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Festplatte und SSD korrekt einrichten

29.03.2015 | 16:45 Uhr |

Der Einbau und die Inbetriebnahme einer neuen Festplatte oder SSD ist unter Windows schnell erledigt, wenn man weiß wie.

Es braucht kein handwerkliches Geschick, um Festplatten oder SSDs in Desktop-PCs oder Notebooks einzubauen. Achten Sie unbedingt auf den Formfaktor und die Gehäusegröße. In Desktop-PCs stecken normalerweise 3,5-Zoll-Disks mit einem ca. 10 cm breiten Gehäuse. Die 2,5-Zoll-Disks in Notebooks messen in der Breite etwa 6,8 cm. Schon seit einigen Jahren besitzen PCs Serial-ATA-Anschlüsse (SATA) für Festplatten, SSDs sowie DVD- und Blu-ray-Laufwerke.

Das Vorgehen beim Einbau ist einfach: PC-Gehäuse öffnen, Festplatte in einen dafür vorgesehenen Laufwerksschacht einsetzen und festschrauben, Strom- sowie SATA-Anschusskabel anbringen und das Gehäuse wieder schließen. Die neue Festplatte beziehungsweise SSD wird vom PC-Bios automatisch erkannt, weitere Einstellungen sind nicht notwendig – es sein denn, Sie möchten die zusätzliche Festplatte als Boot-Laufwerk nutzen und Windows darauf installieren. Ändern Sie dazu die entsprechenden Einstellungen im Bios, weitere Hilfestellung gibt das Handbuch zum Mainboard des PCs.

1. Voraussetzungen für den Einbau großer Festplatten

Aktuelle Festplatten mit einer Bruttokapazität von bis zu 6000 GB haben mit historisch bedingten Beschränkungen zu kämpfen: Die komplette Kapazität in einer Partition gibt es nur mit Betriebssystemen, die eine Partitionstabelle nach dem GPT-Standard (GUID Partition Table) erstellen können. Das ist bei Windows Vista, 7 und 8/8.1, Mac OS X und aktuellen Linux-Distributionen der Fall. Darüber hinaus muss der SATA-Controller Festplatten mit mehr als 2,2 Terabyte (TB) unterstützen. Wenn Sie eine so große Festplatte als Boot-Laufwerk nutzen möchten, brauchen Sie zudem ein 64-Bit-Betriebssystem. Unter Windows benötigen Sie dann noch zusätzlich eine Hauptplatine mit dem BIOS-Nachfolger UEFI (Unified Extensible Firmware Interface).

Der technische Hintergrund: Festplatten speichern Daten in winzigen Einheiten, den Sektoren. Die konventionelle Sektorgröße beträgt 512 Byte. Um diese Sektoren sortieren und identifizieren zu können, nummeriert das Betriebssystem sie nach einem einfachen Schema, dem Logical Block Addressing (LBA). Der erste Sektor bekommt LBA 0 zugewiesen, der zweite LBA 1 und so weiter. Windows arbeitet jedoch mit einem begrenzten LBA-Feld. Aus diesem Grund können Festplatten nicht beliebig groß sein. Windows XP stößt bei rund 2200 GB an seine technischen Grenzen, sofern die Festplatte die alte Sektorgröße von 512 Byte verwendet.

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2. Windows auf eine neue Festplatte installieren

Bei der benutzerdefinierten Windows-Installation klicken Sie auf der Seite „Wo möchten Sie Windows installieren?“ auf die gewünschte Partition („Nicht zugewiesener Speicherplatz“) und folgen Sie anschließend den weiteren Anweisungen. Möchten Sie die Festplatte nicht vollständig für eine Partition nutzen, dann klicken Sie auf „Neu“ und richten mehrere Partitionen in den gewünschten Größen ein. Schließen Sie die Installation von Windows ab.

SSD optimieren: Während man bei einer herkömmlichen Festplatte keine zusätzlichen Treiber benötigt, bieten die meisten Hersteller von SSD-Laufwerken Programme an, mit denen Sie etwa Optimierungen anwenden. Von Samsung gibt es das Gratis-Tool Magician, mit dem sich der optionale Rapid-Mode aktivieren lässt. Hierbei werden alle Zugriffe in einer vorgeschalteten RAM-Disk gepuffert. Damit lassen sich Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von 1 GB/s erreichen. Im Falle eines Absturzes oder Stromausfalls sind die Daten jedoch verloren.

Zusätzliche Festplatte: Haben Sie eine weitere HDD eingebaut, wird Sie von Windows zwar erkannt, betriebsbereit ist sie aber noch nicht. Das Hauptwerkzeug für die meisten Festplattenoperationen ist die Datenträgerverwaltung. Tippen Sie in das Windows-Suchfeld „diskmgmt.msc“ ein, klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie im Kontextmenü „Als Administrator ausführen“. Im oberen Teil der Bedienoberfläche erkennen Sie bereits vorhandene Festplattenpartitionen mit den zugewiesenen Laufwerksbuchstaben in Klammern. Die wichtigsten Informationen sind das Dateisystem, die Gesamtkapazität und der freie Speicher. Der untere Teil informiert Sie über die physisch vorhandenen Laufwerksgeräte. Die Datenträgerverwaltung von Windows ist so aufgebaut, dass ein Rechtsklick auf eine Partition oder auf einen nicht zugeordneten Bereich ein Kontextmenü aufruft. Je nachdem erscheinen andere Befehle darin.

