Der Free-SMS-Trick

Donnerstag, 30.08.2007 | 10:17 von Tobias Weidemann
Das Angebot: Ein Klassiker. Sie bekommen etwas gratis – zum Beispiel einige SMS, die Sie übers Internet verschicken dürfen. Sie investieren nur etwas Zeit und gehen scheinbar kein Risiko ein. Ein Beispiel hierfür ist der Dienst von 1SMS .

Das steckt dahinter: Wenn es nicht um ein Abo geht und Sie mit den paar kostenlosen SMS nur geködert werden sollen, geht es wohl eher darum, an „qualifizierte Adressen“ zu kommen, also an Adressen im Paket mit weiteren Informationen, die man an Andere – etwa für Werbezwecke – verkaufen möchte. So werden Sie vielleicht noch gefragt, für welche Themen Sie sich interessieren, welches Auto Sie fahren oder wie alt Sie sind. All diese Daten sind für Firmen bares Geld wert. Genaueres verraten hier oft die AGB und das übrige Kleingedruckte. Achten Sie darauf, ob Sie irgendwo der Weiterverwendung Ihrer Daten, etwa als Informationen für „Partner der Firma“ zustimmen, und deaktivieren Sie diesen Punkt nach Möglichkeit. Seriöse, bekannte Unternehmen werden Ihre Daten nicht ohne Ihre Zustimmung weitergeben, ansonsten ist aber äußerste Vorsicht angebracht.

Der Get-a-free-...-Trick

Das Angebot: Dienste wie freePay sind bislang vor allem in den USA bekannt, sie kommen aber auch in Europa in Mode. Die genannte Site leitet deutsche Besucher auf eine teils amüsant übersetzte deutsche Version um. Hier sollen Sie sich mit Ihren Adressdaten anmelden – Postfach-Adressen sind zumeist nicht erlaubt. Danach werden Sie mit Online-Werbung beliefert oder müssen an Umfragen teilnehmen. Nach der Anmeldung werden Sie aufgefordert, Mailadressen Ihrer Freunde, Bekannten und Kollegen anzugeben, denen Sie den Dienst empfehlen und ebenfalls die Anmeldung nahelegen. Wahlweise müssen sich diese auch über einen bestimmten Referrer-Link anmelden, den Sie bekommen. So sieht das System, dass der Kontakt über Sie erfolgt ist. Als Belohnung sollen Sie ein hochwertiges technisches Gerät erhalten, etwa ein Luxus-Handy oder einen MP3-Player. Voraussetzung: Eine bestimmte Zahl Ihrer Freunde und Kollegen meldet sich auf Ihre Werbung hin ebenfalls bei dem Dienst an und „erfüllt“ „ein Angebot“, wie es auf der Homepage heißt. Was das genau bedeutet, ändert sich immer wieder mal.

Gratis-iPod oder -Nótebook: Die meisten Anwender gehen
leer aus, weil sie nicht genügend neue Adressen liefern. Auch
sonsten lohnt sich ein Blick ind die (recht verworrenen und
schlecht übersetzten) allgemeinen Geschäftsbedingungen des
Anbieters
Vergrößern Gratis-iPod oder -Nótebook: Die meisten Anwender gehen leer aus, weil sie nicht genügend neue Adressen liefern. Auch sonsten lohnt sich ein Blick ind die (recht verworrenen und schlecht übersetzten) allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters
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Das steckt dahinter: Den iPod oder das Notebook bekommen Sie in den meisten Fällen tatsächlich. Sie müssen sich das aber hart erarbeiten. Es geht wieder ums Datensammeln – in der Regel sogar ganz offen. Sie stimmen zu, kostenlose „Verbraucherinformationen“, sprich: Werbung, zu bekommen. Gleichzeitig rekrutieren Sie in einer Art Schneeballsystem weitere Interessenten für den Dienst. Nach einer festgelegten Zahl von Anmeldungen, die Sie generiert haben, bekommen Sie dann die versprochene Ware. Der Haken: Die Zahl der zu werbenden Personen ist sehr hoch – die meisten Teilnehmer werden das wohl nicht erreichen. Das ganze System basiert auf einer Art Mischkalkulation, da der Betreiber des Dienstes auf diese Weise viele Adressen bekommt, ohne dass er dafür eine Prämie herausrücken muss. Dass einige Ihrer Freunde und Kollegen es wenig lustig finden könnten, wenn Sie deren Mailadresse irgendwo eintragen, ist ein weiterer Grund, von solchen Angeboten die Finger zu lassen.

Donnerstag, 30.08.2007 | 10:17 von Tobias Weidemann
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