1685151

Nie wieder Datenverlust! So beugen Sie vor

14.05.2013 | 14:13 Uhr |

Die Wiederherstellung verlorener Daten im Labor kostet schnell tausend Euro. Da ist es ökonomischer, dem Festplatten-Super-GAU mit der richtigen Strategie vorzubeugen.

Rund drei Millionen Bücher und Zeitschriften umfasst der Bestand der Münchener Stadtbibliothek an ihren 30 Standorten, doch der reine Textinhalt all dieser Medien würde auf eine einzige 3-TB-Festplatte passen. Diese kaum vorstellbare Datenmenge, die in einem Computer stecken kann, macht zweierlei deutlich: Einerseits gehen sehr viele Daten verloren, wenn der Datenträger einmal defekt sein sollte. Andererseits ist eine gewisse Strukturierung der Inhalte empfehlenswert.

Backup allein reicht nicht
Bei entsprechender Strukturierung lassen sich wichtige Inhalte nach einem Crash schnell und einfach wiederherstellen. Unser Ratgeber hilft mit der richtigen Strategie.

Ein Backup ist der beste Schutz vor Datenverlust und deshalb absolute Pflicht. Wie wichtig dieser gut gemeinte Ratschlag tatsächlich ist, hat der Autor dieses Artikels während der Themenrecherche selbst erlebt: Eine nicht einmal eineinhalb Jahre alte Festplatte verweigerte bei ihm daheim ohne vorherige Anzeichen von einem auf den anderen Tag mit einem lauten Klackern den Dienst. Dank Backup und Herstellergarantie keine große Sache, doch ohne eine Datensicherung nutzt auch die Garantie wenig. Schließlich geht es beim Ausfall der Harddisk weniger um die Hardware als um die Inhalte.

Mit den einfach zu bedienenden Backup-Programmen Cobian Backup und Toucan könne Sie alle Datensicherungsaufgaben daheim problemlos erledigen. Toucan bietet zusätzlich zur eigentlichen Datensicherung sowohl eine Synchronisierungsfunktion („Sync“) als auch eine Verschlüsselung, die bei der deutschen Spracheinstellung etwas unglücklich mit „Sichern“ bezeichnet ist.

Allerdings besitzt Toucan keinen Zeitplaner, um Datensicherungen regelmäßig automatisch durchzuführen. Genau dies erlaubt das englischsprachige Cobian Backup, in dem Sie über die Funktion „Schedule“ zu jedem Backup-Auftrag („Task“) festlegen können, wann dieser ausgeführt werden soll.

Neben dem Voll-Backup für alle persönlichen und wichtigen Daten kommt es bei der regelmäßigen Sicherung vor allem auf die Art und Nutzung der Dateien an, wie und wie oft diese gesichert werden. Bei einem Anwender können es etwa Texte sein, an denen er ständig arbeitet, die regelmäßig gesichert werden sollten, bei einem anderen Bilder oder sonst etwas. Mindestens einmal monatlich sollte eine Komplettsicherung erfolgen, das Backup der neu hinzugekommenen oder geänderten Inhalte mindestens einmal wöchentlich.

Die besten kostenlosen Backup-Tools

Daten sichern, aber wo?

Die Hersteller Qnap und Synology (im Bild) bieten eine große Auswahl an NAS-Laufwerken mit zwei oder mehr Datenträgern.
Vergrößern Die Hersteller Qnap und Synology (im Bild) bieten eine große Auswahl an NAS-Laufwerken mit zwei oder mehr Datenträgern.

Beim Backup stellt sich die Frage, auf welchem Medium man die Daten am besten abspeichert? Damit die Sicherung regelmäßig – am besten automatisch – erfolgt, sollte die Handhabung so einfach wie möglich sein. Auch deshalb scheidet das Brennen auf CD oder DVD aus. Vielmehr empfiehlt sich die Sicherung auf einer Festplatte, ein externer Datenträger ist dabei weniger anfällig für Datenverlust, weil er nicht ständig in Betrieb ist.

Externe Festplatten mit einer Kapazität von einem TB kosten ab 70 Euro aufwärts, solche mit doppelter Kapazität gibt es ab etwa 100 Euro. Weil es beim Backup weniger auf Höchstleistung als vielmehr auf Zuverlässigkeit ankommt, sind die maximalen Datenraten oder die Umdrehungsgeschwindigkeit der Harddisk nicht so entscheidend – ganz im Gegenteil: Langsamere Modelle werden oft weniger heiß und versprechen daher einer höhere Lebensdauer. Einige externe Datenträger verfügen zudem über einen bequemen Backup-Button.

Noch mehr Sicherheit versprechen zwei Festplatten als Raid-1-Verbund. Solche Netzwerkspeichergehäuse für zwei Datenträger, auf denen der Inhalt doppelt gespiegelt ist, gibt es schon für rund 70 Euro, hinzu kommen die beiden Festplatten.

Die besten 3,5-Zoll-Festplatten

Eine Alternative ist schließlich die Datensicherung in der Cloud, also auf einem Server im Internet. Die Zahl der Anbieter von Online-Backup-Lösungen für Privatpersonen übersteigt schon die Marke von zwei Dutzend. Hauptvorteile sind zum einen die Aktualität, da Änderungen an den Daten automatisch sofort in das Rechenzentrum übertragen werden, die Bequemlichkeit und nicht zuletzt die Sicherheit. Denn weder ein Blitzeinschlag zu Hause noch ein Wasserschaden oder ein Einbruch können Ihrem Online-Backup etwas anhaben. Inklusive Client-Software liegen die jährlichen Kosten für unbegrenzten Speicherplatz bei mindestens 50 Euro.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1685151