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Marktübersicht

Das schnelle WLAN: Alle Geräte mit 11ac

17.07.2013 | 09:00 Uhr |

Vor rund einem Jahr gingen die ersten Router mit dem neuen WLAN-Standard 802.11ac an den Start. Jetzt legen die Hersteller nach: Es gibt eine größere Auswahl bei Routern und Adaptern – und auch immer mehr Smartphones und Notebooks sind mit 11ac-Tempo im Funknetzwerk unterwegs.

Fast jeder Router-Hersteller bietet inzwischen ein 11ac-Gerät an. Kein Wunder, denn die Tempo-Vorteile des neuen Standards überzeugen: Bis zu 1750 MBit/s können Router theoretisch übertragen, wenn sie parallel über die Frequenzen 2,4 und 5 GHz funken. Zwar bleibt das Praxis-Tempo wie immer bei WLAN deutlich hinter den Herstellerangaben zurück, wie Router-Tests zeigen . Doch das Tempo-Plus durch 11ac ist spürbar – und notwendig: Immer mehr mobile Geräte – Notebook, Tablet, Smartphone – klinken sich ins heimische WLAN ein, und sollen immer mehr Daten übertragen. Dazu zählt zum Beispiel das Streamen von Full-HD-Videos oder das Kopieren größerer Datenmengen zwischen den WLAN-Geräten. Zwar ist 11ac noch nicht endgültig verabschiedet – der Standard befindet sich noch im Entwurfsstadium (Draft 2.0). Die technischen Grundlagen sind allerdings schon festgeschrieben, so dass sich immer mehr Hersteller trauen, Geräte auf den Markt zu bringen.

Neue 11ac-Router: Mehr Auswahl und günstiger

Die Preise der ersten 11ac-Router lagen sehr hoch – meist über 200 Euro. Jetzt gehen die Preise nach unten – und es gibt mehr Auswahl: Schon für rund 100 Euro bekommen Sie beispielsweise 11ac-Router von D-Link und Zyxel. Die sind natürlich deutlich schwächer ausgestattet als die großen Maschinen: Sie liefern ein deutlich geringeres Maximaltempo, weil sie nur einen Datenstrom übertragen, und verzichten auf einen USB-Anschluss und einen Gigabit-Switch.

In der Preisklasse um 150 Euro tummeln sich Router mit 2x2-Streams: Sie erreichen also ein Maximaltempo von 867 MBit/s über 5 GHz und 300 MHz über 2,4 GHz – und werden daher etwas unscharf als AC1200-Router bezeichnet. Ein LAN-Switch mit Gigabit-Tempo ist bei ihnen Standard wie auch mindestens ein USB-Anschluss. Einige neue Router dieser Preisklasse haben sogar einen USB-3.0-Anschluss wie der D-Link DIR-860L oder der Linksys EA6300.

11ac-Router mit USB 3.0: Sitecom WLR-8100
Vergrößern 11ac-Router mit USB 3.0: Sitecom WLR-8100
© Sitecom

Router aus der Königsklasse: Top-Tempo und USB 3.0

Ab rund 200 Euro beginnt die Router-Königsklasse: 3x3-Streams sorgen für 1300 plus 450 MBit/s. Hier finden Sie meist eine USB-3.0-Buchse, manchmal sogar einen zweiten USB-2.0-Anschluss, wie beim Sitecom WLR-8100 X8. Das künftige Top-Produkt de rFritzbox-Reihe von AVM, die Fritzbox 7490, wird sogar zwei USB-3.0-Anschlüsse mitbringen. Es soll ab September erhältlich sein. USB 3.0 soll nicht nur eine höhere Datenrate zwischen Router und einer angeschlossenen Festplatte ermöglichen, sondern durch die höhere Stromversorgung für einen stabileren Betrieb sorgen. Die vom PC gewohnten Transferraten über USB 3.0 dürfen Sie am Router aber nicht erwarten, weil die Router-CPUs deutlich langsamer sind.

Der Grund für die größere Anzahl an neuen Routern ist unter anderem, dass es mehr Chipsatz-Lieferanten gibt. Die ersten 11ac-Router arbeiten alle mit einem Broadcom-Chipsatz, jetzt ist zum Beispiel Qualcomm in den Routern von Sitecom zu finden.

Der D-Link DIR-860L nutzt bis zu sechs Antennen fürs Beamforming
Vergrößern Der D-Link DIR-860L nutzt bis zu sechs Antennen fürs Beamforming
© D-Link

Neue Funktionen: Beamforming ist nicht immer dabei

Die Router von Sitecom unterstützen aber derzeit noch nicht Beamforming – wie beispielsweise auch die ersten 11ac-Router von Netgear. Für den R6300 sowie den USB-Adapter A6200 von Netgear gibt es aber inzwischen ein Firmware-Update, dass diese Funktion nachrüstet. Beamforming verbessert Signalqualität der Übertragung und sorgt damit für mehr Datendurchsatz oder eine bessere Reichweite. Die Signale der Router-Antennen werden so gesteuert, dass sie beim Empfänger ein besseres Signal ergeben - je mehr Antennen ein Router dafür einsetzen kann, desto besser das Ergebnis. 11ac schreibt im Gegensatz zu 11n ein einheitliches Verfahren für Beamforming vor.

11ac im Riesen-Smartphone: Samsung Galaxy Mega
Vergrößern 11ac im Riesen-Smartphone: Samsung Galaxy Mega
© Samsung

11ac in Smartphones und Tablets

11ac-Chips in Tablets und Smartphones sollen stromsparender arbeiten als die Vorgänger-Module mit 11n. Deswegen werden viele Hersteller vor allem ihre Top-Produkte mit 11ac ausstatten – wie es beim HTC One und dem Samsung Galaxy S4 schon der Fall ist. Das wiederum wird wohl dazu führen, dass die Nutzer schneller auf den 11ac-Standard umschwenken werden als das bei 11n der Fall war. Eine wichtige Rolle dürfte hier Qualcomm spielen: Die Firma stellt nicht nur Smartphone-CPUs her wie den Snapdragon S4, sondern auch passende 11ac-Module.

Eines der ersten Notebooks mit 11ac: Das neue Apple Macbook Air
Vergrößern Eines der ersten Notebooks mit 11ac: Das neue Apple Macbook Air
© Apple

WLAN zum aufrüsten für Notebook, PC und TV

Notebooks mit 11ac sind dagegen noch Mangelware: Apple hat das neue Macbook Air mit 11ac ausgestattet – passend zu den neuen Modellen des eigenen Routers Airport Extreme und der WLAN-Festplatte Time Capsule. Das 11ac-Modul AC7260 ist Teil der neuen Intel-Notebook-Plattform Haswell. Bisher ist die Half-Mini-Card aber noch kaum in Notebooks zu finden.

Wollen Sie PC und Laptop schon jetzt mit einem passenden 11ac-Adapter ausstatten, bietet sich ein USB-WLAN-Stick an. Asus hat außerdem eine PCI-Express-Steckkarte im Angebot, mit der Sie den PC auf 11ac-Tempo bringen können. Auch Fernseher und Spielekonsole lassen sich auf 11ac aufrüsten: Von Buffalo und Linksys beispielsweise gibt es dafür Media-Bridges, die TV und Konsole per Ethernet ins WLAN einbinden.

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