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Das perfekte Foto mit Paint.net

02.07.2014 | 16:03 Uhr |

Wer viel fotografiert, kennt die Probleme: Manchmal sind die Fotos zu hell, zu dunkel, haben einen Farbstich oder Unschärfen. Oder Personen fallen durch rote Augen unangenehm auf. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die gängigsten Bildfehler mit der Freeware Paint.net korrigieren.

Wenn es um Bildbearbeitung geht, fällt immer zuerst der Name „Photoshop“. Doch nicht immer muss es das mächtige und vor allem teure Programm sein. Auch mit dem kostenlosen Paint.net können Sie gute Ergebnisse bei der Bildoptimierung erzielen. Wir zeigen Ihnen anhand typischer Bildfehler, was Paint.net alles kann. Und das Beste: Sie benötigen keinerlei Vorkenntnisse und müssen sich auch nicht mit Ebenen befassen.

Noch ein Tipp: Von der automatischen Korrektur, die Sie bei Paint.net unter „Korrekturen > Automatisch“ finden, sollten Sie nicht Gebrauch machen – die Ergebnisse lassen meist zu wünschen übrig.

Die Standard-Einstellungen jedes Werkzeugs (Tools) können Sie direkt im Tool-Dropdown-Menü nach Ihren Vorstellungen anpassen.
Vergrößern Die Standard-Einstellungen jedes Werkzeugs (Tools) können Sie direkt im Tool-Dropdown-Menü nach Ihren Vorstellungen anpassen.

1. Die Grundfunktionen von Paint.net

Die wichtigste Schaltfläche von Pain.net ist das Dropdown-Menü „Tool“. Darin finden Sie sämtliche Werkzeuge, die Sie bei der Bildbearbeitung benötigen. Bietet ein Werkzeug weitere Verfeinerungsoptionen, erscheinen diese automatisch rechts vom gewählten Werkzeug. So können Sie beispielsweise den Markierungsmodus des Lassos und die Stärke des Radierers anpassen.
Die Schaltflächen für ein neues Dokument, Dokument öffnen, Speichern, Drucken, Ausschneiden, Kopieren, Einfügen und Zuschneiden kennen Sie vermutlich von anderen Anwendungen. Hinzu kommen noch zwei Lupen (Plus und Minus) und ein Dropdown-Menü zum Vergrößern und Verkleinern des Fensters, die Möglichkeit, ein Lineal und bei Vergrößerung ein Pixelraster einzublenden sowie ein Dropdown-Menü für die Einheit der Anzeige.

Mit den „Kurven“ lässt sich die Helligkeit eines Fotos sehr gut anpassen, und sogar Details kommen wieder zum Vorschein.
Vergrößern Mit den „Kurven“ lässt sich die Helligkeit eines Fotos sehr gut anpassen, und sogar Details kommen wieder zum Vorschein.

2. Bildbereiche heller machen

Ist ein Bild unterbelichtet, reicht es nicht, einfach die Helligkeit hochzudrehen, um ein ansprechendes Ergebnis zu erhalten. Denn bei dieser Methode werden sämtliche Bildbereiche aufgehellt – auch die, die eigentlich hell genug wären. Die Kunst ist also, möglichst nur die dunklen Bildbereiche aufzuhellen und dabei möglichst viele Details freizulegen. Paint.net bietet dafür die Option „Korrekturen -> Kurven“. Hier ist standardmäßig „Leuchtdichte“ gewählt – lassen Sie diese Einstellung.

Setzen Sie nun mit der linken Maustaste einen Kontrollpunkt ins untere Drittel der Kurve, die anfangs noch eine gerade Linie ist, und ziehen Sie den Kontrollpunkt in die Richtung der linken oberen Ecke. Sie sehen nun, wie die dunklen Bereiche aufgehellt, dabei aber auch die hellen mitverändert werden. Um die hellen Bereiche wieder abzudunkeln, setzen Sie einen weiteren Kontrollpunkt ins obere Drittel der Kurve und ziehen diese nach unten, so dass eine leicht geschwungene Kurve entsteht. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, klicken Sie auf „OK“ und speichern die Änderungen ab. Übrigens: Mit „Zurücksetzen“ machen Sie alle Änderungen rückgängig.

