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Das finale XP-Update: Was kommt jetzt?

05.05.2014 | 09:01 Uhr |

Schluss, aus, vorbei! Nach mehr als 12 Jahren ist Windows XP endgültig ausrangiert. Wir verraten Ihnen, wie Sie nach dem Support-Ende mit XP am Besten vorgehen.

In Patchday-Zyklen gerechnet, ist Windows XP genau einen Monat nach dem Patch-Day am 8. April 2014 veraltet und sollte spätestens dann keinesfalls mehr produktiv eingesetzt werden. Nun gibt es natürlich mehrere Szenarien für Ihren altbewährten Arbeits-PC: Upgrade auf Windows 7 oder 8.1, oder vielleicht doch lieber Umstieg auf eine der nutzerfreundlichen Linux-Distributionen wie Mint oder Ubuntu. Alles, was Sie dafür brauchen, finden Sie im Plus-Teil dieser Ausgabe. Wie auch immer Sie sich entscheiden: Ihre XP-Lizenz müssen Sie nicht wegwerfen. Es gibt noch sinnvolle Einsatzzwecke dafür, zum Beispiel als Mediaserver für Ihr Heimnetz oder als Testsystem in einer virtuellen Maschine – beides natürlich ohne Internetverbindung.

Aus für Windows XP - Was jetzt? - Tech-up

Finales Update-Pack schnüren

Egal, welchem Nutzen Sie Ihr altes XP zuführen wollen: Erster und wichtigster Schritt dafür ist, dass Sie dafür sorgen, dass jede Ihrer zukünftigen XP-Installationen sich komplett ohne Internetverbindung installieren und aktualisieren lässt. Laden Sie sich deshalb direkt nach dem 8. April alle dann verfügbaren Sicherheits-Updates für XP herunter, und schnüren daraus das finale XP-Paket.

Mit PC-WELT-Patchloader erhalten Sie die Installationsdateien zu allen relevanten Sicherheits-Updates für Ihr altes XP. Dann können Sie es jederzeit offline aktualisieren.
Vergrößern Mit PC-WELT-Patchloader erhalten Sie die Installationsdateien zu allen relevanten Sicherheits-Updates für Ihr altes XP. Dann können Sie es jederzeit offline aktualisieren.

Es gibt dazu zwei Möglichkeiten – für beide brauchen Sie das Programm PC-WELT-Patchloader . Installieren und starten Sie das Programm entweder auf Ihrem XP-PC oder einem anderen Windows-Rechner, falls Sie den XP-PC schon vom Netz genommen haben. Wichtig ist, dass der PC auf dem aktuellen Update-Stand ist. Klicken Sie dann im Hauptfenster des Tools auf „Updates suchen“. Daraufhin wählen Sie einen Download-Ordner für die Installationsdateien der Updates. Danach werden die Update-Bibliothek und einige Hilfs-Programme heruntergeladen und alle Sicherheits-Updates für das aktuell laufende System angezeigt.

Windows XP: Falls Sie PC-WELT-PatchLoader auf Ihrem XP-PC gestartet haben, klicken Sie auf „Updates laden“, um die Installationsdateien der gelisteten Aktualisierungen in den zuvor gewählten Ordner zu laden.

Andere Windows-Version: Falls Sie das Tool nicht auf XP nutzen, können Sie dennoch die wichtigen XP-Updates darüber herunterladen. Öffnen Sie dazu die Registerkarte „Alle Updates laden“, wählen im ersten Schritt unter „Update-Typ“ den Eintrag „Sicherheit“, dann unter „Für System“ die Option „Windows XP 32-Bit“ und bei „In Service Pack“ den Eintrag „Keinem SP“. Dann sollten knapp 380 Updates in der Liste verbleiben, die Sie mit einem Klick auf „Updates laden“ herunterladen. Bei der Abfrage, ob ein Installationsprogramm erzeugt werden soll, klicken Sie auf „Nein“. Nachdem der Download abgeschlossen ist, belassen Sie alle Filteroptionen bis auf „Update-Typ“.

Dort wählen Sie „Service Pack“. In der Ergebnisliste entfernen Sie nur den Haken vor „Windows XP Service Pack 1a“, und klicken erneut auf „Updates laden“. Den Ordner mit den Updates und den Installationsordner des PatchLoaders kopieren Sie am besten auf einen USB-Stick, und von dort auf Ihren (neuen) XP-PC oder in die virtuelle Maschine.
Übrigens: Auf der genannten Registerkarte des Tools können Sie über die Filteroption „Update-Typ“ auf gleichem Wege auch Hotfixes und Zusatzfunktionen herunterladen.

XP aktualisieren: Um später einmal das finale Update-Paket offline auf einer XP-Installation einzurichten, starten Sie den PC-WELT-Patchloader aus dem ursprünglichen oder dem kopierten Ordner. Falls Sie zweiteres gemacht haben, müssen Sie noch über „Optionen ➞ Durchsuchen“ den Pfad zum Update-Ordner eintragen. Dann klicken Sie im Hauptfenster auf „Updates installieren“. Daraufhin analysiert das Tool, welche Sicherheits-Updates auf dem System noch nicht installiert sind, und holt das nach. Anschließend müssen Sie den PC neu starten. Wiederholen Sie den Vorgang, um gegebenenfalls noch Updates von Updates zu installieren.

