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Online-Backup für kleinere Unternehmen

Online-Backup kann für Unternehmen eine große Erleichterung bringen. Wer seine Daten selbst sichern muss, hat Arbeit. Wer sie sichern lässt, hat wenig oder keine. Eine Reihe neuer Firmen bieten diese neue Dienstleistung inzwischen an.

Von Harry Konupitzky

Die Idee für ein neues Serviceangebot kommt oftmals aus den USA. So ist es auch dieses Mal: Backup über das Internet auch für kleine Unternehmen – der Dienst macht sich langsam aber sicher in Deutschland breit und spricht auch und gerade Firmen an, die für Backups keine eigene Infrastruktur, kein Geld und kein Know-how haben. Das ist kein Vorwurf an den Turnschuh-Admin im Mini-Unternehmen, der oft unfreiwillig in die Rolle des IT-Leiters geschoben wird, weil er auf der letzten Betriebsfeier getönt hatte: "Ich kenne mich mit Computern aus!" Plötzlich sieht er sich nämlich mit riesigen Problemen konfrontiert. Das ist eine Tatsache, die, wenn man sie übersieht, den Betrieb an der Wurzel verletzen kann.

Hochsicherheitstrakt statt Kellerregal

Online-Backup funktioniert grundsätzlich ganz einfach. Der im Betrieb Verantwortliche installiert eine Backup-Software auf den PCs oder – das bieten auch mache an – Servern. Die Software schickt alle Daten zur Sicherung auf die Server des Anbieters. Dessen Rechenzentren sind zumeist Hochsicherheitstrakte, deren Sicherheitsstandards kleine Unternehmen nie erreichen könnten. Vernichtet ein Brand oder ein anderer Schadensfall die Daten des Betriebs, liegen Kopien gesichert auf den Servern des Anbieters.

Die kleine Firma muss sich darüber hinaus keine Gedanken machen um Band- oder Plattenspeicher, auf denen er seine Daten auslagern könnte – und die mit dem Brand möglicherweise mit vernichtet würden, weil sie in einem angrenzenden Nebengebäude liegen. Die Datensätze werden schließlich verschlüsselt über eine SSL-Verbindung mit einem 128-Bit-Schlüssel verschickt. In den Provider-Rechenzentren angekommen werden die Daten dann auf Disks gesichert und zumeist mit der starken 448-Bit-Blowfish-Verschlüsselung für Unbefugte uneinsehbar gemacht.

Kontinuierliches Backup und Versioning

Die meisten Dienste sichern kontinuierlich. Das bedeutet, dass im Schadensfall nur die letzten Versionen der elektronischen Dokumente verloren gehen. Ältere Varianten sind aber vorhanden, und an die kann der Anwender anknüpfen statt wieder von vorne beginnen zu müssen. Überhaupt liegen oft mehrere Versionen eines Dokuments vor, auf das der Anwender zurückgreifen kann. Das heißt dann Versioning. In der Regel sichern die Lösungen auch auf Block-Ebene. Nur der wirklich veränderte Teil des Dokuments landet neu auf den Servern des Anbieters (inkrementelles Backup). Das geht schneller als ständig komplette Datensätze zu bewegen, von denen der Großteil zum vorherigen Backup unverändert ist. Außerdem beansprucht diese Variante weniger Bandbreite.

Die Client-Software von Carbonite beispielsweise, einem US-Anbieter, der jetzt auch in Europa und Deutschland Fuß fassen will, bietet optional neben dem zeitlich festgelegten Backup optional an, je nach Auslastung zu sichern. Ist viel zu tun, wird nicht gesichert, ist weniger los, aktiviert die Software den Vorgang. Die Arbeit des Anwenders wird nach Aussage des Herstellers kaum beeinträchtigt, da die Lösung nur geringe Ressourcen verbraucht.

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