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Den Sound-Dämon in Linux konfigurieren

An sich funktioniert der Sound auf Ihrem Linux-System, was Sie etwa an hörbaren Systemklängen feststellen. Manche Anwendungen bleiben trotzdem stumm. KDE- und Gnome-Anwendungen geben ihre Klänge nicht direkt auf die Soundkarte aus, sondern leiten sie jeweils weiter an einen Sound-Server (Sound-Dämon), der dann seinerseits mit der Soundkarte spricht.

Anforderung:

Fortgeschrittener

Zeitaufwand:

Hoch

Problem:

An sich funktioniert der Sound auf Ihrem Linux-System, was Sie etwa an hörbaren Systemklängen feststellen. Manche Anwendungen bleiben trotzdem stumm.

Lösung:

KDE- und Gnome-Anwendungen geben ihre Klänge nicht direkt auf die Soundkarte aus, sondern leiten sie jeweils weiter an einen Sound-Server (Sound-Dämon), der dann seinerseits mit der Soundkarte spricht. Da dieser Dämon die Soundkarte für die Dauer der Sitzung belegt, hat kein Programm eine Chance, das direkt Klänge an die Karte senden will. Umgekehrt bleiben Gnome- und KDE-Anwendungen stumm, wenn Sie keinen dieser Desktops verwenden, Sie also etwa unter Xfce arbeiten. Sie müssen deshalb die Soundkonfiguration eines betroffenen Programms an die von Ihnen verwendete Desktop-Umgebung anpassen.

Finden Sie dafür keinen eigenen Menüpunkt, dann schauen Sie, ob das Programm eine Konfigurationsmöglichkeit für Plug-ins anbietet. Oft gibt es eine eigene Kategorie "Ausgabe" für die Sound-Plug-ins. Unter KDE wählen Sie für die Soundausgabe "arts" oder "artsd", unter Gnome "esd" oder "esound". Wenn Sie weder KDE noch Gnome verwenden, sind "alsa" oder "oss" für die direkte Ausgabe die richtigen Optionen - probieren Sie aus, was besser funktioniert.

Manche Anwendungen sind allerdings nicht darauf vorbereitet, unter KDE oder Gnome zu laufen: Sie wollen den Sound immer direkt ausgeben und bieten keine Möglichkeit an, das zu ändern.

In einem Terminal-Fenster können Sie auch solche Anwendungen oft zur Zusammenarbeit mit dem Sound-Dämon überreden: Vor dem Start des betroffenen Programms geben Sie unter KDE den Befehl "artsdsp", unter Gnome "esddsp" ein. Das Kommando simuliert dem aufgerufenen Programm eine virtuelle Soundkarte und leitet den Klang an den Sound-Dämon weiter.

Manchmal hilft aber auch das nichts. Dann bleibt als letzte Möglichkeit, den Sound-Dämon so lange stillzulegen, wie die renitente Anwendung läuft. KDE tut das automatisch, wenn der Sound-Dämon eine Minute lang keine Klänge zu verarbeiten hat. Das heißt, dass Sie entweder die Minute abwarten oder eine kürzere Zeit festlegen, etwa 10 Sekunden mit "artsshell autosuspend 10". Mit "artsshell suspend" stellen Sie ihn sofort ruhig. Unter Gnome gibt es keine Automatik: Hier schicken Sie den Dämon mit

esdctl standby

schlafen. Per "esdctl resume" müssen Sie ihn manuell wieder aufwecken, wenn Sie die Anwendung beendet haben.

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