Windows (98, ME, 2000, XP) gibt vor, dass sich der Anwender „Alle Dateien und Ordner anzeigen“ lassen kann. Das verspricht der Explorer mit der entsprechenden Option unter „Extras, Optionen, Ansicht“. Versteckte Dateien halten Sie in der Tat für überflüssig – Sie sind Windows-Profi und wollen selbst kontrollieren, was geschieht.
Die PC-WELT klärt auf: Unter FAT(32) hat das System wenige Möglichkeiten, Datei-Objekte nachhaltig wegzusperren. Die bescheidenen Datei-Attribute „System“ und „Versteckt“ darf jeder Anwender selbst setzen oder entfernen. Folglich ist beim FAT-System die genannte Option weitgehend glaubwürdig.
Nur in einigen Shell-Ordnern mit eigener Class-ID wird zumindest unter der Explorer-Oberfläche versteckt, was Microsoft nicht zeigen will. Auf NTFS sorgt schon der Treiber NTFS.SYS dafür, dass Meta-Dateien ungeachtet aller Oberflächeneinstellungen ausgeblendet bleiben – also Dateien, die Infos über andere Dateien enthalten, wie die $Mft (Master File Table im Hauptverzeichnis),das $Logfile oder die $Attrdef mit den Datei-Attributen. Eine Spezialität sind ferner Streams, mit denen sich Dateien in anderen Dateien verstecken lassen. Einen Eindruck von den Möglichkeiten erhalten Sie, wenn Sie Notepad wie folgt aufrufen:
notepad test.txt:s1.txt
Sie schreiben jetzt in den Stream S1.TXT der Datei Test.TXT. Nach dem Speichern erscheint die Datei Test.TXT leer. Nur beim erneuten Aufruf der obigen Zeile – also wenn Sie den versteckten Stream-Namen wissen– taucht der Text wieder auf. Eine Datei kann beliebig viele versteckte Streams enthalten.
Ein Kuriosum aller Windows-Versionen: Das Start-Menü kümmert sich nicht um die Explorer-Einstellungen – versteckte Dateien zeigt es einfach nie an. Eigentlich sollte das Menü alle Dateien und Ordner wiedergeben, die in den entsprechenden Ordnern liegen. Unter Windows 98/ME ist dies der Ordner „Startmenü“ im Windows-Verzeichnis oder unter „Profile“. Bei 2000 und XP liegt der Ordner in den persönlichen Pfaden unter „%Userprofile%\Startmenü“. Um zu sehen, was wirklich im Start-Menü liegt, öffnen Sie eine Explorer-Ansicht des Ordners, indem Sie rechts auf „Start“ klicken und dann auf „Explorer“ gehen. Bei 2000/XP bietet sich noch die Option „Öffnen– Alle Benutzer“ an, die Sie zu „%Allusersprofile%\Startmenü“ bringt.
Das eigenwillige Verhalten des Start-Menüs hat einen praktischen Nebeneffekt: Sie können etwa einem Link eine Tastenkombination und dann das „Versteckt“-Attribut zuweisen. Die Verknüpfung ist damit im Start-Menü unsichtbar, doch der Hotkey funktioniert.
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