Datenverlust vermeiden

Die richtige Backup-Strategie

Montag, 20.05.2013 | 07:15 von Jürgen Donauer
Die richtige Backup-Strategie
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Überlegungen und Vorbereitung für die Backup-Strategie

Eine tragfähige Datensicherungs-Strategie muss gut durchdacht sein. Es macht keinen Sinn, schnell eine Backup-Lösung aufzusetzen, nur um später festzustellen, dass man es hätte besser machen können. Der erste Schritt besteht darin, festzulegen, welche Daten wie wichtig sind.

Kategorisieren Sie die Wichtigkeit Ihrer Daten auf dem Server. Nehmen Sie zum Beispiel drei Stufen.

Stufe Eins für das Backup

Das sind Dateien, die nicht nur einfach gesichert werden sollen. Sondern Sie wollen diese unter Umständen auch in einem älteren Zustand wieder herstellen können. Sollte sich eine Datei aus irgendwelchen Gründen als defekt erweisen und Sie können diese nicht mehr öffnen, nutzt ein einfacher Spiegel nichts. Die kaputte Datei würde auch dort defekt sein. Heben Sie diese Dateien zum Beispiel 14 Tage aus der Vergangenheit auf, verlieren Sie im schlimmsten Fall einen Tag. Wir brauchen also eine Zeitmaschine – wie Sie diese einrichten, zeigen wir weiter unten.

Die zweite Kategorie sind Daten, die eigentlich nur doppelt vorgehalten werden müssen. Hierunter fallen zum Beispiel weniger wichtige Dateien nach dem Motto: „Wenn sie weg sind ist das ärgerlich, aber nicht unternehmenskritisch“. Auch statische Dateien könnten in diese Stufe fallen. An einem MP3 oder einer Video-Datei wird sich nicht so viel ändern und ein Spiegel reicht in der Regel.

Den untersten Rang bekommen Dateien, die komplett unwichtig sind. So etwas wie temporäres digitales Gut muss man nicht zwingend sichern. Einen Spiegel hierfür einzurichten ist unter Umständen nur Verschwendung von Hardware-Ressourcen.

Partitionierung mit GParted
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Daten-Wachstum schätzen

Nachdem die Daten eingestuft sind und Sie einen Überblick der momentanen Größe haben, sollte Sie ungefähr einschätzen, wie schnell Ihre Daten wachsen. Natürlich kann man nachrüsten. Allerdings kostet Festplatten-Platz nicht mehr so viel und man will nicht dauernd an einem Server herumschrauben. Kalkulieren Sie am besten so großzügig, dass Sie mindestens zwei Jahre ihre Ruhe haben.

Sie sollten für die unterschiedlichen Bereiche verschiedene Partitionen anlegen. Somit stellen Sie sicher, dass zum Beispiel temporäre Dateien nicht allen Speicherplatz einnehmen und kein Platz mehr für die unternehmenskritischen Dateien vorhanden ist. Wenn Sie für die wichtigsten Dateien die angesprochene Zeitmaschine verwenden, brauchen Sie auf der Backup-Partition natürlich den Platzbedarf der zu sichernden Dateien mal Anzahl der aufzuhebenden Tage. Auch wenn Sie Daten-Kompression benutzen, sollten Sie dennoch mit dem schlimmsten Fall, also dem Maximum kalkulieren. Somit sind sie auf der sicheren Seite.

RAID-Systeme

Ein einfacher Weg, Daten zu sichern ist ein so genanntes RAID-System. Sinnvoll für einen Home-Server ist die Optionen RAID 1. Ein RAID 1 ist ein exakter Spiegel der Festplatte oder der Partition. Sobald Sie eine Datei auf die Festplatte speichern, schreibt das System diese zusätzlich auch auf den Spiegel - sie ist also gesichert. Somit lösen Sie die Sicherung für die oben beschrieben Kategorie 2.

Nun ist nur noch zu entscheiden, ob Sie sich für das RAID einen Hardware-Controller leisten wollen oder das via Software erledigen. Für eine geringe Anzahl an Nutzern ist die Software-Lösung vorzuziehen, da diese ganz einfach billiger ist. Moderne Linux-Kernel bringen eine RAID-Funktionalität bereits mit sich. Viele Linux-Distributionen bieten während der Installation bereits an, ein RAID zu installieren.

Montag, 20.05.2013 | 07:15 von Jürgen Donauer
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