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Das wünschen wir uns von HTML6

21.04.2015 | 09:22 Uhr |

Mehr Kontrolle über Videos und Bildgrößen, stärkere Mikroformate – in diese Richtung sollte das W3C den nächsten HTML-Standard ausrichten.

Jeder Anwender, der bereits mit HTML5 gearbeitet hat, weiß, wo Verbesserungen möglich und sinnvoll sind. Wir haben deshalb eine Wunschliste für den nächsten HTML-Standard zusammengestellt - den wir der Einfachheit halber HTML6 nennen.

Mehr Kontrolle über das Video-Objekt

Schön wäre es, wenn wir mehr Kontrolle darüber hätten, wie Video-Frames auf unseren Seiten dargestellt werden. Die derzeitige Version füllt ein Rechteck mit einer Sequenz von Frames von einem Video und gibt uns die Kontrolle über eine Text-Spur mit Anmerkungen, Unterüberschriften etc. Einige kluge Köpfe haben die Anmerkungen mit anderen DOM-Objekten synchronisiert . Aber was ist mit besseren Rückruf-Schleifen und Synchronisationsmechanismen? Wie wäre es damit, Videos mit DOM zu mischen?

Bildgröße automatisch perfektionieren

Wie viele Pixel braucht ein Foto um auf dem Bildschirm gut auszusehen? Von Mobilgerät über den Laptop bis hin zum Desktop-PC. Selbst die Größe des Fensters ändert die minimale Auflösung. Aber der HTML-Standard-Tag <img> bekommt nur eine SRC, welche zeigt, ob eine Bilddatei zu viele oder zu wenige Pixel für effizientes Rendering besitzt. Falls es zu viele besitzt, muss der Browser das Bild verkleinern um es anzeigen zu können - das belastet die Netzwerkbandbreite und kostet Zeit. Falls das Bild aber zu wenig Pixel besitzt, sieht es unschön aus. Ein besseres HTML-Protokoll könnte die gewünschte Breite oder Höhe eines Bildes vorschlagen und der Server könnte die optimale Auflösung liefern.

Vorverarbeitungsprozessoren als Plug-Ins

Um den Webseiten-Entwicklern Alternativen zu JavaScript zu geben, könnte man Tools einzubinden, die unterschiedliche Programmiersprachen in JavaScript konvertieren. Eine Vielzahl von Entwicklern benutzen bereits Präprozessoren für die Übersetzung der Sprachen, wie zum Beispiel CoffeeScript in JavaScript.

Es gibt keinen Grund, warum nicht alle Turing-vollständigen Sprachen übersetzt werden können. Jeremy Ashkenas Liste der Sprachen, die in JavaScript kompiliert werden können, ist überraschend lang. Lisp, Python, Ruby, Erlang, Scala sind nur einige Beispiele.

Mehr Libraries mit den Browsern verteilen

Die Welt der JavaScript-Programmierung wurde von jQuery (und anderen) Nicht-Standard-Libraries verändert. Fast jede Internetseite lädt immer noch ihre eigene Kopie. Das ist aber aus Effiziensgründen unnötig.

Manche Seiten benutzen Standard-Cache-fähige Versionen von bestimmten Libraries, die von Unternehmen wie Google oder Yahoo angeboten werden. Das kann Bandbreite sparen, aber der nächste Standard von HTML sollte es noch besser machen. Falls eine bedeutende Anzahl an Entwicklern eine Library befürworten, könnte diese mit dem Browser verteilt werden.

Geschützter Zugang zu Kontakt-Informationen

Die Browser teilen bereits Informationen über den Aufenthaltsort – falls der Nutzer auf den richtigen Button drückt. Warum sollte nicht noch mehr gehen? Häufig  ist es nötig eine Mail-Adresse oder Telefonnummer zu übertragen. Diese müssen derzeit kopiert und eingefügt werden. Warum sollte das nicht JavaScript erledigen? Das wäre vor allem bei Mobilgeräten eine deutliche Erleichterung. Die Benutzeroberfläche könnte eine feinjustierte Kontrolle anbieten, um Leuten automatischen Zugang auf den Code von bestimmten Quellen zu geben.

Integration von Kameras

Die Webcam oder die Smartphone-Kamera enger mit dem Browser zu verknüpfen, dürfte viele Anwender interessieren, die über den Browser mit anderen Anwendern kommunizieren oder sonstwie interagieren. Das W3C sucht bereits nach einem Weg, um eine Foto- oder eine Video-Erfassung zu erstellen und ein paar Browser unterstützen ihre eigene Version wie WebkitGetUserMedia . Ein Zugriff auf die Fotos, welche auf dem Gerät gespeichert sind, wäre denkbar und das Gerät könnte eine bessere Kontrolle über die Kamera und die Bildrate bieten .

Validierungs-Tools für HTML, CSS und Javascript

Verstärkte Authentifizierung

Der Browser könnte bei der Nutzer-Authentifizierung mehr leisten, als er momentan macht. Statt Cookies könnte der Browser Tokens mit eingebetteten Passwörtern anbieten. Diese könnten geschützt aufbewahrt werden. Wenn dann noch dem Browser eine API hinzugefügt wird, würde es das den Webseiten ermöglichen bessere digitale Signaturen anzufordern. Das wäre ein Schritt Weg von Cookies und Sitzungs-Log-Ins.

Bessere Anmerkungen

Eine Standard-Struktur für Kommentare könnte Anmerkungen an Paragraphen, Sätzen oder sogar Wörtern möglich machen. Eine noch ausgeklügeltere Version könnte auch Anmerkungen zu Bildern oder bestimmten Momenten innerhalb eines Videos erlauben. Einige Seiten beginnen bereits etwas derartiges anzubieten, dennoch könnte eine Standardisierung der API vorteilhaft sein, da dadurch sämtliche Webseiten und Browser Anmerkungen auf die gleiche Art und Weise behandeln würden.  

Stärkere Mikroformate

HTML-Tags unterscheiden zwischen den Titelzeilen, Absätzen und vielleicht den Fußzeilen, aber mehr nicht. Eine Spezifizierung anderer häufiger Details, wie Bestandteile von Adressen oder Telefonnummern, wäre eine interessante Neuerung. Ein Standard-Set von Tags würde Webcrawler und Suchmaschinen beschleunigen. Wir könnten umfangreichere Ergänzungen zu Standorten, Zeiten, Daten, Verkaufsobjekten, Bibliographien und allen Arten von Standarddaten nutzen.

Dieser Artikel stammt von unserer Schwesterpublikation Infoworld.

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