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Das weiß Google über Sie - und so schützen Sie sich

07.03.2010 | 09:18 Uhr |

Sie mailen mit Googlemail, bearbeiten Texte mit Google Docs, orientieren sich mit Google Maps, gucken Videos auf Youtube, surfen mit Chrome, suchen im Web mit Google und analysieren den Traffic Ihrer Website mit Google Analytics? Dann hat Google viele Daten über Sie gesammelt. Wir sagen, wie Sie Ihre Privatsphäre trotzdem schützen.

Google muss wie jedes gewinnorientierte Unternehmen Geld verdienen. Das ist völlig legitim. Google macht das, indem es die Rahmenbedingungen und Flächen für Werbemittel zur Verfügung stellt, deren Inhalte möglichst optimal auf die Interessen der Google-Benutzer zugeschnitten sind. Auch das ist grundsätzlich okay, nur sollte eben jeder Anwender wissen, wo überall Google welche Daten sammelt und was damit geschieht beziehungsweise wem diese zur Verfügung gestellt werden. Gerade für Business-Anwender, die Google im Unternehmenseinsatz verwenden, spielt der Datenschutz eine ganz besonders wichtige Rolle. Grund genug, sich einmal genauer anzuschauen, wo Google welche Daten sammelt und wie man das als Anwender verhindern oder die Sammelwut von Google zumindest einschränken kann.

Die Google-Suche

Der Datenschutz steht und fällt mit der Frage, ob Sie sich für einen Google-Dienst wie beispielsweise Googlemail oder Google Texte und Tabellen anmelden (und damit wenigstens zum Teil Ihre Anonymität aufgeben), also ein Google-Konto besitzen oder Google grundsätzlich nur ohne vorherige Anmeldung nutzen.

Nehmen wir als Beispiel die Websuche mit Google. Wenn Sie für keine Google-Dienste angemeldet sind, dann sammelt zwar Google durchaus auch Daten zu Ihrer Suchanfrage (wie IP-Adresse, Suchbegriffe oder Browsertyp). Doch aus diesen lässt sich realistisch gesehen nicht wirklich auf Ihre Person schließen. Google wird Ihnen dann zwar im Laufe der Zeit immer besser auf Ihre Interessen zugeschnittene Werbung auf den Trefferseiten Ihrer Googlesuche einblenden, aber Sie bleiben trotzdem anonym. Google kennt zwar Ihre jeweilige IP-Adresse, die an Google zusammen mit Ihren Suchanfragen übermittelt wird und die laut Google neun Monate lang gespeichert werden (danach werden die letzten Stellen der IP-Adresse gelöscht). Und Google identifiziert Sie natürlich anhand der Cookies, die Google auf Ihrem PC ablegt (darin befinden sich mehrere Identifikationsnummern, die Ihnen Google zuweist). Das war es dann aber auch schon, Ihren tatsächlichen Namen und Ihre Adresse erfährt Google nicht, da Google nicht herausbekommen kann, welcher Anwender sich hinter einer IP-Adresse verbirgt - dafür benötigte Google die Daten Ihres Internet-Providers. Und an die kommen selbst Polizeibehörden nur mit richterlichem Beschluss.

Zudem muss es nicht unbedingt von Nachteil sein, wenn Google Ihre Suchanfragen auswertet und darauf zugeschnittene Werbung auf den Trefferseiten einblendet. Wer nach Testberichten zum VW Golf googelt, kann mit passenden Kaufangeboten von Auto-Händlern ja vielleicht durchaus etwas anfangen. Andererseits registriert Google natürlich, wenn Sie auf eine eingeblendete Werbung (Google Adwords) klicken – ganz offensichtlich hat die Werbung Ihr Interesse geweckt. Und wieder weiß Google ein klein wenig mehr über Sie und Ihre Vorlieben…

Tipp: Benutzen Sie die Google-Suche möglichst ohne sich für einen Google-Dienst oder für ein Google-Konto anzumelden. Gegebenenfalls lassen Sie sich eine neue IP-Adresse zuweisen, bevor Sie sich für einen Google-Dienst anmelden. Beispielsweise durch Neueinwahl oder mit Hilfe folgender Windows-Befehle, die Sie in einem Kommdozeilenfenster von Windows eintippen: Mit Ipconfig /release geben Sie Ihre aktuelle IP-Adresse frei. Mit ipconfig /renew fordern Sie anschließend vom DHCP-Server eine neue IP-Adresse an.

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