Es muss nicht immer Photoshop sein

Beim Ändern der Helligkeit eines Bildes sollten Sie immer beachten, dass helle Bildteile nicht überstrahlen und dunkle nicht absaufen.
Vergrößern Beim Ändern der Helligkeit eines Bildes sollten Sie immer beachten, dass helle Bildteile nicht überstrahlen und dunkle nicht absaufen.

3. Bildbereiche dunkler machen

Natürlich ist auch der umgekehrte Fall möglich: Ein Bild ist überbelichtet, manche Bildteile an der Grenze zum Ausbrennen. Auch hier können Sie mit den Kurven noch einiges aus dem Bild herausholen. Das Prinzip ist wie beim vorhergehenden Tipp: Setzen Sie unter „Korrekturen -> Kurven -> Leuchtdichte“ mit der linken Maustaste einen Kontrollpunkt ins untere Drittel der Kurve und ziehen Sie ihn nach unten in Richtung der linken unteren Ecke. Sie sehen nun, wie die hellen Bereiche dunkler werden.

Damit Ihnen dabei die dunklen Bildbereiche nicht absaufen, müssen Sie diese möglichst unverändert lassen. Dazu setzen Sie einen weiteren Kontrollpunkt ins obere Drittel der Kurve und ziehen diese leicht nach oben. Passt das Ergebnis, klicken Sie auf „OK“ und speichern das Bild ab. Auch hier gilt: Mit „Zurücksetzen“ lassen sich alle Änderungen rückgängig machen.

Über die Schieberegler für Kontrast und Helligkeit lassen sich Bilder auch optimieren. Allerdings sollten Sie hier zu starke Einstellungen vermeiden, da sonst feine Details verloren gehen.
Vergrößern Über die Schieberegler für Kontrast und Helligkeit lassen sich Bilder auch optimieren. Allerdings sollten Sie hier zu starke Einstellungen vermeiden, da sonst feine Details verloren gehen.

4. Helligkeit und Kontrast anpassen

Neben der Helligkeit kann sich auch ein stärkerer Kontrast positiv auf ein Bild auswirken – vor allem, wenn das Bild etwas „verschleiert“ aussieht. Hierfür benötigen Sie die Option „Korrekturen -> Helligkeit/Kontrast“, in der Sie die beiden Parameter über Schieberegler anpassen können. Bedenken Sie jedoch, dass sich Änderungen immer auf das gesamte Bild auswirken. Deutlich flexibler sind Sie daher mit dem Kurven (siehe Punkte 2 und 3).

Über die Schieberegler „Farbton“ und „Sättigung“ können Sie Farbstiche in Ihren Aufnahmen abschwächen oder bestenfalls sogar entfernen.
Vergrößern Über die Schieberegler „Farbton“ und „Sättigung“ können Sie Farbstiche in Ihren Aufnahmen abschwächen oder bestenfalls sogar entfernen.

5. Farbstich entfernen

Arbeitet der Weißabgleich einer Digitalkamera nicht korrekt, spiegelt sich dies in Form eines Farbstichs wieder: Jede Lichtquelle hat eine bestimmte Farbtemperatur. Je geringer die Farbtemperatur ist, desto rotstichiger wird ein Bild.

Paint.net bietet eine besonders einfache Möglichkeit an, den Farbton eines Bildes zu ändern: Unter „Korrekturen -> Farbton/Sättigung“ stehen Ihnen drei Schieberegler zur Verfügung. Hat Ihr Bild beispielsweise einen Rotstich, bewegen Sie den Schieberegler „Farbton“ etwas nach rechts, um dies auszugleichen. Der Regler „Sättigung“ kann dagegen die Intensität des Farbstichs abschwächen. Allerdings entziehen Sie dadurch dem gesamten Bild die Farbe – also vorsichtig einsetzen! „Helligkeit“ bringt hier nicht das gewünschte Ergebnis.