Sichern Sie auf jeden Fall auch noch den Installationsschlüssel Ihres XP-Systems – dann können Sie es notfalls problemlos wieder neu installieren.
Vergrößern Sichern Sie auf jeden Fall auch noch den Installationsschlüssel Ihres XP-Systems – dann können Sie es notfalls problemlos wieder neu installieren.

Seriennummer sichern: Falls Sie den Installationsschlüssel für Ihr XP verlegt haben, sollten Sie ihn aus Ihrer bestehenden Installation auslesen. Dann können Sie das System jederzeit neu aufsetzen. Am einfachsten geht das mit dem Tool PC-WELT-FixWindowsCDKey . Folgen Sie dem Assistenten; am Ende liegt der Schlüssel in der Datei Key.txt auf Ihrem Desktop. Drucken Sie ihn aus, und speichern Sie die Datei an einem sicheren Ort.

Windows-Upgrade auf leerer Festplatte

Sinnvoller Nutzen für Windows XP

Die allermeisten Gefahren für das Betriebssystem lauern bekanntermaßen im Internet. Im Umkehrschluss bedeutet das, wenn Sie einen XP-Rechner ohne Internetverbindung und außerdem mit Vorsicht und Augenmaß betreiben, gehen Sie ein vergleichsweise geringes Risiko ein. Einsatzzweck für Ihren alten XP-PC könnte zum Beispiel ein Mediaserver für Ihr Heimnetz sein, auf dem Sie Fotos, Musik und Videos speichern. Oder Sie nutzen es als einfaches Testsystem für Software in einer virtuellen Maschine.

Der Windows Media Player 11 eignet sich hervorragend als Streaming Server. Sie müssen dort einfach nur die Medienfreigabe aktivieren.
Vergrößern Der Windows Media Player 11 eignet sich hervorragend als Streaming Server. Sie müssen dort einfach nur die Medienfreigabe aktivieren.

Mediacenter einrichten: Wenn Sie sich für diese Option entschieden haben, können Sie dafür einfach den Windows Media Player 11 nutzen. Nachdem Sie ihn installiert und gestartet haben, klicken Sie auf „Medienbibliothek ➞ Zur Medienbibliothek hinzufügen ➞ Erweiterte Optionen ➞ Hinzufügen“ und wählen dann einen Ordner mit Bildern, Videos oder Musik aus, der in die Medienbibliothek aufgenommen werden soll – Unterordner werden automatisch berücksichtigt. Fügen Sie auf demselben Weg alle weiteren Medienordner hinzu.

Dann starten Sie die Endgeräte in Ihrem Heimnetz, die Zugriff auf die Medien bekommen sollen, und aktivieren dort den Streaming-Client oder konfigurieren die Endgeräte so, dass sie auf Medienserver im Netzwerk zugreifen können und für diese auch sichtbar sind. Dann klicken Sie im Windows Media Player auf „Medienbibliothek ➞ Medienfreigabe“, setzen einen Haken vor „Medien freigeben“, markieren die Clients, und klicken auf „Zulassen“.

Mit Virtual Box erzeugen Sie auf Ihrem PC ganz leicht eine abgeschottete virtuelle Umgebung, in der Sie zum Beispiel Ihr altes XP installieren können.
Vergrößern Mit Virtual Box erzeugen Sie auf Ihrem PC ganz leicht eine abgeschottete virtuelle Umgebung, in der Sie zum Beispiel Ihr altes XP installieren können.

Virtuelles Testsystem: Für diesen Einsatzzweck können Sie entweder eine bestehende XP-Installation zum Beispiel mit einem Tool wie Disk2vhd in eine virtuelle Maschine konvertieren, oder Sie installieren XP direkt neu in einer virtuelle Umgebung. Wenn Sie noch eine XP-CD zur Verfügung haben, sollten Sie die Neuinstallation der Konvertierung vorziehen, da sie deutlich weniger Platz braucht und das System viel schneller und flüssiger läuft. Um ein virtuelles XP aufzusetzen, installieren und starten Sie zunächst Virtualbox . Klicken Sie dann auf „Neu“, geben als Namen etwa XP-Testsystem, bei Typ Microsoft Windows und bei Version Windows XP ein und klicken auf „Weiter“. Bei der Speichergröße wählen Sie mindestens 512 MB. Im Fenster „Festplatte“ erzeugen Sie eine neue im VDI-Format, deren Dateigröße dynamisch angepasst wird. Die Größe der virtuellen Festplatten selbst müssen Sie im folgenden Fenster festlegen. Absolutes Minimum sollten hier 20 GB sein, besser mehr, wenn Sie später viele oder große Programm dort installieren möchten.

