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Das perfekte Linux für Ihr Netbook oder Notebook

24.06.2013 | 11:14 Uhr |

Die Linux-Gemeinde bietet für neue wie für ältere Netbooks und Notebooks ideale System-Kandidaten. Das nahende Ableben von Windows XP Anfang 2014 macht die Suche nach einer geeigneten Linux-Distribution aber vor allem auf älteren Geräten zur aktuellen Pflicht: Wir empfehlen und beschreiben zwei Distributionen mit seltsamen Namen, aber grundsolider Technik.

Hinweis März 2014: Die Weiterentwicklung von Easy Peasy stockt. Das Projekt Fuduntu haben die Verantwortlichen sogar eingestellt.

Beginn des ursprünglichen Artikels:

Es gibt eine Reihe von Spezial-Distributionen für Netbooks und Notebooks, bei denen zum einen Teil ein möglichst sparsamer Ressourcenverbrauch, zum anderen Teil möglichst geringer Stromverbrauch im Vordergrund steht. Nennenswerte Kandidaten sind Bodhi Linux, Easy Peasy, Eeebuntu, Fuduntu, Puppy Linux oder Slax.

Unsere Empfehlungen

Fuduntu für gut ausgestattete Notebooks und Easy Peasy für Netbooks und schwächer bestückte, ältere Notebooks. Fuduntu 2013.2 ist ganz aktuell, bietet gute Hardware- Unterstützung, problemlose Installation und einen klassisch-konservativen, aber ansprechenden Desktop. Besonderes Highlight ist der geringere Stromverbrauch gegenüber anderen Distributionen – 15 bis 20 Prozent längere Akkulaufzeiten sind realistisch. Easy Peasy 1.6, vormals Ubuntu EEE, basiert auf Ubuntu 10.10 und verbindet ein attraktives und funktionales Desktop-Konzept mit guter Software- Basis und sehr sparsamen Hardware- Ansprüchen.

Easy Peasy einrichten und nutzen

Das Netbook-System Easy Peasy 1.6 wurde ursprünglich unter dem Namen Ubuntu Eee entwickelt und dann umbenannt. Das Überzeugende am Konzept des Easy-Peasy-Desktops ist sein konsequenter Vollbildmodus für alle Programme, der vor allem kleinen Displays von Netbooks entgegenkommt. Dafür kommt das Tool Maximus zum Einsatz, das automatisch jedes Programmfenster maximiert. Für ein auf jedem Bildschirm übersichtliches Startmenü sorgt der Netbook-Launcher.

Easy Peasy 1.6 ist nicht auf Heft- DVD. Sie erhalten das ISO-Image unter www.geteasypeasy.com . Mit Unetbootin können Sie das heruntergeladene ISO-Image zunächst boot-fähig auf einen USB-Stick transportieren und dann das Live-System booten und testen. Dieses ist englischsprachig. Mit „Favorites fi Install Easy Peasy 1.6“ installieren Sie die Distribution auf Festplatte und wählen dabei Deutsch als Systemsprache.

Das attraktive Menü – ebenfalls im Vollbild – lässt sich über „System fi Einstellungen fi Hauptmenü“ individuell anpassen. Dabei können Sie sowohl neue Kategorien wie zusätzliche Programme einrichten. Der Taskwechsel bereits laufender Programme erfolgt über die Panelleiste oben oder mit Alt-Tab. Eventuell erwünschte Ausnahmen beim allgemeinen Vollbildmodus stellen Sie mit dem gconf-editor unter „apps fi maximus“ ein.

Easy Peasy 1.6 kommt mit einem GB Speicher locker zurecht: Der Footprint im Speicher startet bei knapp 200 MB und wächst im Laufe der Sitzung allenfalls auf 400 MB. Netbooks und Notebooks mit ein oder zwei GB RAM sind daher die idealen Kandidaten. Da Easy Peasy nur als 32-Bit-Variante verfügbar ist, sollte das Gerät maximal 4 GB RAM besitzen, die dann bereits nicht mehr vollständig genutzt werden (das System adressiert maximal circa 3,2).

Als Ubuntu-basierende Distribution hat Easy Peasy den Vorteil, dass es mit regelmäßigen Updates aus den Ubuntu- Paketquellen versorgt wird. Sie installieren diese wie gewohnt mit apt-get oder der Aktualisierungsverwaltung (unter „System fi Systemverwaltung“). Die vorinstallierte Basis-Software deckt aber alle wesentlichen Internet-, Büro- und Multimedia-Aktivitäten ab und enthält auch Systemwerkzeuge wie Gparted.

