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Das können die neuen Prozessoren für Smartphones und Tablets

22.02.2013 | 14:45 Uhr |

Der Mobile World Congress zeigt: Das Prozessor-Wettrüsten hat Smartphones und Tablets längst erreicht. Dual-Core-CPUs sind Standard, Quad-Cores nichts Besonderes mehr. Wir zeigen, welche Prozessoren den mobilen Jahrgang 2013 antreiben werden.

Viele PC- und Notebook-Nutzer fragen sich inzwischen, wofür sie immer höhere Rechenleistung benötigen. Bei Smartphones und Tablets gibt es darüber keinen Zweifel – zumindest, wenn man den CPU-Herstellern glaubt: Bei den mobilen Geräten wächst die Bildschirmauflösung – sie müssen also auch mit entsprechend hochaufgelösten Videos und Spielen bis hin zu Ultra-HD zurechtkommen. Doch nicht nur Spiele, auch andere Anwendungen fordern zunehmende Rechenleistung: Zum Beispiel sollen die Kameras in Smartphones und Tablets schneller auslösen, Aufnahmen schneller verarbeiten sowie speichern – auch das benötigt bei immer größerer Auflösung immer stärkere CPU-Leistung. Für die neuen CPUs gibt es also viel zu tun.

Kommt der Nachfolger des Samsung S3 schon mit dem Acht-Kerner Exynos 5 Octa?
Vergrößern Kommt der Nachfolger des Samsung S3 schon mit dem Acht-Kerner Exynos 5 Octa?
© Samsung

Samsung setzt seine Hoffnungen auf den Exynos 5 Octa . Der Prozessor besitzt acht Rechenkerne. Vier davon basieren auf dem leistungsstarken neuen ARM-Kern Cortex A15 – sie sollen bis zu 1,8 GHz leisten. Ist weniger Power nötig, etwa für Funktionen des Betriebssystems, kommen die vier langsameren, aber stromsparenden Cortex-A7-Kerne mit 1,2 GHz zum Einsatz. Samsung nutzt damit als erster CPU-Hersteller das big.LITTLE-Konzept von ARM. Der Exynos 5 Octa ist im 28-Nanometer-Verfahren gefertigt und soll daher um 15 bis 30 Prozent weniger Strom verbrauchen als seine Vorgänger. Noch ist unklar, welcher Grafikkern zum Einsatz kommen wird, und in welchen Samsung-Geräten der Acht-Kerner debütiert – gerüchteweise könnte es beim Galaxy 4 und dem Note 3 der Fall sein.

Die Tegra-4-Familie bringt die neue Kamera-Technik Chimera mit
Vergrößern Die Tegra-4-Familie bringt die neue Kamera-Technik Chimera mit

Nvidias Tegra 4 setzt ebenfalls auf dem Cortex-A15-Kern auf. Der Nvidia-Chip setzt vor allem auf starke 3D-Leistung, für die 72 Grafikkerne (24 Vertex- und 48 Pixel-Einheiten) verantwortlich sind. Wie beim Tegra 3 arbeitet der Nachfolger mit vier CPU-Kernen und einem fünften, sehr sparsamen Companion-Kern, der sich um weniger rechenintensive Anwendungen kümmert. Der Tegra 4 soll bis zu 1,9 GHz erreichen und bis zu 4 GB RAM anbinden. Den internen Bildschirm kann er mit bis zu 3200 x 2000 Pixel versorgen, auf externen Monitoren ist Ultra-HD möglich. ZTE hat bereits Smartphones mit dem Tegra 4 angekündigt.

Der kleine Bruder - Tegra 4i - arbeitet mit noch etwas leistungsschwächeren Cortex-A9Kernen, die aber bis zu 2,3 GHz schnell werden können. Er liegt auch bei der Anzahl der Grafikkerne (60), des Arbeitsspeichers (2 GB) und der maximalen internen und externen Auflösung (1920 x 1200 beziehungsweise Full-HD) hinter dem Tegra 4. Dafür hat er aber schon einen LTE-Chip fest verbaut, der dem großen Tegra noch zur Seite gesetzt werden muss. Der Tegra 4i soll dadurch schmalere, sparsamere und günstigere Smartphones und Tablets möglich machen.

Die beiden Tegra-Chips sollen mobilen Geräten auch zu besseren Film- und Fotoaufnahmen verhelfen: Nvidia nennt sie Chimera – sie sollen beispielsweise HDR-Aufnahmen ohne Verzögerung und bei unterschiedlichsten Lichtverhältnissen erstellen.

HTC One: Im Premium-Phone sitzt ein Snapdragon 600
Vergrößern HTC One: Im Premium-Phone sitzt ein Snapdragon 600

Auch der Hersteller Qualcomm steht mit aufgemotzten Quad-Core-CPUs in den Startlöchern. Im Snapdragon 600 stecken beispielsweise vier selbst entwickelte Krait-300-Kerne (maximal 1,9 GHz) und die eigene GPU Adreno 320. Insgesamt soll er rund 40 Prozent schneller sein als der Vorgänger Snapdragon 4 Pro. Die Top-CPU von Qualcomm wird der Snapdragon 800 sein. Vier Krait-400-Kerne treiben ihn mit maximal 2,3 GHz an. Seine GPU Adreno 330 soll doppelt so schnell wie die Adreno 320 sein. Damit ist er fit für Ultra-HD-Auflösungen. An den Prozessor lassen sich bis zu vier Kameras mit einer Gesamtauflösung von 55 Megapixel anbinden, dadurch werden auch 3D-Aufnahmen möglich. Das HTC One arbeitet mit dem Snapdragon 600, ebenso das LG Optimus G Pro. Geräte mit dem Snapdragon 800 sollen Mitte 2013 auf den Markt kommen.

Doch auch Prozessor-Anbieter aus der zweiten Reihe springen auf den Quad-Core-Zug auf – und das bedeutet, dass künftig auch Smartphones und Tablets der Einstiegsklasse mit Vier-Kern-Prozessoren ausgestattet sein werden. Der Rockchip RK3188 beispielsweise besitzt vier Cortex-A9-Kerne, die mit bis zu 1,6 GHz arbeiten. Als Grafikeinheit kommt der Mali-400 zum Einsatz, der beispielsweise auch im Samsung Galaxy Note 10.1 und im Galaxy Note 2 für die Bilder sorgt und Full-HD-Videos verarbeiten kann. Geräte mit dem Rockchip-Prozessor können bis zu 2048 x 1536 Bildpunkte zeigen, wie derzeit das iPad 4 .

Künftig werden auch günstige Tablets aus der Preisklasse des Acer Iconia B1 mit Quad-Core-Prozessoren laufen
Vergrößern Künftig werden auch günstige Tablets aus der Preisklasse des Acer Iconia B1 mit Quad-Core-Prozessoren laufen
© Acer

Ähnliche Leistungswerte verspricht Allwinner für seinen Quad-Core A31 mit vier Cortex-A7-Kernen. Und auch Mediatek hat mit dem MT6589 einen leistungsstarken Vier-Kerner für günstige Tablets im Angebot. Dual-Core-Modelle von Mediatek nutzen derzeit beispielsweise die beiden Preisbrecher-Tablets Acer Iconia B1 und Lenovo Ideapad A2107A.
 
 

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