Nach einem Klick auf „Erzeugen“ ist der virtuelle PC fertig konfiguriert. Jetzt müssen Sie nur noch die Quelle für die Installationsdateien festlegen. Wenn Sie eine XP-CD haben, legen Sie diese jetzt in das Laufwerk, klicken dann im Konfigurationsfenster des XP-Testsystem in Virtual Box auf „Massenspeicher“ und in der mittleren Spalte auf den Eintrag mit dem DVD-Symbol. Klicken Sie dann in der rechten Spalte unter „Attribute“ auf das DVD-Symbol und wählen den Laufwerksbuchstaben Ihres DVD-Laufwerks. Sollten Sie eine Abbilddatei (etwa ein ISO) statt einer CD haben, wählen Sie statt des Laufwerksbuchstaben im genannten Menü den Punkt „Datei für virtuelles CD/DVD-Medium auswählen“ und dann die Abbilddatei.

XP installieren: Dann starten Sie die neue virtuelle Maschine, und folgen den Anweisungen des Setup-Assistenten. Am Ende müssen Sie das System noch aktivieren. Die Aktivierung wird laut einer Anfrage unserer Schwesterpublikation PC-WORLD bei Microsoft auch nach dem 8. April noch funktionieren.

Wenn das XP-Setup abgeschlossen ist, wählen Sie „Geräte ➞ Gasterweiterungen installieren“ und folgen dem Assistenten. Die Gasterweiterungen verbessern die Integration von Gast- ins Host-System. So können Sie danach zum Beispiel nahtlos mit der Maus zwischen beiden Systemen wechseln, oder Sie haben einen gemeinsamen Ordner festgelegt, über den Dateien ausgetauscht werden können. Im letzten Schritt installieren Sie alle Sicherheits-Updates wie beschrieben, ohne dazu ins Internet zu gehen. Danach ist Ihr Test-XP fertig.

Ohne Internetverbindung brauchen Sie keine automatischen Updates und keinen Virenscanner. Über diese Optionen schalten Sie die aufpoppenden Meldungen ab.
Vergrößern Ohne Internetverbindung brauchen Sie keine automatischen Updates und keinen Virenscanner. Über diese Optionen schalten Sie die aufpoppenden Meldungen ab.

Kein Internet mehr mit XP!

Egal, wie Sie XP weiternutzen wollen, wichtig ist, dass Sie damit nur Verbindungen ins lokale Netz erlauben, nicht aber ins Internet. Der einfachste Weg, um das zu tun, führt über den Router. Internetzugriff im Router sperren: Bei der Fritzbox etwa öffnen Sie dazu im Browser die Adresse http://fritz.box , melden sich an und wählen dann „Internet ➞ Filter“. Dann klicken Sie am Ende der Zeile für Ihren XP-PC auf die einzige Schaltfläche, und setzen im folgenden Fenster einen Haken vor „Zugangsregeln aktiv“. Daraufhin wird der darunter liegende Zeitplaner aktiviert. Standardmäßig sind hier keine erlaubten Internetzeiten eingetragen. Wenn Sie das belassen und auf „OK“ klicken, ist die Internetverbindung Ihres XP-PCs gesperrt.

Internetzugriff im XP-PC sperren: Sollte Ihr Router nicht über eine entsprechende Funktion verfügen, dann müssen Sie die Internetverbindung im XP-PC selbst beziehungsweise der virtuellen Maschine sperren. Öffnen Sie dazu über die Tastenkombination Windows-R und die Befehlseingabe cmd ein Kommandozeilenfenster. Darin tippen Sie ipconfig ein, drücken Enter, und notieren sich Ihre IP-Adresse. Dann öffnen Sie in der Systemsteuerung die Option „Netzwerkverbindungen“, klicken mit der rechten Maustaste auf Ihre Verbindung und wählen „Eigenschaften“. Markieren Sie nun den Eintrag „Internetprotokoll (TCP/IP)“, klicken auf „Eigenschaften“, wählen die Option „Folgende IP-Adresse verwenden“ und geben neben „IP-Adresse“ die notierte IP ein. Die Subnetzmaske wird nach einem Klick in das Feld automatisch eingesetzt. Das Standardgateway und die DNS-Server lassen Sie leer. Klicken Sie abschließend auf „OK“. Ihr XP-PC ist nun einerseits über seine IP-Adresse im lokalen Netz erreichbar und kann andere IPs in Ihrem Heimnetz ansprechen. Ohne Zugriff auf den Router (Standardgateway) schlägt die Verbindung ins Internet aber fehl.

Nervmeldungen abschalten: Ohne Internetverbindung brauchen Sie natürlich weder automatische Updates noch einen Virenschutz, da Sie dafür sowieso keine neuen Signaturen bekämen. Gerade den fehlenden Virenschutz reklamiert XP aber ständig über ein kleines rotes Schild im Infobereich und Pop-up-Meldungen. Klicken Sie auf das Schild, um das Sicherheitscenter zu öffnen. Klicken Sie dort auf „Warnungseinstellungen des Sicherheitscenters ändern“, entfernen die Haken vor „Automatische Updates“ und „Virenschutz“ und klicken dann auf „OK“. Als letzten Schritt öffnen Sie noch die Systemsteuerung und wählen dort „Automatische Updates ➞ Automatische Updates deaktivieren ➞ OK“.

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