Ein kleines Problem ist die Tatsache, dass Easy Peasy 1.6 auf dem älteren Ubuntu 10.10 basiert. Die künftige Version Easy Peasy 2.0 ist aktuell in der Alphaphase und daher noch nicht zu empfehlen. Folglich benötigt Easy Peasy 1.6 erst mal zahlreiche Aktualisierungen von Canonical. Da es auch bei der Hardware-Erkennung nicht auf dem neuesten Stand ist, kann es wie in unserem Fall sein, dass der Funknetzadapter nicht erkannt wird. In solchen Fällen hilft das temporäre Anschließen ans Kabelnetz und Nachladen des proprietären WLAN-Treibers (unter „System fi Systemverwaltung fi Hardware-Treiber“).

Fuduntu einrichten und nutzen

Fuduntu 2013.02 ist mehr Fedora als Ubuntu. Der Desktop ist schlicht und klassisch, wird aber standardmäßig mit dem schicken Programmstarter Cairo-Dock ausgestattet. Fuduntu 2013.02 finden Sie als Live-System auf Heft-DVD. Nach der Installation auf Festplatte ist die System-Sprache Englisch. Erst nach der Aktualisierung des Systems ist die Umstellung auf Deutsch über „System fi Administration fi Language“ möglich. Navigation und Programmstarts können sowohl über Gnome-Leisten als auch über das Cairo- Dock individuell angepasst werden. Die Möglichkeiten sind hier ebenso unerschöpflich wie attraktiv, allerdings auch komplex: Sorgen Sie in erster Linie dafür, dass als wichtigstes Element das „Applikationsmenü“ gut erreichbar ist. Den Umfang dieses Menüs können Sie wiederum unter dem Punkt „Einstellungen fi Hauptmenü“ erweitern oder reduzieren.

Fuduntu ist sehr robust und bringt als Software unter anderem Chromium, Thunderbird, Dropbox, Libre Office, VLC, Gimp, Shotwell mit. Ein bequemes, grafisches Software-Center zum Nachinstallieren gibt es nicht, aber die Fuduntu-Repositories können Sie auf der Kommandozeile mit yum install [name] abgreifen. Es empfiehlt sich, unter „Administration fi Softwarequellen“ auch das Repository „Fuduntu 2013 Testing“ zu aktivieren, weil sich die junge Distribution aktuell dynamisch entwickelt.

Dieser Dynamik ist in der aktuellen Version überraschend auch der CPUTuner „Jupiter“ zum Opfer gefallen: Es ist derzeit nicht möglich, die CPULeistung in drei Stufen zu steuern und damit zusätzlich Strom zu sparen. Trotzdem arbeitet Fuduntu relativ ressourcenschonend, wenn Sie im Cairo-Dock über Rechtsklick und „Cairo-Dock fi Konfigurieren fi Verhalten“ die Effekte abschalten und über das Hauptmenü und „Einstellungen“ die Desktop- Effekte auf „Standard“ setzen.

Fuduntu benötigt für das pure System 300 bis 400 MB Speicher, kann also auf Notebooks ab einem GB RAM seine Arbeit verrichten, eignet sich in der 64-Bit-Variante aber auch für gut ausgestattete neue Notebooks.

Fuduntu für Notebooks

Fuduntu für Notebooks: Das System verbindet ein ökonomisches Verhalten mit jeder Menge Desktop-Schick und überlässt es dem Nutzer, wo er die Priorität setzen will.
Vergrößern Fuduntu für Notebooks: Das System verbindet ein ökonomisches Verhalten mit jeder Menge Desktop-Schick und überlässt es dem Nutzer, wo er die Priorität setzen will.

Das System verbindet ein ökonomisches Verhalten mit jeder Menge Desktop-Schick und überlässt es dem Nutzer, wo er die Priorität setzen will. Ubuntu auf Netbooks und Notebooks Ohne Abspecken ist ein aktuelles Ubuntu auf Netbooks mit einem GB RAM nicht realistisch: 500 bis 700 MB nimmt sich das System. Sofort 150 MB mehr stehen für Programme zur Verfügung, wenn Sie etwa den schlanken, aber zugegeben spröden LXDE-Desktop installieren:

sudo apt-get install xubuntudesktop

Ab dem nächsten Login können Sie die „LXDE-Sitzung“ als Arbeitsumgebung wählen. Daneben hilft auch das Ersetzen relativ anspruchsvoller Software wie Chromium durch einen leichtgewichtigen Browser wie Midori. Um die Akkulaufzeit zu verlängern, helfen zwei Applets in den „Systemeinstellungen“: Unter „Leistung“ sollten Sie unter „Akkubetrieb“ ein kurze Frist für die „Bereitschaft“ einstellen – das heißt, der PC geht nach wenigen Minuten der Nichtbenutzung in den Stromsparmodus. Ferner finden Sie unter „Helligkeit und Sperren“ die Option, das Display nach kurzer Idle-Zeit abzudunkeln. Der Minutenwert hier muss kürzer sein als der für die „Bereitschaft“, um Wirkung zu zeigen.

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