Der Warentester-Trick

Donnerstag, 30.08.2007 | 10:17 von Tobias Weidemann
Das Angebot: Ähnlich funktioniert die Masche mit Warentests. Angeblich suchen viele Hersteller händeringend nach Testkunden, die kostenlos neue Autos fahren oder teure Hardware testen wollen – und das, obwohl diese die Ware am Ende behalten dürfen oder sehr günstig erwerben können. Auch an Unterhaltungselektronik und andere hochwertige Geräte soll man auf diesem Weg kommen können. „Für unsere Produktanalysen sind wir auf die Mithilfe von Verbrauchern aus den unterschiedlichsten Einkommens-, Bildungs- und Familienverhältnissen angewiesen. Nur so schaffen wir es, die getesteten Produkte und Dienstleistungen durch einen repräsentativen Bevölkerungsschnitt bewerten zu lassen“, schreibt etwa das „Europäische Zentrum für Verbraucheranalysen“ (www.euceva.de) auf seiner überzeugend aussehenden Website. Man macht dem Anwender Hoffnung: „Vielleicht passen genau Sie in unser Profil!“

Das steckt dahinter: Auch hier gilt: In der Regel kostet ein solcher Vertrag nur Geld und bringt nichts ein. Mehrere Unternehmen, deren Produkte auf solchen Sites abgebildet waren, haben erklärt, dass sie für solche Angebote keine Testmuster zur Verfügung stellen.

Bei der Erstanmeldung auf der Website muss der Kunde zwar seine gesamten Adressdaten und seine Telefonnummer angeben, nicht aber eine Bankverbindung. Die erfragt etwa eine freundliche Euceva-Mitarbeiterin im persönlichen Telefongespräch zusammen mit den Kontodaten. Nun bekommt der Kunde eine schriftliche Bestätigung über den Vertrag, danach wird der Mitgliedsbeitrag abgebucht. Dieses Verfahren macht es dem Kunden schwerer, nachzuweisen, dass er über einige Feinheiten des Vertrags im Unklaren gelassen wurde. Für 7 Euro im Monat gibt’s nun die Aussicht auf wertvolle Waren, wie auf der Website an mehreren Stellen versprochen wird. Auf diese Pakete darf er lange warten – viele Kunden berichten in Foren, dass sie keine Warengeschenke erhalten haben, dafür aber Mailwerbung von zahlreichen Werbepartnern. Ganz schnell allerdings kommen in vielen Fällen Mahnschreiben, wenn der unzufriedene Kunde nicht bezahlt. In einigen Fällen melden sich auch Inkassounternehmen. Der verhinderte Wartentester sollte deshalb frühzeitig und deutlich reagieren, indem er etwa der Rechtmäßigkeit der Forderung widerspricht und gegebenenfalls das Geld einer bereits erfolgten Abbuchung zurückholt. Die Inkassounternehmen drohen in aller Regel mit hohen Gebühren und damit, der Gläubiger werde vor Gericht gehen. Allerdings ist fraglich, ob eine solche Firma an einem Rechtsstreit interessiert ist. Wir kennen keinen vergleichbaren Fall, in dem die Drohung, vor Gericht zu gehen, tatsächlich umgesetzt wurde.

Donnerstag, 30.08.2007 | 10:17 von Tobias Weidemann
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (0)
83238