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05.06.2008 | 12:31 Uhr |

Wer im Internet das Falsche online stellt, muss mit schlimmen Folgen rechnen. Welche Informationen Sie auf welchen Sites preisgeben können, ohne in Zukunft etwas bereuen zu müssen, lesen Sie hier.

Jeder, der sich um eine Stelle bewirbt, recherchiert erst im Internet. Wie stellt sich das Unternehmen dar? Und fast noch wichtiger: Was schreiben Angestellte der Firma auf Sites wie Jobvoting oder Kununu? Anders herum läuft es aber genauso: Auch die Firma schaut sich einen Bewerber genau an. Wo und wie taucht der Arbeitssuchende im Web auf? Hat er in letzter Zeit viel in Foren gepostet? Oder sucht er vielleicht nach kostenlosen Log-ins für Erwachsenen-Sites?

Das Internet vergisst nichts
Immer mehr Informationen sind im Internet gespeichert - auch über Anwender. Und Sie sind wahrscheinlich ebenfalls betroffen. Angaben über Ihre Person finden sich im Web entweder, weil Sie sie selbst eingegeben haben oder weil andere Leute Texte über Sie online gestellt haben. Aber nicht nur Texte: Auch Fotos und Videos tauchen immer öfter im Internet auf. Unangenehm ist, dass sie - nüchtern betrachtet - oft Ansichten bieten, die nicht jeder sehen sollte. Trotzdem bleiben sie über Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, für jedermann aufrufbar.

Das sollten Sie nicht online stellen
Was im ersten Moment vielleicht nach einem lustigen Schnappschuss von Ihnen bei einer bierseligen Party aussieht, macht bei nächster Gelegenheit auf den Personaler der Wunschfirma, den Kreditgeber bei der Bank oder die Nachbarn wohl keinen so guten Eindruck. Fotos und Videos sollten Sie nur dann für alle sichtbar online stellen, wenn Sie diese auch wirklich jedem zeigen möchten. Das gilt entsprechend für schriftliche Äußerungen, und ganz besonders, wenn Sie diese - warum auch immer - unter Ihrem tatsächlichen Namen veröffentlichen haben. Seien Sie vor der Preisgabe so kritisch wie nur irgend möglich, und wägen Sie bei jedem Detail genau ab, ob Sie es verraten wollen. Beispiel: Sie geben in einem Forum einen Tipp gegen Rückenschmerzen. Eine Suchmaschine kann Sie dann mit einer chronischen Krankheit in Verbindung bringen. Im schlimmsten Fall wird Ihr Antrag bei einer Krankenversicherung abgelehnt - schließlich scheinen Sie an einer nicht nur schmerzhaften, sondern für die Versicherung auch sehr teuren Krankheit zu leiden.

Machen Sie den Selbsttest
So gut wie jeder hat sich schon mal selbst gegoogelt. Wenn nicht, sollten Sie es nachholen, denn über erstaunlich viele Menschen hat Google etwas in seinem Index gespeichert. Lediglich zu völligen Medienverweigerern gibt es kaum Fundstellen. Auch Menschen mit sehr häufigen Namen werden wahrscheinlich nur wenige Treffer zu sich selbst fürchten müssen. So liefert Google etwa für "Peter Müller" rund 1,2 Millionen Ergebnisse. Doch Entwarnung gibt's auch für diese Namensträger nicht: Denn wenn man von Peter Müller auch den Wohnort kennt (der sich oft etwa über seine Telefonnummer herausfinden lässt) und damit die Suche einschränkt, führt das bei kleinen Orten zu überschaubaren Trefferlisten.

Mehr als Google: Google alleine enthüllt gar nicht alles über Ihre Spuren im Web. Mittlerweile gibt es spezielle Personensuchmaschinen, die sehr detaillierte Profile zu jedem Internet-Surfer anlegen. Als Grundlage dafür benutzen die Dienste natürlich auch Google, erweitern diese Datenbank aber um Fundstellen aus Community-Sites wie Linkedin, Facebook, Myspace, Spock, Twitter, Yahoo!360 und Xing. Der Dienst Yasni berücksichtigt dabei auch spezielle deutschsprachige Sites. Wer etwa beim Online-Versender Amazon einen Wunschzettel führt, der wird diesen auch bei Yasni wiederfinden. Die meisten dieser Personensuchmaschinen erlauben es, das eigene Profil zu verändern und Einträge darin zu löschen. Das hat den Vorteil, dass Sie Ihre Amazon-Wunschliste im Profil bei Yasni entfernen können. Es hat aber auch den Nachteil, dass Sie sich dafür bei Yasni registrieren müssen. Dann weiß der Dienst auch gleich, dass es Sie und Ihr Profil wirklich gibt. Suchtipp: Wenn Sie nach einem Namen suchen, bekommen Sie in der Regel bessere Treffer, wenn Sie Vor- und Nachnamen zusammen in Anführungszeichen setzen.

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