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Das richtige Speichermedium für Ihre Daten

10.02.2015 | 18:45 Uhr |

Je nach Einsatzzweck, Datenvolumen und Budget bieten sich verschiedene interne und externe Speichermedien an – etwa Festplatten, Solid State Drives, USB-Sticks und Network Attached Storage. Wir geben einen Überblick.

Bereits vor dem Kauf eines neuen PCs und Notebooks sollte man sich ausreichend Gedanken über die Speicherausstattung machen – konventionelle Festplatte, schnelle SSD (Solid State Drive) oder beides in Kombination? Dabei sind in der Regel drei Faktoren maßgebend: Preis, Speicherkapazität und Geschwindigkeit. Für herkömmliche Festplatten sprechen das Datenvolumen von bis zu 8 TB sowie der günstige Preis von rund fünf Cent pro GB. Für eine SSD spricht dagegen die immens hohe Geschwindigkeit, die sich insbesondere beim Booten von Windows sowie beim Lesen und Schreiben großer Dateien bemerkbar macht. Auch wenn die Preise für SSDs in den letzten Monaten rapide gefallen sind, liegt der Durchschnittspreis für ein GB noch immer bei vergleichsweise hohen 35 Cent. Darüber hinaus ist derzeit bei 1 TB Speicherkapazität für rund 350 Euro Schluss. Alles andere ist für Privatanwender nicht bezahlbar.

Eine Sonderstellung nehmen hier die Hybridfestplatten ein. Dabei wird eine herkömmliche, magnetische Festplattentechnik mit einem Solid-State-Speicher zu einem Gerät kombiniert. Insbesondere in Notebooks kommen solche Hybriden zum Einsatz: Meistens gibt es 8 GB schnellen Flash-Speicher und 500 GB Magnetspeicher. Windows erkennt eine Hybridfestplatte und kopiert die meistverwendeten Programm- und Betriebssystemdateien in deren Flash-Teil. Das sorgt dann zum Beispiel für einen beträchtlichen Geschwindigkeitszuwachs beim Windows-Start.

Aber nicht nur Käufer von neuen Desktop- Rechnern und Notebooks profitieren von den Vorteilen einer SSD. Wegen ihrer 2,5-Zoll-Bauart finden die Solid State Drives mühelos anstelle der bisherigen Festplatte in Notebooks Platz und verleihen ihnen einen Turbo-Boost – vorausgesetzt, das Notebook hat eine SATA-6-Schnittstelle. Ansonsten wird die schnelle SSD ausgebremst. Das gilt übrigens auch für Desktop-PCs. Die Handbücher liefern entsprechende Informationen.

Lange her: Alte IBM-62-PC-Festplatte aus dem Jahr 1979 mit 6 x 8 Scheiben und insgesamt rund 65 MB Speicher. Heute würde der Speicherplatz gerade noch so für ein als MP3 gespeichertes Musikalbum reichen.
Vergrößern Lange her: Alte IBM-62-PC-Festplatte aus dem Jahr 1979 mit 6 x 8 Scheiben und insgesamt rund 65 MB Speicher. Heute würde der Speicherplatz gerade noch so für ein als MP3 gespeichertes Musikalbum reichen.

Welche Daten auf welchem Speicher landen sollten

Grundsätzlich stellt sich immer die Frage, für was man riesige Speicherkapazitäten und die Geschwindigkeit tatsächlich benötigt. Die Entwicklung der Festplattentechnologien folgt seit Jahren einem Trend: Doppelter Speicher zum gleichen Preis. Das man heute ein Vielfaches mehr an Speicherplatz benötigt als noch vor wenigen Jahren, hat ganz triviale Gründe: Ein komplett installiertes Windows 8.1 mitsamt Office 2013 und einigen Büro- und Grafikanwendungen kommt in der Regel mit rund 60 GB Speicherplatz auf dem Datenträger aus. Zum Vergleich: Windows 98 und Office 97 gaben sich im letzten Jahrtausend mit weniger als 250 MB auf der Festplatte zufrieden.

Wer seine MP3-Sammlung sowie sein Film- und Fotoarchiv auf dem lokalen PC sichern möchte, muss genügend Platz einplanen, um auch für die folgenden Monate gerüstet zu sein. Für zehn Musikalben im MP3-Format sollte man rund 700 bis 800 MB kalkulieren. Ein 90-Minuten- Film in 1080p-HD-Qualität beansprucht um die 8 GB, und die 100 Fotos vom letzten Familienausflug bringen es in Summe leicht auf 500 MB, je nach Kamera und Auflösung der Fotos sogar auf ein Vielfaches davon.

In der Praxis hat sich das Zusammenspiel zwischen herkömmlicher (großer) Festplatte und (kleiner) SSD etabliert. Die SSD sorgt für die Geschwindigkeit von Windows und Anwendungen, die Festplatte für den Speicherplatz von Dokumenten, MP3s, Fotos und Videos. Wer viele Programme oder Spiele auf seiner SSD installiert, wird ein entsprechend großes Modell mit 512 GB bevorzugen. Für die Nutzung eines PCs als Office- und Surfrechner sollte eine günstige SSD mit 128 beziehungsweise 256 GB vollkommen ausreichen.

