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So speichern Sie Ihre medizinischen Daten online

Sie können alle Ihre medizinischen Daten kostenlos online speichern. Ärzte und Krankenkassen haben darauf jederzeit Zugriff. Das bietet Chancen, birgt aber auch Risiken.

Sie kennen das Procedere, wenn Sie am Empfang eines neuen oder längere Zeit nicht mehr besuchten Arztes stehen: Sie müssen einen mehrere Seiten umfassenden Fragebogen, der sehr persönliche Fragen zum bisherigen Leben und den Krankheitsverläufen enthält, ausfüllen. Außerdem müssen Sie häufig Fragen zum Medikamenten-Konsum, Krankenhaus-Aufenthalte und noch vieles Weitere beantworten. Und am besten sollten Sie mehrfach scharf nachdenken, ob Sie nicht eine Information vergessen haben. Wäre es da nicht praktisch einfach alles online speichern zu können, sodass jeder Arzt, dem ich mein Einverständnis gebe, darauf zugreifen kann und mir so diese fehleranfällige Gedächtnisbefragung erspart? In den USA geht das bereits - wir zeigen Ihnen, wie!

Die Technik, medizinische Daten zu speichern und an einen bestimmten Personenkreis zu senden, ist im digitalen Zeitalter schon längst vorhanden. Sie können sofort Ihre Krankheitsgeschichte bei einem der kostenlosen Webdienste eintragen und speichern. Zwar ersetzen diese Datenbanken wohl noch für längere Zeit nicht Papier und Bleistift beim Arzt, jedoch sind die aufgezeichneten Daten eine großartige Gedächtnisstütze. Die größten kostenlosen Gesundheitsdienste im Internet sind Microsoft HealthVault, Google Health und WebMD Personal Health Record. In die jeweiligen Benutzerkonten können Sie Ihre Krankheitsgeschichte, chronische Beschwerden, Arzt- und Krankenhausbesuche, Diagnosen, Behandlungen und rezeptpflichtige Medikamente eintragen. Falls Sie also mit dem Gedanken spielen einen dieser Dienste zu nutzen, seien Sie auf mehrere Stunden Eintipp-Arbeit gefasst.

Wichtiger Hinweis: Gesundheitsdaten sind unter Datenschutzgesichtspunkten besonders sensible Daten. Gegebenenfalls können Angaben zu Ihrer Gesundheit beispielsweise von Arbeitgebern oder Versicherungen zu Ihrem Nachteil verwendet werden. Zudem können bestimmte gesundheitliche Details zu gesellschaftlicher Ausgrenzung führen, wenn diese in Ihrem Freundeskreis bekannt werden! Die hier gezeigten Beispiele für derartige Online-Gesundheitsdatenbanken stellen wir vor, weil wir deren Existenz für interessant halten und das Prinzip derartiger Datenbanken vorstellen wollen. Wir weisen aber ausdrücklich daraufhin, dass Sie bei der Preisgabe Ihrer Gesundheitsdaten äußerst zurückhaltend sein sollten.

Alle von uns vorgestellten US-Dienste legen großen Wert auf den Datenschutz und versprechen dem Kontoinhaber die volle Kontrolle über die eingegebenen Daten zu haben, sodass nur dieser entscheiden kann, wer die Daten einsehen darf. "Wir haben ein sehr strenges Regelpaket geschnürt um die Datennutzung und -behandlung zu regeln," sagt Sean Nolan, Projektleiter der Microsoft Health Solution Gruppe, die HealthVault entwickelte. "Sie als Kunde besitzen Ihre Daten", fügt er noch hinzu. Auf der HealthVault-Homepage wird an der Auflistung der Datenschutzbestimmungen deutlich, wie wichtig das Thema in dieser Branche ist. In den Datenschutzbestimmungen der drei Webdienste wird unter anderem versprochen ohne Ihre Zustimmung keine datenbezogene Werbung zu schalten. Google Health veröffentlicht sogar die Datenschutzbestimmungen, welche die Entwickler von Google Health Applikationen bestätigen müssen.

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