Hai greift Heli an - und andere Photoshop lügen

Achten Sie bei der Rauschreduzierung darauf, dass Sie Radius und Stärke nicht zu hoch wählen. Sonst wirkt das Bild wie glattgebügelt und zeigt keine Details mehr.
Vergrößern Achten Sie bei der Rauschreduzierung darauf, dass Sie Radius und Stärke nicht zu hoch wählen. Sonst wirkt das Bild wie glattgebügelt und zeigt keine Details mehr.

6. Bildrauschen reduzieren

Als Bildrauschen bezeichnet man falschfarbige Pixel, die vor allem in dunklen Bildbereichen auffallen. Dieses Phänomen lässt sich nicht vermeiden, denn jede Kamera leidet unter dem so genannten Grundrauschen. Grundrauschen entsteht, weil die Fotodioden auf dem Bildsensor bereits durch dessen Grundspannung sowie durch Wärme Elektronen absondern, und die Kamera diese Elektronen trotz ihrer geringen Energie in Pixel umrechnet. Eine weitere Erklärung für Bildrauschen ist die Größe des Bildsensors: Je mehr Fotodioden auf einem Sensor sitzen, desto stärker stören sie sich gegenseitig.

In Paint.net kümmert sich die Funktion „Effekte -> Rauschen -> Rauschen reduzieren …“ darum, die falschfarbigen Pixel zu eliminieren. Über die Schieberegler für den Radius und die Stärke bestimmen Sie das Ergebnis der Rauschreduzierung: Der Radius bezeichnet die Größe der einbezogenen Umgebung um jedes Pixel. Ist er zu groß gewählt, kann das Bild zu weich und glattgebügelt aussehen. Die optimale Stärke der Rauschreduzierung erlangen Sie durch Ausprobieren.

Der Befehl „Verschärfen“ wirkt sich besonders auf Kanten und Texturen aus. Allerdings ist der Effekt sehr zurückhaltend.
Vergrößern Der Befehl „Verschärfen“ wirkt sich besonders auf Kanten und Texturen aus. Allerdings ist der Effekt sehr zurückhaltend.

7. Details nachschärfen

Gleich eines vorneweg: Ein unscharfes Bild bekommen Sie mit keiner Bildbearbeitung der Welt scharf. Anders sieht es jedoch aus, wenn es sich bei dem Bild um eine Makroaufnahme handelt, bei der wenigstens ein kleiner Teil scharf ist. Dann können Sie diesen Teil durch Nachschärfen betonen und dem Bild ein etwas klareres Aussehen geben.

Die Option dafür finden Sie unter „Effekte -> Foto -> Verschärfen“. Verändern Sie den Schieberegler, um vor allem Kanten und Texturen zu verstärken. Positiv: Selbst bei der höchsten Stufe sind die Ergebnisse nicht überschärft.

Mit dem Klonen-Stempel können Sie relativ einfach ungewünschte Bildteile aus Ihren Aufnahmen entfernen. Das gilt sowohl für kleinere Gegenstände, also auch für Personen.
Vergrößern Mit dem Klonen-Stempel können Sie relativ einfach ungewünschte Bildteile aus Ihren Aufnahmen entfernen. Das gilt sowohl für kleinere Gegenstände, also auch für Personen.

8. Ungewollte Bildteile entfernen

Sie kennen das Problem sicherlich: Man findet ein wunderschönes Motiv und hat die perfekte Position eingenommen. Doch genau in dem Moment, in dem man auslöst, läuft jemand ins Bild. Oder eine andere Situation: Sie weilen in Florenz und möchten Michelangelos David ablichten. Doch die Hinterlassenschaften diverser Tauben verschandeln den Eindruck. Mit dem Klonen-Stempel von Paint.net können Sie alles, was Sie an einem Foto stört mit wenigen Klicks entfernen. Sie brauchen nur eine ruhige Hand und ein gutes Auge.

