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Der Browser als Firewall

29.06.2014 | 15:31 Uhr |

Moderne Browser sind lang keine reinen HTML-Betrachter mehr. Sie filtern das Web und helfen, Gefahren zu erkennen. So rüsten Sie Firefox, Chrome und Co. für mehr Schutz auf.

1. WOT oder McAfee Site Advisor

Diese beiden Tools verwalten große Community-basierte Datenbanken über Webseiten, die als gefährlich, betrügerisch oder jugendgefährdend bekannt sind. Ist eine der Browser-Erweiterungen installiert, erhalten Sie schon bei der Google-Suche neben dem Link einen grünen oder roten Ring. Beim Zugang auf die Seite (aus Google oder auch direkt) erscheint eine unmissverständliche Warnung, die Sie entweder ignorieren können oder zum Anlass nehmen, hier besser abzubrechen. Trotz dem prinzipiell ähnlichen Windows-Smartscreen ist eines der beiden Tools als Internet-Ampel unbedingt zu empfehlen. Der McAfee-Filter ist technischer auf echte Gefährdung ausgerichtet, WOT hat mitunter moralische Tendenzen.

WOT Web of Trust: Download für alle Browser unter WOT
McAfee Site Advisor: Download für alle Browser unter McAFee

2. Windows-Smartscreen-Filter

Windows-Smartscreen-Filter
Vergrößern Windows-Smartscreen-Filter

Smartscreen ist eine Sicherheitsfunktion von Windows, die beim Surfen vor betrügerischen Webseiten und gefährlichen Downloads schützt. Sie erhalten eine Warnung, wenn Microsoft die Webseite als betrügerische Phishing-Seite bekannt ist („unsichere Webseite“). Sie erhalten ebenfalls eine Warnung, wenn ein Download keine Herstellersignatur besitzt und die automatische Abfrage beim Microsoft-Server einen Schädling vermuten lässt. Wenn Microsoft nichts über die Datei weiß, erscheint eine allgemeine Warnung, dass der Download unbekannt und theoretisch gefährlich sei. In Windows 7 arbeitet Smartscreen nur mit dem Internet Explorer zusammen. In Windows 8 funktioniert die Download-Kontrolle unabhängig vom Browser. Phishing-Seiten meldet Smartscreen aber auch hier nur beim Einsatz des Internet Explorer. Smartscreen warnt, aber verbietet nicht: Sie können sich über die Warnung hinwegsetzen. Über den Link „Weitere Informationen“ kommen Sie zur Option „Trotzdem ausführen“ und starten damit die Webseite oder den Download. Dies setzt allerdings die moderate Standardeinstellung voraus. Unter „Systemsteuerung > Wartungscenter > Windows Smartscreen-Einstellungen ändern“ können Sie auch die schärfste Option einstellen („Genehmigung des Administrators“). Dann müssen sich Benutzer Ihres Heimnetzes gegebenenfalls bei Ihnen die Download-Erlaubnis einholen.

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3. Chrome- und Firefox-Schutzmechanismen

Chrome- und Firefox-Schutzmechanismen
Vergrößern Chrome- und Firefox-Schutzmechanismen

Unabhängig vom Betriebssystem bietet Mozilla Firefox unter „Extras > Einstellungen > Sicherheit“ drei Optionen, um betrügerische Webseiten zu blockieren. Hier sollten alle Kästchen aktiviert sein. Ebenfalls unter allen Betriebssystemen zeigt Google Chrome unter „Einstellungen > Erweiterte Einstellungen anzeigen > Datenschutz“ die Option „Phishing- und Malware-Schutz aktivieren“. Diese Funktion sorgt unter anderem dafür, dass Chrome schädliche Downloads blockiert und vor „ungewöhnlichen“ (also Chrome nicht bekannten) Downloads warnt.

4. Inkognito ist kein Virenschutz

Inkognito ist kein Virenschutz
Vergrößern Inkognito ist kein Virenschutz

Der Surfmodus „Inkognito“ oder “privat“ oder „InPrivate“ (Tastenkombination Strg-Shift-P oder Strg-Shift-N) wird oft missverstanden: Er bietet keinerlei technischen Schutz vor digitalen Schädlingen oder betrügerischen Webseiten. Er bringt Sie nur ohne Ihre bisherige Webgeschichte ins Netz (also unabhängig von Ihren im Webprotokoll aufgezeichneten Präferenzen) und hinterlässt auch danach keine Cookies und sonstige Protokolleinträge. Diese reine Datenschutzmaßnahme dient zwei Motiven: „Wonach ich jetzt suche, geht niemanden etwas an“ oder „Ich will neutral suchen, ohne dass Suchmaschinen meine sonstigen Präferenzen einberechnen“.

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5. Online-Banking im Browser

Online-Banking im Browser
Vergrößern Online-Banking im Browser

Bankgeschäfte und Einkäufe über das Internet sind sensibel, weil Sie Ihre Zugangsdaten oder Kreditkartendaten über das Netz versenden müssen. Der Browser unterstützt Sie, insofern er bei der Anmeldung oder Zahlung auf „echten“ Banken oder Online-Bezahlsystemen in der Adresszeile ein grün gefärbtes „https:“ anzeigt. Verifizieren Sie das immer, bevor Sie Ihre Daten eingeben: Nur dann erfolgt der Datenaustausch verschlüsselt, und der Server, den Sie betreten, ist zertifiziert. Wenn Sie zudem per mTAN-Verfahren Ihre Transaktionsnummern als SMS auf das Handy erhalten, können Sie Ihr Konto praktisch nur durch fahrlässige Reaktionen auf Phishing-Mails gefährden.

6. Google SafeSearch

Google SafeSearch
Vergrößern Google SafeSearch

Eine browserunabhängige Google-Funktion ist der Safesearch-Filter . Der Filter sorgt auf der Stufe „Strikt“ dafür, dass die Google-Suche Webseiten mit pornografischen Inhalten in der Ergebnisliste nicht mehr anzeigt. Das ist zumindest ein tauglicher Schutz für Kinder vor versehentlichen Klicks auf pornografische Seiten. Die Google-Einstellung gilt nur für den Browser, wo sie eingestellt wird. Um das Umstellen der Safesearch-Stufe zu verhindern, lässt sich die Stufe mit „SafeSearch für Änderungen sperren“. Dazu und genauso zum Entsperren ist das Passwort des Google-Kontos notwendig. Löschen Sie auf dem betreffenden Browser alle gespeicherten Kennwörter (Tastenkombination Strg-Shift-Entf), sonst gelingt das Entsperren mühelos ohne Kenntnis des Kennworts.

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