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Der "Volks-PC" strahlt doch: Gericht bestätigt Berichterstattung der Zeitschrift PC-WELT

Der im Oktober 2002 verkaufte Schnäppchen-Computer von Lebensmittel-Discounter Plus und Bild.T-Online.de überschreitet gesetzlich zugelassene Strahlungsgrenzwerte / "Volks-PC" trägt CE-Kennzeichnung zu Unrecht / Gerät hätte nicht verkauft werden dürfen / Prüfberichte von vier akkreditierten Prüflabors stützen die Aussage der PC-WELT

Presseinformation

Der im Oktober 2002 verkaufte Schnäppchen-Computer von Lebensmittel-Discounter Plus und Bild.T-Online.de überschreitet gesetzlich zugelassene Strahlungsgrenzwerte / "Volks-PC" trägt CE-Kennzeichnung zu Unrecht / Gerät hätte nicht verkauft werden dürfen / Prüfberichte von vier akkreditierten Prüflabors stützen die Aussage der PC-WELT

München, 29. November 2002 - Das Hamburger Landgericht hat am heutigen 29.11.2002 die Berichterstattung der Computer-Zeitschrift PC-WELT bestätigt, nach der der so genannte "Volks-PC", den der Lebensmittel-Discounter Plus in Kooperation mit dem Internet-Angebot Bild.T-Online.de im Oktober 2002 vertrieben hat, die gesetzlich zugelassenen Strahlungswerte massiv überschreitet. Insoweit hat das Gericht die am 31.10.2002 erlassene Einstweilige Verfügung gegen die Zeitschrift aufgehoben.

Der Computerhersteller 4MBO hatte die Aussage der PC-WELT bestritten und erwirkte mit der Einstweiligen Verfügung gegen das Magazin, dass dieses bis auf weiteres diverse Behauptungen über die Strahlenwerte des von 4MBO hergestellten und durch die Handelskette Plus und Bild.T-Online.de vertriebenen Computers nicht mehr verbreiten durfte. Die PC-WELT hatte sich in ihrem Artikel auf Prüfprotokolle von zwei anerkannten Fachlabors berufen. Nach Entstehen des Streitfalles wurden weitere Messungen in Auftrag gegeben. Diese bescheinigen dem "Volks-PCs" ebenfalls überhöhte Strahlungswerte.

Die Zeitschrift PC-WELT bleibt somit bei ihrer Darstellung, nach der der Plus-Computer die gesetzlich zugelassenen Strahlungswerte erheblich überschreitet. Der "Volks-PC" trägt somit die CE-Kennzeichnung zu Unrecht und hätte nicht verkauft werden dürfen. Jürgen Bruckmeier, Chefredakteur der PC-WELT: "Wir haben journalistisch sauber und mit mehreren CE-zertifizierten Prüflabors zusammen gearbeitet. Journalistische Unabhängigkeit ist unser oberstes Gebot. Bei dem aktuellen Bericht konnten wir uns auf unsere Recherche und die Test-Ergebnisse verlassen."

Die PC-WELT weist in diesem Zusammenhang den von der Konkurrenz-Zeitschrift c't in einem Online-Bericht erhobenen Vorwurf zurück, die PC-WELT habe im Rahmen ihrer Berichterstattung über den "Volks-PC" ein gefälschtes Protokoll veröffentlicht. "Der Hersteller des ,Volks-PCs' 4MBO und die Handelskette Plus haben in den letzten Wochen großen Druck auf die Redaktion ausgeübt. Wir bedauern, dass die c't durch ihre einseitige Berichterstattung diesen Druck noch verstärkt und - gewollt oder ungewollt - mehr den Interessen der Industrie als denen der Anwender gedient hat. Wir behalten uns vor, rechtliche Schritte gegen die Zeitschrift einzuleiten", so Bruckmeier.

Auslöser des Streitfalles war ein zweiseitiger Bericht in der aktuellen PC-WELT-Ausgabe 12/2002. Aktuelle Informationen zum Thema sind abrufbar unter www.pcwelt.de (Webcode "Volks-PC").

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