Neue Partition einrichten: Per Rechtsklick auf den nicht zugeordneten Bereich in der Datenträgerverwaltung wählen Sie „Neues einfaches Volume“ und klicken auf „Weiter“. Windows schlägt die maximal mögliche Größe vor. Übernehmen Sie sie, falls die Platte nicht weiter unterteilt werden soll. Klicken Sie auf „Weiter“, wählen Sie einen Laufwerksbuchstaben und danach „NTFS“ als Dateisystem aus. Geben Sie auch eine Volumebezeichnung ein. Bestätigen Sie die Eingaben und schließen Sie die Datenträgerverwaltung.

Die angelegten Storage Spaces verhalten sich aus Sicht des Windows-Nutzers wie ein normales Laufwerk. Der Speicherplatz steht im Explorer zur Verfügung.
Vergrößern Die angelegten Storage Spaces verhalten sich aus Sicht des Windows-Nutzers wie ein normales Laufwerk. Der Speicherplatz steht im Explorer zur Verfügung.

3. Storage Spaces unter Windows 8 verwenden

Die Einführung der „Speicherplätze“ für Home-Desktops war eine der größeren technischen Neuerungen in Windows 8. Ein solcher Speicherplatz fasst beliebig viele physische Festplatten auch unterschiedlicher Größe unter einem virtuellen Laufwerk zusammen.

Speicherplatz erstellen: Drücken Sie Win-X und öffnen Sie die Systemsteuerung. Sie finden die Funktion „Speicherplätze“ unter „System und Sicherheit“. Wenn Sie hier auf „Neuen Pool und Speicherplatz erstellen“ klicken, werden im nächsten Fenster alle Laufwerke angezeigt, die theoretisch für einen neuen Space in Betracht kommen. In Frage kommen grundsätzlich nur komplette physische Festplatten – keine USB-Sticks, keine Partitionen, keinesfalls das Systemlaufwerk. Taugliche Festplatten zeigt das Fenster „Speicherpool erstellen“ an. In unserem Beispiel gehen wir davon aus, dass zwei zusätzliche Festplatten zur Verfügung stehen. Markieren Sie die beiden angezeigten Datenträger und drücken Sie den Button „Pool erstellen“. Beim Initialisieren eines neuen Pools erhalten die Datenträger eine spezielle Formatierung – dabei gehen alle bisherigen Daten verloren. Sie sollten also Daten von der Festplatte unbedingt auf eine andere Festplatte sichern, auf DVD brennen oder auf einen Cloud-Speicher auslagern.

Wichtig ist die Entscheidung über die Fehlertoleranz („Resilienz“). Bei unserem Beispiel mit den zwei Festplatten ist die Option „Zwei-Wege-Spiegelung“ voreingestellt.
Vergrößern Wichtig ist die Entscheidung über die Fehlertoleranz („Resilienz“). Bei unserem Beispiel mit den zwei Festplatten ist die Option „Zwei-Wege-Spiegelung“ voreingestellt.

Nach der Formatierung der Festplatten geht es an die Eigenschaften des „Speicherplatzes“: Name und Laufwerksbuchstabe sind frei wählbar. Wichtig ist die Entscheidung über die Fehlertoleranz („Resilienz“). Bei unserem Beispiel mit zwei Festplatten ist die Option „Zwei-Wege-Spiegelung“ voreingestellt. Beim Ausfall einer Platte ist jede Datei auf dem zweiten Datenträger verfügbar. Möchten Sie keine Redundanz, sondern ein Datenarchiv um weitere Kapazität erweitern, dann ist die Einstellung „Einfach (keine Resilienz)“ Ihre Wahl.

Die geheimen Schwächen der SSDs

Besonderheiten bei Raid-Konfigurationen beachten

Mittlerweile ist es weit verbreitet, anstatt einer Festplatte mehrere HDDs zu einem logischen Laufwerk zusammenzuschließen. Dieser Verbund ist ein sogenannter Raid (Redundant Array of Independent Disks) und bringt nicht nur Geschwindigkeitsvorteile mit sich, sondern auch eine gesteigerte Datensicherheit, weil ein Raid die Inhalte der Festplatten spiegelt.

Besonderheiten bei SSDs: SSDs basieren auf elektrischen Zellen und verfügen daher nicht über mechanische Schreib- und Leseköpfe, die Daten von Magnetplatten holen. Dadurch ergibt sich eine geringere Zugriffszeit als bei herkömmlichen HDDs. Der schnellere Zugriff verliert aber an Geschwindigkeit, wenn Sie die SSD in einen Raid-Verbund bündeln. Zusätzlich sind SSDs auf eine spezielle Organisation der Daten mittels sogenannter Trim-Befehle angewiesen, die es im Raid nicht gibt.

SSDs im Raid-Verbund: In einem Raid kann das System Daten nur auslesen, wenn Schreib- und Lesezugriffe auf allen Datenträgern im Verbund gleichzeitig erfolgen. Dabei richtet sich die Wartezeit beim Zugriff immer nach der langsamsten Platte – der Geschwindigkeitsvorteil der SSDs kann daher unter Umständen verlorengehen. Außerdem profitieren SSDs im Raid nicht mehr von den bereits erwähnten Trim-Befehlen: Das Betriebssystem kann dem Laufwerk nicht mehr mitteilen, welche Blöcke im Flash-Speicher belegt sind und von der SSD nicht weiter bereitgehalten werden müssen. Auf diese Weise verringert sich die allgemeine Arbeitsgeschwindigkeit und Lebensdauer der eigentlich flotten SSD, weshalb wir auch von einem Raid im Privatbereich dringend abraten.

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