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Überblick: Externe Festplatten und passende Gehäuse

19.04.2015 | 09:09 Uhr |

Eine Festplatte oder SSD muss nicht zwingend fest im Desktop-PC beziehungsweise Notebook verbaut sein. Als praxistaugliche Alternativen bieten sich Docking-Stationen und externe Gehäuse an.

Irgendwann ist jede Festplatte voll: Unzählige Fotos, die MP3-Sammlung und hochaufgelöste Videos beanspruchen Speicherplatz ohne Ende. Abhilfe schafft hier eine zusätzliche größere Festplatte. Zum Glück lässt sie sich ohne Fachwissen leicht in ein externes Gehäuse einbauen oder auswechseln. Und kosten günstig ist die aktuelle 3,5-Zoll-Generation obendrein: Das Gigabyte formatierten Speicherplatz gibt es bereits ab 3,5 Cent.

Inzwischen sind etwa mit der Seagate Enterprise Capacity , der HGST Ultrastar He6 und der Western Digital WD60EFRX Festplatten mit 6000 GB Kapazität zu haben – Seagate plant, in Kürze als erster Festplattenhersteller Datenträger mit einer Speicherkapazität von acht Terabyte an ausgewählte Projektkunden mit Datenzentren auszuliefern. Western Digital hat zum Redaktionsschluss eine 10 TB große Festplatte angekündigt, bei der das Innere des Gehäuses während der Fertigung mit Helium statt normaler Luft befüllt wird. Technisch bedingt, kann der 3,5 Zoll große Formfaktor der Festplatte besser ausgenutzt werden.

10 TB – vor ein paar Jahren war das noch unvorstellbar. Die Größe der ersten Festplatten wurde ursprünglich in Megabyte angegeben, ab 1997 in Gigabyte, und seit etwa sechs Jahren gibt es Platten im Terabyte-Bereich. Allerdings sind die Terabyte-Speicherriesen inzwischen auch erforderlich, um die Unmengen an Daten zu sichern. Doch nicht nur der Plattenplatz steigt, das Tempo hat ebenfalls zugelegt: Sowohl die Transferraten als auch die Zugriffszeiten haben die Hersteller beschleunigt.

Festplatten für den Dauerbetrieb: Extern genutzte Festplatten sind nicht selten rund um die Uhr in Betrieb. Spezielle Festplatten-Serien sind auf diesen Einsatz zugeschnitten. Die Platten arbeiten vibrationsarm und damit leiser. Sie sind auf den Dauerbetrieb ausgelegt und kommen mit höheren Betriebstemperaturen besser zurecht als Desktop-Platten. Beispiele dieser Plattenserien finden sich bei Western Digital unter dem Namen WD Red oder bei Seagate als NAS HDD. Diese Festplatten sind im Internet-Versandhandel rund 10 bis 15 Prozent teurer als „normale“ Festplatte ohne spezielle NAS-Freigabe.

Große Auswahl: Externe Festplatten gibt es in verschiedenen Ausführungen und Bauformen mit unterschiedlichen Speicherkapazitäten.
Vergrößern Große Auswahl: Externe Festplatten gibt es in verschiedenen Ausführungen und Bauformen mit unterschiedlichen Speicherkapazitäten.

Hier finden externe 2,5- und 3,5-Zoll-Festplatten ihren Platz

Externe Gehäuse: Eine externe Festplatte ist immer dann eine gute Wahl, wenn man Daten archivieren oder Backups sichern möchte. Dank schneller USB-3.0-Verbindung zum PC lassen sich Datentransferraten von um die 100 bis 150 MB pro Sekunde erzielen. Eine USB-3.0-Festplatte passt auch an einen alten USB-Anschluss, läuft dann allerdings im vergleichsweise lahmen 2.0-Tempo. Angeboten werden externe Festplatten fertig konfektioniert mit verschiedenen Speicherkapazitäten – gängig sind 1 bis 4 TB. Schon ab rund 50 Euro sind Festplatten mit 1 TB Kapazität zu haben. Für 3 TB externen Speicher bezahlt man um die 100 Euro. Die externen Festplatten werden in den meisten Fällen per USB-3.0-Kabel mit dem PC verbunden – USB 2.0 gibt es immer weniger und meist nur bei günstigen Modellen.

Externe Laufwerke mit 2,5-Zoll-Festplatten sind mit Maßen von rund 15 x 10 cm kompakt und reisetauglich. Sie kommen in der Regel ohne zusätzliches Netzteil aus und werden über das USB-Datenkabel mit Strom versorgt. Neben den Standardgehäusen sind spezielle Rugged-Modelle erhältlich, die sich für den Outdoor-Einsatz eignen und dank ihrer Gehäuse Erschütterungen absorbieren sollen.

Möchten Sie keine fertige externe Festplatte kaufen, beispielsweise weil Sie vorhandene Laufwerke weiter nutzen möchten, dann gibt es mit Docking-Stationen und externen Leergehäusen entsprechende Alternativen.

