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Dashcams - Spionage-Kameras fürs Auto

19.08.2013 | 10:06 Uhr |

An der Windschutzscheibe befestigte Dashcams filmen das Geschehen auf der Straße. So lassen sich schöne Urlaubstouren festhalten. Viel spannender aber: Bei einem Unfall kann das Video als Beweis dienen. Wir stellen einige Modelle vor und skizzieren die rechtliche Situation.

Der Meteoriteneinschlag in Russland im Februar 2013 hat die Kameras, die den Sichtbereich des Fahrers aufzeichnen, bekannt gemacht. Denn einen Großteil der Videos zu diesem seltenen Naturereignis verdanken wir den sogenannten Dashcams, also Kameras, die auf dem Armaturenbrett oder hinter der Windschutzscheibe eines Fahrzeugs befestigt werden. Speziell in Russland sind diese Kameras angesichts der mitunter sehr rabiaten Zustände auf Russlands Straßen bei Autofahrern sehr beliebt, da sich damit Überfälle oder unverschuldete Unfälle dokumentieren lassen.

Nützliches Technik-Zubehör fürs Auto

Die Einsatzmöglichkeiten beschränken sich jedoch nicht nur auf unschöne Erlebnisse. Auch die Urlaubstour durch atemberaubende Landschaften lässt sich mit einer Dashcam für die Daheimgebliebenen archivieren.

Dashcams können zur Beweissicherung bei einem Unfall dienen
Vergrößern Dashcams können zur Beweissicherung bei einem Unfall dienen
© iStockphoto/redhumv

Funktionsweise und Modellauswahl

Die Kameras befestigt man meist per Saugnapf an der Windschutzscheibe und versorgt sie über einen integrierten Akku oder den Zigarettenanzünder mit Strom. Die Kamera speichert auf der eingesteckten Speicherkarte das abgefilmte Geschehen von der Straße in einer Endlosschleife. Ist die Karte voll, überschreibt sie automatisch die ältesten Videos mit neuem Material.

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Neben dieser Grundfunktion bieten hochwertige Geräte beispielsweise einen GPS-Sensor, einen Nacht-Modus oder einen Bewegungsmelder. Ein integriertes Mikrofon kann zusätzlich Gespräche im Innenraum des Fahrzeugs mitschneiden, hier sollte jedoch vorher die Erlaubnis der Mitfahrer eingeholt werden.

Die rechtliche Situation

Die Anschaffung sowie der Betrieb einer Dashcam sind erlaubt, schwierig wird die rechtliche Situation, wenn es um die eigentlichen Aufnahmen geht. Die meisten Mitschnitte zeigen Fahrzeuge, Nummernschilder oder Passanten. Eine vorherige Einwilligung für diese Aufnahmen lässt sich verständlicherweise nicht einholen.

Spionage-Kamera für Ihr Auto im Test

Das Amtsgericht München ist in einem aktuellen Urteil jedoch zu dem Schluss gekommen, dass private Aufnahmen zu Beweiszwecken in einem Zivilprozess Verwendung finden dürfen. Bei unverschuldeten Unfällen sollten die Videomitschnitte der Dashcam die eigene Situation also deutlich verbessern können.

Nicht erlaubt ist jedoch das Onlinestellen von vermeintlich witzigen Situationen oder Unfällen, in denen fremde Personen zu sehen sind. Ebenfalls zu bedenken ist, dass die Autokamera auch das eigene Fehlverhalten dokumentiert. Polizisten dürfen die Dashcam einziehen und die darauf gespeicherten Daten auswerten. Werden dann Rotlichtvergehen oder gefährliche Überholmanöver gefunden, kann sich das Plus an rechtlicher Sicherheit schnell als Eigentor erweisen.

Tipps zum Kauf einer Dashcam

Zwar bieten auch namhafte Hersteller Autokameras an, ein Großteil der Geräte stammt jedoch aus Fernost. In solchen Fällen birgt bereits die Installation aufgrund einer minimalen Anleitung ein hohes Frustpotential. Entsprechend empfiehlt sich der Kauf im Handel oder bei einem großen Versender, der ein Rückgaberecht gewährt. In unserer Galerie geben wir Ihnen einen Überblick über unterschiedliche Dashcam-Modelle und stellen Ihnen auch eine Kamera-Alternative per Android-App vor.

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