30.12.2010, 09:42

Benjamin Schischka

Was Sie niemals erfahren sollten

Der Feind in Ihrem Körper

Forscher an der Universität von Washington haben herausgefunden und eindrucksvoll demonstriert, dass medizinische Implantate und Geräte, die auf Wireless-Technologie basieren - also zum Beispiel über einen externen Monitor die Herzwerte oder Gehirnwellen kontrollieren - alles andere als sicher vor Hackerangriffen sind. In Labortests waren Wissenschaftler der Universitäten Washington, Massachusetts Amherst und Harvard in der Lage, die Kontrolle über einen kardiologischen Defibrillator zu übernehmen und mit ihm ein lebensgefährliches Kammerflimmern beim Patienten zu erzeugen. Weiterhin konnten sie sensible medizinische Informationen auslesen, die auf dem Gerät gespeichert waren, und sie nach Belieben verändern oder löschen.
Tadayoshi Kohno, Dozent an der Universität von Washington, sagt, dass diese Hackertechnik auch an anderen medizinischen Gerätschaften mit Wireless-Technologie angewandt werden kann, zum Beispiel an elektronischen Medikament-Dosierern und Nervenstimulatoren. "Medizinische Geräte entwickeln sich mit rasender Geschwindigkeit weiter", sagt Kohno. "In Zukunft werden sie sich eher einem voll funktionstüchtigen Computer annähern. Wir haben diese Studie durchgeführt um die Aufmerksamkeit der Ärzte, Wissenschaftler und Patienten zu erregen und auch die Sicherheitsrisiken eines solchen Gerätes aufzuzeigen."
Die Lösung: Derzeit existiert keine Möglichkeit, das Sicherheitsrisiko zu umgehen oder auszuschalten, sofern Sie auf ein medizinisches Implantat oder Gerät angewiesen sind. Allerdings sind sich die Hersteller solcher Produkte über das Risiko im Klaren. Und glücklicherweise gibt es außerhalb eines wissenschaftlichen Labors noch keine Berichte von gehackten Herzschrittmachern. Auch Tadayoshi Kohno selbst schätzt das eigentliche Risiko gering ein: "Diese Geräte sind bewundernswerte Lebensretter und ich würde niemals zögern, eines zu benutzen."
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