Die Technik hinter Solid State Drives

Solid State Drives sind schneller als herkömmliche Festplatten – sowohl beim Erstellen und Kopieren von Dateien als auch beim Starten und Herunterfahren von Windows.
Vergrößern Solid State Drives sind schneller als herkömmliche Festplatten – sowohl beim Erstellen und Kopieren von Dateien als auch beim Starten und Herunterfahren von Windows.

Interner oder externer Speicher

Wer alleine oder in der Familie nur einen PC oder ein Notebook besitzt und keine Mediendienste am Tablet, Fernseher oder an der Spielekonsole nutzt, kann alle seine Daten lokal sichern und Sicherungskopien auf eine externe Festplatte schreiben. Die steckt fest verbaut in einem Gehäuse oder temporär in einem Festplatten-Dock. So lässt sie sich nach dem Backup wieder an einer sicheren Stelle verwahren. Als externer Speicher dient auch ein USB-Stick, der in verschiedenen Speichergrößen mit bis zu 512 GB angeboten wird. Bezogen auf die Speicherkapazität sind USB-Sticks sogar teurer als SSDs. Aufgewogen wird der Preisnachteil durch die Mobilität der Daten.

Zunehmend in den Fokus rücken NAS-Systeme: Immer mehr Nutzer schließen zu Hause zwei oder drei Rechner zu kleinen Netzwerken zusammen und wollen Daten auch dann bereitstellen, wenn nicht alle Computer laufen. Und da ein Dateiserver auf Windows- und Linux- Basis nicht zuletzt aufgrund des vergleichsweise hohen Administrationsaufwandes nicht infrage kommt, greifen diese Anwender verstärkt zu NAS-Systemen – die im Grunde genommen auch eine Art Server darstellen, da sie einige typische Funktionen besitzen.

Für Privatbenutzer interessante Netzwerkspeicher gibt es in verschiedenen Größen. Die Spanne der Festplattenkapazität reicht bis 24 TB bei vier Festplatten mit jeweils 6 TB Größe. Inklusive passendem NAS wie etwa dem Synology DS415play sind rund 1400 Euro fällig. Ein für die private Nutzung ausreichendes NAS mit 4 GB Gesamtspeicher ist je nach Hersteller bereits für weniger als 250 Euro zu haben.

In den meisten NAS-Systemen sind SATA-Festplatten im 3,5-Zoll-Format verbaut. Ausnahmen sind hier Geräte, die auf Kompaktheit getrimmt wurden. In diesen Systemen verbauen die Hersteller häufig 2,5-Zoll-Notebook- Festplatten. Da die kleinen Festplatten jedoch wesentlich teurer sind, steigt auch der Preis für das NAS-System dementsprechend.

Weitere Aspekte sprechen für ein NAS, allen voran seine Einbindung in das Heimnetzwerk und die Bereitstellung von Musik, Videos und Fotos für alle unterstützten Geräte. Das sind nicht nur PCs und Notebooks, sondern auch Tablets und Smartphones, Fernseher, Medienplayer, Spielekonsolen und Audio-Receiver. Und wer zu Hause einen FTP- oder Webserver betreiben möchte, der kann sein NAS entsprechend einrichten, Benutzer anlegen und Zugriffsrechte einstellen. Dann haben auch andere was von Ihrem Speicher.

Cloud-Speicher - Pro und Contra Datenwolke

Bei den heutigen Festplattengrößen, den günstigen externen Festplatten und den leicht einzurichtenden NAS-Lösungen muss niemand massenhaft Fotos, Musik oder Texte ins Internet sichern. Dagegen spricht neben dem Datenschutzaspekt vor allem der meist langsame Upload. Nachvollziehbare Motive für den Einsatz von Cloud-Speicher sind hingegen folgende: Wichtige Daten wie Kontakte, Kennwörter und Projektdaten sollen zentral von jedem Ort und Gerät aus zugänglich sein. Zudem möchte man besonders wichtige Dateien zusätzlich zur lokalen Sicherung in der Cloud verwahren, damit sie auch einen Elementarschaden zu Hause überleben. Und falls man Dateien für andere bereitstellen möchte, spielt ein Cloud-Dienst wie Dropbox , Google Drive und Microsoft Onedrive seine Stärken dank einfacher Freigabeoptionen aus.

Für diese Einsatzzwecke genügen die kostenlosen zwei bis fünf Gigabyte in der Regel vollkommen, wie sie etwa Dropbox anbietet. Nutzen Sie immer erst das Kontingent eines Anbieters: Je mehr Sie Ihre Daten über verschiedene Anbieter streuen, desto schneller geht der Überblick verloren und desto größer wird der Aufwand, sensible Daten überall konsequent zu verschlüsseln.

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