AmigaOS, OS/2, CP/M, DOS
Der Geist von Windows 95
Die Betreiber der Web-Site www.webdesignerdepot.com haben im Archiv gestöbert und die Evolution der grafischen Oberflächen dokumentiert. Eine der ersten GUI-Versionen wurde von den Entwicklern am Xerox Palo Alto Research Center (PARC) entworfen. Die Software wurde nicht kommerziell vertrieben.
Im Jahr 1981 erschien eine grafische Oberfläche für Desktop-Rechner, die unter dem Namen The Xerox Star bekannt wurde. Später wurde sie in ViewPoint sowie GlobalView.
1983 brachte Apple das Betriebssystem Lisa OS auf den Markt. Es wurde vom Erfolg des Macintosh-Rechners verdrängt.
Visi On war 1984 das erste grafische Betriebssystem für IBM-PCs. Entwickelt wurde es für Unternehmen und war dementsprechend sehr teuer. Die GUI ließ sich mit Maus bedienen.
System 1.0 wurde für den Macintosh entworfen. Es nutzte bereits verschiedene Features moderner Betriebssysteme wie Fenstertechnik und Icons. Die Fenster und Dateien ließen sich mit Hilfe der Maus verschieben.
1985 war Amiga seiner Zeit voraus. Die Benutzeroberfläche des Betriebssystems war farbig, zudem gab es Funktionen wie preemptives Multitasking und Stereosound.
Im Jahr 1985 stieg auch Microsoft in die grafische Benutzerführung ein. Windows 1.0 unterstützte 32×32 Pixel-Icons und farbige Grafiken.
GEM (Graphical Environment Manager) war eine grafische Benutzeroberfläche von Digital Research für das Betriebssystem CP/M. Vielen Anwendern ist GEM als GUI für den Atari ST bekannt.
Das 64-Bit-Betriebssystem IRIX wurde für die Unix-Welt geschrieben. Ein interessantes Feature ist die Unterstützung von Vector-Icons, lange bevor Apple die Technik für Mac OS X übernahm.
Das GeOS-Betriebssystem (Graphic Environment Operating System) erschien 1986. Entwickelt hat es Berkeley Softworks (später GeoWorks). Es wurde für den Commodore 64 entworfen.
Deutliche Fortschritte konnte Microsoft 1987 in der zweiten Windows-Version verbuchen. Fenster ließen sich überlappen und in ihrer Größe verändern.
OS/2 war anfangs eine Koproduktion von IBM und Microsoft. Erst 1991 trennten sich die Unternehmen und verfolgten eigene Wege. Die GUI von OS/2 nannte sich Presentation Manager und unterstützte zunächst nur monochrome Darstellungen sowie feststehende Icons.
Nachdem Steve Jobs bei Apple ausgeschieden war, gründete er das Unternehmen Next. Mit seiner neuen Firma wollte er den perfekten Rechner für Universitäten und Entwicklungslabors bauen. 1988 kam der erste NeXT-Rechner heraus, 1989 folgte das grafische Betriebssystem NeXTSTEP 1.0. Später wurde es in OPENSTEP umbenannt.
Die nächste OS/2-Version erschien 1989 und brachte nur minimale Verbesserungen.
Mit der 3.0-Version schöpfte Microsoft das Potenzial der grafischen Oberflächen deutlich besser aus. Das Betriebssystem selbst unterstützte den Standard- und 386-Modus, der mehr 640 KB Arbeitsspeicher zur Verfügung stellte. Die Auflösung belief sich auf bis zu 1024×768 Pixel.
Amiga brachte einige Neuerungen: erstmals wurde die dreidimensionelle Anmutung eingeführt. Der Desktop ließ sich vertikal teilen und unterstützte verschiedene Auflösungen und Farbtiefen. Die Standard-Auflösung belief sich auf 640×256, doch die Hardware konnte auch bessere Auflösungen darstellen.
