Das Angebot: Windows Vista für 50 Dollar, Auto CAD für 100 Dollar, Adobe Creative Suite CS3 Premium für 150 Dollar – und das alles legal dank besonderer Preiskalkulation und Großbestellungen. Wer würde da nicht auch ein Schnäppchen machen wollen? Neben Viagra-Spam und Phishing-Post gibt’s zunehmend Mails, in denen Software in der OEM-Version – also ohne Support durch den Hersteller – für einen Bruchteil des regulären Preises angeboten wird.
Das steckt dahinter: Wer genau die Software verkauft, erfährt der Kunde entweder gar nicht, oder der Anbieter ist eine unbekannte Firma ohne Postadresse und Telefonnummer, allenfalls mit einer Mailadresse. In vielen Fällen muss der Kunde auch eine Zahlung per Vorkasse leisten oder seine Kreditkartendaten an ein Unternehmen im Ausland übermitteln, das er nicht kennt. Darauf einzugehen, ist sehr leichtsinnig.
Wir haben nachgefragt, was es mit solchen Angeboten auf sich hat: „Typischerweise müsste der Kunde schon beim Preis bemerken, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugehen kann“, erklärt Alexander Hopstein von Adobe. Der Anwender erwirbt hier in nahezu allen Fällen Raubkopien, die aber, das räumt der Pressesprecher ein, immer aufwendiger produziert werden. Im Fall von Adobe müsste man von vornherein misstrauisch sein: Nach Photoshop 6.0 gab es keine OEM-Versionen der teureren Adobe-Produkte mehr. Und ob Ihnen ein solcher Anbieter, von dem Sie nur die Mailadresse und die Kontonummer kennen, wirklich die vorab bezahlte Software schickt, ist ohnehin sehr stark zu bezweifeln.
Der Nebenjob-Trick
Das Angebot: Besonders perfide machen sich manche Betrüger die schlechte Lage auf dem Arbeitsmarkt zunutze. Meist arbeiten sie per Mail, zunehmend auch per Kleinanzeige mit einem Internet-Link. Wer in einer Stellenbörse online einen Job sucht, zieht wohl ihre Angebote besonders an. Gesucht werden deutsche Mitarbeiter und „Repräsentanten“ für eine ausländische Firma, die etwa ein Konto unterhalten sollen, einige Zahlungen weiterleiten sollen oder ähnliches. Das Ganze könne problemlos von zu Hause aus erledigt werden. Klingt nach einer leichten Arbeit ohne Risiko.
Das steckt dahinter: Dieser Trick ist für die Betroffenen wirklich gefährlich. Sie erhalten etwa auf ein von Ihnen eingerichtetes Konto die erwarteten Summen. Nachdem Sie diese weitergeleitet haben – meist abzüglich einer zunächst großzügig erscheinenden Beteiligung für Ihre Arbeit, bekommen Sie Post von der Polizei oder Staatsanwaltschaft. Das auf Sie angemeldete Konto wurde für Geschäfte verwendet, bei denen der Käufer betrogen wurde. Dieser fordert nun sein Geld zurück. Eventuell müssen Sie den Geprellten deren Schaden ersetzen, in jedem Fall haben Sie Ärger. In anderen Fällen geht es um Geldwäsche. Dann könnten Sie sich sogar der Beihilfe schuldig machen.
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