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Bandlaufwerke: Backup-Lösung für Profis und Unternehmen

14.12.2013 | 07:19 Uhr |

Der Bandspeicher Magnetband ist der Methusalem in der IT. Und trotzdem ist die Technologie dank aktuellen Entwicklungen wie LTO-5, LTO-6 und dem Dateisystem LTFS nicht obsolet. Mit einer zukünftigen Speicherdichte bis 32 Terabyte pro Band wird der LTO-Standard auch bei wachsenden Datenmengen relevant bleiben. Wir erklären die Vorteile dieser unverwüstlichen Speichertechnik und sagen, für wen sie sich eignet.

Digitale Bandlaufwerke sind keinesfalls tot, auch wenn Tapes als Speichermedium nach fallenden Festplattenpreisen heute nur noch eine Nische bedienen. Denn Bandlaufwerke sind weiterhin relevant, wenn es um regelmäßige Backups großer Datenmengen in der Größenordnung von Terabytes und mehr geht.

Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass Bänder jetzt erhebliche Fortschritte bei Speicherkapazität und sequenzieller Schreib- und Lesegeschwindigkeit machen. Mit dem aktuellen Standard LTO-5 erreichen Bänder Datentransferraten von bis zu 140 MB/s. Und das zu einem unschlagbar günstigen Preis pro Terabyte, der sogar Desktop-Festplatten teuer erscheinen lässt. Daraus wird zwar noch keine Renaissance der Bandlaufwerke. Bänder werden aber auch in Zukunft ihren Platz als Backupmedium für große Datenmengen verteidigen.

Bandmaschine: Methusalem im digitalen Zeitalter

Erstmals kam ein Magnetband als Speichermedium für digital gespeicherte Daten mit der UNIVAC I zum Einsatz, einem frühen Großrechner von 1951, der noch auf Röhrentechnologie basierte. Mit 224 Kilobyte war die Speicherkapazität pro Band bescheiden. Die Medien und Laufwerke waren den damals üblichen analogen Tonbändern ähnlich und hatten etwa den Umfang einer Pizza.

Urahn der Bandlaufwerke: IBM 726 von 1952
Vergrößern Urahn der Bandlaufwerke: IBM 726 von 1952
© IBM

Ein Jahr später stellte IBM bereits ein Bandlaufwerk mit 1,4 Megabyte Speicherkapazität vor: Das IBM 726 war ab 1952 als Peripheriegerät für Großrechner von IBM verfügbar und speicherte Daten auf einem 720 Meter langen Celluloseband mit einer Eisenoxid-Schicht. Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von 7500 Zeichen pro Sekunde waren für damalige Verhältnisse schnell genug und das Laufwerk von der Größe eines Bücherregals wurde der erst kommerziell relevante, digitale Bandspeicher. Im Vergleich zu den gebräuchlichen Trommelspeichern hatten Bandmaschinen einen gewaltigen Vorteil: Die Medien kosteten nur einen Bruchteil und boten deutlich mehr Speicherkapazität.

Festplatte verdrängt Magnetband

Bandlaufwerke waren bis zum enormen Anstieg des Speicherplatzes auf Festplatten und deren drastischen Preisverfall vor rund zehn Jahren eine feste Größe für Backups. Nicht nur in Firmennetzwerken, sondern auch als Langzeitspeicher für einzelne Arbeitsstationen. Innerhalb der letzten 20 Jahre sind zahllose Variationen und Formate auf den Markt gekommen - und wieder verschwunden.

Denn nicht jedes Band war dem rauen Alltag wirklich gewachsen. Gerade 8-Millimeter-Bänder der 80er Jahre und später DAT-Laufwerke gerieten schnell in den Ruf unzuverlässig zu sein, da sowohl die Magnetbänder als auch die Laufwerke unter hohem Verschleiß litten. Uneinheitliche Standards und inkompatible, neuere Generationen von Tapes, die sich mit älteren Laufwerken nicht mehr lesen ließen, trugen zudem zu einer Zersplitterung des Marktes bei.

LTO Roadmap: Aktuelle und künftige Generationen im Überblick
Vergrößern LTO Roadmap: Aktuelle und künftige Generationen im Überblick
© Hewlett-Packard, IBM, Quantum; www.lto.org

Seit 2007 sind die Verkaufszahlen für Bandlaufwerke und Medien stark rückläufig, da diese Speichertechnik für Privatanwender und kleine Firmen kaum noch eine Rolle spielen. Laut den Marktforschern der Santa Clara Consulting Group gingen die Verkäufe von 1,56 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 auf 1,33 Milliarden US-Dollar zurück, ein Einbruch um 14,7%.

Grund für Optimismus gibt es nach den Aussichten der Marktforscher aber trotzdem: Während viele Bandformate definitiv auf dem Weg auf das Abstellgleis sind, soll LTO (Linear Open Tape)  seine besten Zeiten erst noch vor sich haben.

 

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