1991 brachte Apple Mac OS Version 7.0 heraus.
Die 3.1-Version von Windows integrierte vorinstallierte TrueType-Fonts. Zuvor war dafür Adobes Type Manager (ATM) erforderlich.
Diese Version erschien 1992. Die gesamte Benutzeroberfläche wurde objekt-orientiert entwickelt. Jede Datei und jeder Ordner war ein Objekt und ließ sich mit anderen Dateien, Ordnern und Applikationen verknüpfen. Die GUI unterstützte zudem drag-and-drop-Funktionen.
Das komplette User-Interface wurde überarbeitet. In dieser Windows-Version gab es erstmals einen kleinen Button für jedes Fenster, um es zu schließen. Erstmals gab es auch einen Start-Knopf, hinter dem sich unter anderem die Funktion zum Herunterfahren des Systems verbarg.
1996 brachte IBM OS/2 Warp 4 auf den Markt.
Mac OS 8 nutzte 1997 als eines der ersten Betriebssysteme Pseudo-3D-Icons.
In der Anmutung der Icons war Windows 98 ähnlich wie Windows 95, doch die GUI konnte mehr als 256 Farben darstellen. Erstmals erschien der Active Desktop.
Die Entwickler des KDE-Projekts waren angetreten, die Unix-Welt mit einer grafischen und freien Benutzeroberfläche auszustatten. 1998 erschien KDE 1.0.
Das Betriebssystem BeOS wurde ursprünglich vom Unternehmen Be für die BeBox-Hardware entwickelt (1991). Nach ständigen Weiterentwicklungen erschien 1999 BeOS 4.5.
Der quelloffene GNOME-Desktop wurde zunächst für Red Hat Linux entworfen, später aber an andere Linux-Distributionen angepasst.
Im Jahr 2000 kündigte Apple ein neues Interface an, das 2001 unter dem Namen Mac OS X erschien. Anfangs kamen die vielen Neuerungen bei den Anwendern nicht gut an. Doch der neue Style wurde Basis für alle folgenden Betriebssysteme von Apple.
Microsoft nutzt jede große Betriebssystem-Version, um die grafische Benutzeroberfläche grundlegend zu ändern. Windows XP machte da im Jahr 2001 keine Ausnahme.
Im Jahr 2002 brachte das KDE-Projekt die dritte, deutlich verbesserte Version heraus.
Das aktuelle Betriebssystem von Microsoft bietet 3D-Darstellung und Animationen. Richtig glücklich sind die Anwender nicht mit dieser Version, sie verbraucht viele Hardware-Ressourcen.
Die jüngste Apple-Version verbesserte erneut die Darstellung. Das neue GUI brachte weitere 3D-Anmutungen, Animationen und Interaktionen.
Das GNOME-Projekt hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um den Desktop besser zu machen. Herausgekommen ist im vergangenen Jahr die Version 2.24.
Die Version 4.0 erschien im Januar 2008, im März 2009 folgte Version 4.2. Unter anderem wurde das Fenster-Management überarbeitet, außerdem unterstützt KDE in der aktuellen Version Desktop-Widgets.
Dreidimensionale GUIs: Anfang 2007 brachte Microsoft die Aero-Oberfläche von Windows Vista heraus. Im Oktober 2007 folgte Apple mit der Leopard-Oberfläche Aqua.
Die erste Version des quelloffenen 3D-Fenster-Managers Beryl wurde 2006 vorgestellt. 2007 wurde das Projekt mit Compiz verschmolzen.
Compiz wurde 2006 erstmals von Novell Suse eingesetzt. Zurzeit lassen sich die Gnome- und KDE-Oberfläche mit Compiz um 3D-Darstellungen erweitern.
Verbirgt sich hier die Zukunft der mehrdimensionalen Benutzeroberfläche? Die Skizze ist Bestandteil eines Patentantrags für mehrschichtige Desktop-Oberflächen, den Apple in den USA eingereicht hat.

