29.07.2011, 10:05

Megan Geuss

Eigenbeteiligung

Alles besser selbermachen?

Selbst, wenn Sie alles richtig gemacht haben und Ihr Handy nach exakten Anleitungen von Ihre Daten befreien, können Sie sich überlegen, ob Sie es von einer weiteren Person nochmals auf Rest-Daten überprüfen lassen. Prädestiniert aber überdurchschnittlich teuer sind für diesen Zweck beispielsweise Forensik-Firmen für Mobilgeräte. Christopher Shin arbeitet bei einer solchen Firma als Technik-Vorstand. "Ein Handy verhält sich in vielerlei Hinsicht wie ein PC", so Shin. "Wenn Sie Daten löschen, sind sie eigentlich gar nicht wirklich weg. Ein talentierter Daten-Dieb kommt über das Handy daher schnell an eben die Daten, die er haben will." Shins Firma hat ein riesiges Arsenal an Tools für verschiedene Handy-Modelle, Betriebssysteme und Hardware entwickelt. Diese forensischen Produkte können Daten aus über 3500 verschiedenen Mobilgeräten wiederherstellen, von iPhones bis hin zu Garmin GPS-Systemen. Allerdings arbeitet die Firma ausschließlich für Regierungsstellen.
Man sollte allerdings auch bedenken, dass es für jemanden ohne Hacking-Erfahrungen extrem schwierig ist, gelöschte Daten von einem Handy wiederherzustellen. Insbesondere, weil so viele verschiedene Betriebssysteme und Modelle mit unterschiedlichen Herangehensweisen existieren. Und viele dieser Betriebssysteme funktionieren beispielsweise nicht mit der üblichen Datenrettungs-Freeware, die man kostenlos im Internet herunterladen kann. Gleichzeitig ist aber auch kein Smartphone - egal ob Android, Blackberry oder iPhone - davor gefeit, forensisch analysiert zu werden. Ja, auch beim vermeintlich so sicheren iPhone gilt: Egal, wie viele Sicherheitsvorkehrungen Apple trifft, Hacker werden sie knacken.
Wie stellen Sie also sicher, dass niemand außer Ihnen selbst einen Blick auf Ihre Daten wirft? Zu allererst kümmern Sie sich selbst so gut wie möglich darum, dass Sie Ihre Daten vom Handy löschen, bevor Sie es an Dritte weitergeben. Unterschiedliche Modelle erfordern dabei unterschiedliche Vorgehensweisen. Oft hilft beim Handy zum Beispiel schon die Wiederherstellung des Werkszustands im Hauptmenü. Werfen Sie vorher also unbedingt einen Blick ins Handbuch oder auf die Webseite des Herstellers, um alles richtig zu machen. Zur Not finden sich auch im Netz sehr gute Schritt-für-Schritt-Videoanleitungen für jedes Handy.
Wenn Sie sich wirklich Sorgen darüber machen, dass jemand unauthorisiert an Ihre Daten gelangt, sind Handy-Modelle von BlackBerry grundsätzlich eine gute Wahl. Wenn Sie bei denen den Werkszustand wiederherstellen und das Handy anschließend 30 Tage lang nicht anrühren, organisiert sich der Speicher automatisch neu und macht es für Hacker so schwieriger, an Ihre Daten heranzukommen. iPhone-Apps wie iErase und Android-Apps wie ShreDroid überschreiben gelöschte Daten auf Ihrem Handy außerdem mit wahllosen Nullen und Einsen, nachdem Sie einen Werks-Reset durchgeführt haben.
Keine dieser Lösungen ist wirklich perfekt - und auch nach wirklich gründlicher Reinigung können sich noch Daten auf Ihrem Handy befinden. Wenn Sie also besonders paranoid sind, machen Sie's wie Paul Henry von vNet Security: nehmen Sie das Handy auseinander und schlagen Sie die Speichereinheiten mit einem Hammer entzwei. Dann kriegen Sie im Idealfall noch etwas Geld fürs Altmetall.
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