platz sollten darauf vorhanden sein, wenn Sie alle vorgestellten Systeme immer dabei haben wollen. Dann brauchen Sie die Systeme selbst, und zwar in Form von bootbaren CD- beziehungsweise DVD-Abbild-Dateien (Images). Diese können Sie sich (teils in unserem Downloadbereich) kostenlos herunterladen. Last but not least benötigen Sie ein Tool, das die DVD-Images so auf den USB-Stick kopiert, dass sie anschließend davon booten können. Da Sie mehrere Systeme auf einem Stick kombinieren möchten, muss das Tool ein Multibootmenü erstellen können. Das ist zum Beispiel mit der englischsprachigen Freeware Yumi möglich.
Die Bedienung von Yumi ist ziemlich einfach: Nach dem Start geben Sie den Laufwerksbuchstaben des USB­-Sticks an und wählen aus einer langen Liste diejenige Li­nux­-Live­-CD aus, die Sie hinzufügen möch­ten. Anschließend klicken Sie auf „Browse“ und wählen im „Datei öffnen“­-Dialog das dazugehörige CD-­Image. Anhand der von Ihnen getroffenen Listenauswahl setzt Yumi im „Datei öffnen“­-Dialog einen Filter auf die Dateinamen. Dadurch sehen Sie nur diejeni­gen Namen, die so aufgebaut sind, wie es für die ausgewählte Linux­-Distribution typisch ist. Falls der Name der von Ihnen gewählten Abbild-­Datei aus irgendwelchen Gründen davon abweicht, tippen Sie *.* ins Feld „Da­teiname“ und drücken die Eingabetaste. Nun sehen Sie alle Dateien und können eine belie­bige auswählen. Nachdem Sie auf „Create“ geklickt haben, entpackt Yumi die Abbild­-Datei auf den Stick, nimmt gegebenenfalls kleinere Anpassungen vor und trägt sie in das Bootmenü des Sticks ein. Im Anschluss fragt Sie das Tool, ob Sie diesem Stick weitere Li­ve­-CDs hinzufügen möchten. Falls Sie diese Frage verneinen, können Sie das auch zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Dazu gehen Sie genauso vor, als würden Sie die al­lererste Live­CD hinzufügen. Yumi erkennt automatisch bereits vorhandene Systeme und überschreibt sie nicht, sondern fügt das neue einfach hinzu.
Der USB­-Stick sollte übrigens mit dem Dateisystem FAT32 formatiert sein, nicht mit NTFS. Anderenfalls funktionieren die meis­ten Live­-CDs nicht.
Bei manchen Systemen, zum Beispiel dem zum anonymen Surfen, ist es essenziell, dass es eine Internetverbindung herstellen kann. Das funktioniert allerdings nur, wenn das System den von Ihnen genutzten LAN-­ oder WLAN­-Adapter treiberseitig unterstützt. In den meisten Fällen ist das kein Problem. Ein per Netzwerkkabel angeschlossener PC ist normalerweise ohne Konfiguration sofort online. Falls Ihr PC per WLAN verbunden ist, halten Sie im Startmenü nach einem Ein­trag „Netzwerk konfigurieren“ oder ähnlich Ausschau. Gleiches gilt, wenn der Rechner direkt an ein DSL-­Modem statt an einen Router angeschlossen ist. Denn dann müssen Sie dort die DSL­-Zugangsdaten eintragen.

Tails: Anonym und Spurlos surfen

Tails ist ein Linux­-System, das auf das ano­nyme Surfen im Web spezialisiert ist. Die An­onymisierung läuft über das TOR­-Netzwerk (www.torproject.org). Alle übertragenen Da­ten werden dabei verschlüsselt und über mehrere Server des Netzwerks geleitet, bevor sie dann über einen Endpunkt ins offene In­ternet beziehungsweise auf Ihren PC ge­langen. Eine Einschränkung ist allerdings, dass die Datenübertragungsgeschwindigkeit stark darunter leidet. Das Laden von Websei­ten und Dateien dauert also deutlich länger. Das für die Nutzung von TOR nötige Utility ist in Tails bereits vorkonfiguriert enthalten. Auch der mitgelieferte Browser Iceweasel – ein Abkömmling von Firefox – ist so einge­stellt, dass er nur über TOR online geht. Falls Sie vorübergehend ohne Anonymisierung, dafür aber mit voller Geschwindigkeit surfen möchten, starten Sie über das Tails­Startme­nü ganz oben „Anwendungen ➞ Internet ➞ Unsafe Web Browser“. Über die genannten Funktionen hinaus bringt Tails Openoffice, die Bildbearbeitung Gimp, den Audio­Editor Audacity, einen Video­Player und ein Brenn­programm mit.
Hinweis: Um Tails auf deutsche Sprache und Tastaturbelegung umzustellen, wählen Sie im Startbildschirm („Welcome to Tails“) in der Leiste ganz unten im Feld ganz links „Deutsch“ aus.
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