Sie finden den Klonen-Stempel im Dropdown-Menü „Tools“ – er ist mit einem Stempel und der Beschriftung „Klonen (Stempel)“ gekennzeichnet. Mit ihm kopieren Sie zuvor definierte Bildbereiche in das Bild und verdecken dadurch die Teile, die Sie entfernen möchten. Besonders gut funktioniert dies bei strukturierten Flächen, etwa, wenn Sie ein Loch aus einer Mauer oder ein Graffiti an einer Wand wegstempeln möchten. Mit etwas Geduld lassen sich aber auch Menschen aus Bildern wegzaubern.

Und so geht’s: Vergrößern Sie das Bild, so dass der zu entfernende Teil gut zugänglich ist. Ist der Klonen-Stempel ausgewählt, bestimmen Sie mit dem Dropdown-Menü „Pinselstärke“ die Größe des zu kopierenden Bereichs. Bei einer Darstellung von 100 Prozent und einem Wert von 100 hat der Bereich beispielsweise einen Durchmesser von etwa zwei Zentimetern. Je kleiner Sie also den Bereich wählen, desto detaillierter können Sie stempeln, aber umso länger dauert der Vorgang dann auch.

Um einen Bereich zu definieren, klicken Sie bei gedrückter Strg-Taste darauf. Zum Stempeln lassen Sie die Strg-Taste los und klicken auf den zu überschreibenden Bereich. Eine Markierung zeigt Ihnen weiter an, welchen Bereich Sie als Vorlage zum Stempeln benutzen.

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Mit dem Rotationszoom können Sie die Ausrichtung eines Bilds verändern – per manueller Eingabe oder Maus.
Vergrößern Mit dem Rotationszoom können Sie die Ausrichtung eines Bilds verändern – per manueller Eingabe oder Maus.

9. Bild ausrichten

Aktuelle Digitalkameras haben oft eine Wasserwaage integriert, die beim Ausrichten eines Motivs hilft. Besitzt Ihre Kamera diese Hilfe jedoch nicht, und Ihr Auge hat Sie beim Ausrichten verlassen, können Sie dies mit Paint.net ganz einfach ausbessern. Sie benötigen dazu lediglich den Rotationszoom, den Sie unter „Ebenen“ finden. Verändern Sie den Winkel per Eingabe, oder ziehen Sie in der Rotationsgrafik mit der Maus den Querbalken, bis Ihr Bild korrekt ausgerichtet ist.

Paint.net bietet eine eigene Funktion, um rote Augen in Fotos zu retuschieren. Sie müssen dazu nur die betreffenden Stellen markieren.
Vergrößern Paint.net bietet eine eigene Funktion, um rote Augen in Fotos zu retuschieren. Sie müssen dazu nur die betreffenden Stellen markieren.

10. Rote Augen entfernen

Um rote Augen in einem Foto zu entfernen, benötigen Sie das Auswahlwerkzeug „Elliptische Maske“, um die betroffenen Stellen möglichst einfach zu markieren. Da Sie in der Regel zwei Augen korrigieren müssen, setzen Sie den Markierungsmodus auf „Hinzufügen (Union)“. Nun können Sie beide Augen nacheinander auswählen. Vergrößern Sie anschließend das Foto mit der Plus-Lupe oder der Tastenkombination Strg+Plustaste.

Markieren Sie die beiden Augenbereiche. Klicken Sie auf „Effekte -> Foto -> Rote-Augen-Effekt entfernen …“, um den Grad der Optimierung anzupassen. Sie haben hier Einfluss auf die Toleranz sowie die Sättigung in Prozent. Verändern Sie bei beiden Optionen den Schieberegler, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind. Mit Str+D entfernen Sie die Markierungen, um sich das Bild anzusehen. Speichern Sie das fertige Foto anschließend ab.

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