Microsoft muss vorher sagen, welche Daten es abfragt.
Frage: Bevor ich Office XP über das Internet registriere, möchte ich wissen, welche Daten dabei übertragen werden. Microsoft gibt darüber keine konkrete Auskunft. Ist das rechtlich in Ordnung?
Antwort: Der Datenschutzexperte Peter Schaar hat den Sachverhalt noch nicht abschließend geprüft. Nach seiner ersten Einschätzung müsste Microsoft Ihnen vor der Registrierung aber im Detail mitteilen, welche Daten erfasst und wie und zu welchem Zweck die Informationen verarbeitet werden. Die Grundlage für diesen Anspruch liefert §3 Abs. 5 des Teledienste-Datenschutzgesetzes (Text unterwww.netlaw.de/gesetze/tddsg.htm). Dort steht sinngemäß, dass ein Anbieter dem Anwender sagen muss, welche Informationen er über ihn speichert. Das gilt auch für anonyme Verfahren, wenn die Möglichkeit besteht, dass der Anwender zu einem späteren Zeitpunkt identifiziert werden kann.
Der Knackpunkt ist, dass Microsoft sagt, die Registrierung sei auf Wunsch völlig anonym. In den "Datensicherheitsrichtlinien für den Office Aktivierungsassistenten" steht jedoch, dass man die gespeicherten Daten aktualisieren lassen kann, wenn man Microsoft die Produkt-ID nennt (Sie finden die ID in der Info-Dialogbox von Office XP).
Das heißt: Microsoft kann vermutlich anhand der Produkt-ID den Datensatz finden, der bei der Produktaktivierung angelegt wurde. Diese Produkt-ID müssen Sie zusätzlich zu Ihrem Namen und weiteren persönlichen Daten beispielsweise auch nennen, wenn Sie etwa Microsoft-Passport - den Online-Support von Microsoft - nutzen. Das reicht nach Meinung unseres Datenschutz-Experten aus, dass §3 Abs. 5 des Teledienste-Datenschutzgesetzes greift: "Bei automatisierten Verfahren, die eine spätere Identifizierung des Nutzers ermöglichen und eine Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung personenbezogener Daten vorbereiten, ist der Nutzer vor Beginn dieses Verfahrens zu unterrichten."
Enttarnt: Über Produkt-ID und Namen lassen sich vermutlich die Registrierungsdaten finden.
Von Microsoft war nur zu erfahren, dass die Aktivierungsprozedur von Firmenjuristen geprüft und deshalb wohl in Ordnung sei. Im Übrigen werde nur ein Schlüssel übermittelt, aus dem sich nicht zurückverfolgen lasse, welche Hardware-Komponenten der Anwender einsetze. Ob Microsoft tatsächlich über die Produkt-ID auch den Datensatz finden kann, der bei der anonymen Produktaktivierung angelegt wurde, konnte oder wollte uns der Office-Hersteller bis zum Redaktionsschluss nicht sagen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Microsoft Ihnen Auskunft über die über Sie gespeicherten Daten geben muss.
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