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Datenklau in Funknetzen nicht strafbar?

25.04.2002 | 15:12 Uhr |

Wer drahtlose Funknetze abhört und dabei vertrauliche Daten stiehlt, muss unter Umständen keine juristischen Folgen befürchten. Zumindest vertreten einige Juristen der Universität Bonn diese Meinung. Voraussetzung ist allerdings, dass die Funknetze nicht ausreichend gesichert sind.

Wer drahtlose Funknetze abhört und dabei vertrauliche Daten stiehlt, muss unter Umständen keine juristischen Folgen befürchten. Zumindest vertreten einige Juristen der Universität Bonn diese Meinung. Voraussetzung ist allerdings, dass die Funknetze nicht ausreichend gesichert sind, wie der Informationsdienst Wissenschaft meldet.

Zwei Juristen und ein Informatiker der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn überprüften im Rahmen einer Studie, inwieweit Funknetze gegen Datendiebstahl gesichert sind. Sie nahmen dazu Funknetze in der ehemaligen Bundeshauptstadt unter die Lupe. Mehr als die Hälfte der Funknetze erwies sich dabei als vollkommen ungesichert, selbst die einfachsten Schutzmaßnahmen unterblieben.

Dies ist besonders erschreckend angesichts der Tatsache, dass die Hilfsmittel zum Abhören solcher Funknetze frei erhältlich sind. Mit dem Gratis-Programm "Netstumbler" können Sie feststellen, wenn sich Ihr Computer/Notebook im Sendebereichs eines Funknetzes befindet. Mit Hilfe eines GPS-Empfängers können Sie dann den Sender lokalisieren. Wenn Sie dann noch einen Rechner mit einer Funkschnittstelle besitzen, stehen Ihnen die Daten der Funknetzer offen.

Die Bonner Jurist Maximillian Dornseif und der Informatiker Christian Klein fuhren mit diesem einfachen Equipment durch die Straßen von Bonn. Sie ermittelten 157 Funknetze, weitere 125 in Köln. Die Hälfte dieser Netze war ungesichert und für jeden Anwender mir der nötigen Ausstattung frei zugänglich.

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