Docking-Station: Besonders für Datensicherungen auf mehrere Festplatten bietet sich eine Docking-Station an. Sie wird in der Regel per USB-Anschluss mit dem PC verbunden. In die Docking-Station eingesteckte Festplatten und SSD-Laufwerke im 3,5- und 2,5-Zoll-Formfaktor werden von Windows automatisch erkannt. Alternativ kombinieren Hersteller wie Sharkoon die Vorteile eines abschließbaren Festplattengehäuses mit denen eines flexiblen Docks. Um eine Festplatte in Betrieb zu nehmen, entriegeln Sie einfach die Klappe am Gehäuse, schieben eine bis zu 6 TB große SATA-Festplatte in 3,5-Zoll-Bauhöhe ein und schließen die Klappe daraufhin. Nach dem Einschalten des Docks wird die Platte am Computer automatisch erkannt.

In eine Docking-Station werden die Festplatten einfach eingesteckt. Ist sie per USB-Kabel mit dem PC verbunden, werden die Festplatten automatisch erkannt.
Vergrößern In eine Docking-Station werden die Festplatten einfach eingesteckt. Ist sie per USB-Kabel mit dem PC verbunden, werden die Festplatten automatisch erkannt.

Leergehäuse für Festplatten: Wer sich nicht scheut, der kann seine externe Festplatte übrigens auch selbst bauen. Gehäuse sind je nach Ausstattung und verwendetem Material schon ab 10 Euro zu haben. Achten Sie darauf, dass das Gehäuse über einen USB-3.0-Anschluss verfügt. Ein An-/Ausschalter ist eher Ausnahme statt Regel. Ein fest im Gehäuse eingebauter Lüfter ist bei langsam drehenden Festplatten mit 5400 RPM nicht unbedingt erforderlich. Der Einbau der Festplatte ist schnell erledigt – es sind meistens nur wenige Schrauben zu lösen und wieder anzuziehen.

Checkliste SSD: Darauf kommt es an

Checkliste Externe Laufwerke

Einsatzgebiet: Externe Festplatten sind ein ideales Speichermedium, um Dateien aller Art zu archivieren und an einem sicheren Ort zu lagern. Sie können auch als zusätzliches Laufwerk dienen, wobei dann ein eigener Netzschalter sinnvoll ist.

Geschwindigkeit: Wie schnell eine externe Festplatte ist, hängt von der Art der Verbindung zum PC, vom Controller und nicht zuletzt von der Festplatte selbst ab. Datentransferraten zwischen 100 und 150 MB/s sind möglich.

Lebensdauer: Die Gehäuse selbst sind robust, lediglich der verbaute Controller zur Ansteuerung der Festplatten ist mitunter eine Schwachstelle. Ansonsten gelten für die Platten die gleichen Kriterien wie beim Einsatz in Desktop-PCs.

Ausfallsicherheit: Bei externen Laufwerken ist man doppelt von Ausfällen betroffen. Zum einen kann der Controller im Gehäuse Schaden nehmen, zum anderen die verbaute Festplatte. Bei einem defekten Controller kann die Platte allerdings in einem anderen Gehäuse weiterverwendet werden.

Speicherkapazität: Die Speichergrößen sind von den verbauten beziehungsweise eingesteckten Festplatten abhängig. Die My Book von Western Digital gibt es beispielsweise mit 2-, 3-, 4- und 6-TB-Festplatten. Andere Hersteller haben ähnliche Modelle im Angebot.

Preis: Die externen Laufwerke kosten meist nur wenig mehr als die verbaute Festplatte selbst, sodass ein fertig konfektioniertes Gehäuse samt Festplatte immer die bessere Wahl ist. Leergehäuse sind schon ab 10 Euro zu haben.

Tipp: Die perfekte externe Festplatte finden

Kapazität: Die prominenteste Angabe auf der Verpackung einer externen Festplatte ist ihr Speicherplatz. Dabei sollten Sie beachten, dass die Herstellerangabe nicht mit der formatierten Kapazität übereinstimmt. Eine 1-TB-Platte bietet 931,5 GB tatsächlich nutzbaren Speicher. Der Grund für diese Diskrepanz: Festplattenhersteller nutzen das Dezimalsystem, Betriebssysteme arbeiten dagegen nach dem Binärsystem. Um etwa 1000 Bytes zu speichern, sind tatsächlich 1024 Bytes Platz nötig. Zum Beweis: 465,8 * 1024 (entspricht MB) * 1024 (entspricht KB) * 1024 (entspricht Byte) = 500,1 GB.

Tempo: Während die Kapazität stets genannt wird, fehlt meist eine Angabe, wie schnell die Platte arbeitet. In der Regel können Sie derzeit im 3,5-Zoll-Bereich davon ausgehen, dass Festplatten mit 7200 Umdrehungen pro Minute (RPM) zum Einsatz kommen. Platten mit 5400 RPM werden weniger warm und verbrauchen zusätzlich weniger Strom.

Sicherheits-Extras: Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, statten manche Hersteller ihre externen Festplatten mit besonderen Eigenschaften aus. So bieten einige Laufwerke eine AES-Verschlüsselung, ein Tastenfeld für Zugangscodes, eine RFID-Kennung oder einen Fingerabdruckscanner.

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