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Fehlerquellen aufspüren und beheben

07.07.2014 | 13:55 Uhr |

Es braucht nicht immer einen komplett neuen Rechner, um Windows wieder rund zu machen. Die richtigen Handgriffe und Tools reichen häufig vollkommen aus.

Es gibt Warnsignale, wenn ein PC Hilfe braucht: Windows reagiert langsam, Programmstarts dauern länger, die Lüfter arbeiten lauter und häufiger. Mit unseren Tipps und Tools erkennen und beheben Sie PC-Probleme, bevor Schaden entsteht.

Temperatur- und Lüfteranalyse unter Windows
Besonders nützlich sind Tools, die Ihre Hardware unter Windows überwachen. Damit haben Sie Parameter wie Temperatur und Lüfterdrehzahl im Blick. Und wenn etwas nicht stimmt, bekommen Sie das gleich mit: Die Software-Helfer schlagen Alarm. Die Hauptplatine bietet viele Möglichkeiten zur Überwachung, da an ihr alle Komponenten angeschlossen sind. So können Sie etwa die Drehzahl der Lüfter sowie die Temperatur von CPU, Chipsatz, Grafikkarte und Netzteil im Auge behalten. Viele Hauptplatinenhersteller packen ein Windows-Tool in den Lieferumfang, das auf das jeweilige Modell abgestimmt ist und dann auch gleich Überwachungsfunktionen besitzt. Der Vorteil: Sie lesen die Drehzahl- und Temperatursensoren auf der Platine aus und lassen sich unkompliziert konfigurieren.

Windows-Tuning für mehr Leistung und Komfort

Das kostenlose Prüf- und Diagnose-Tool Speedfan überwacht die Drehzahl- und Lüftersensoren im PC-Gehäuse.
Vergrößern Das kostenlose Prüf- und Diagnose-Tool Speedfan überwacht die Drehzahl- und Lüftersensoren im PC-Gehäuse.

Darüber hinaus bieten die Chipsatzhersteller für ihre Produkte universell einsetzbare Windows-Tools an. Wenn für Ihre Hauptplatine ein solches Tool fehlt, hilft Speedfan weiter. Es kann das Lüftertempo von zahlreichen gängigen Hauptplatinenmodellen auslesen. Zudem erlaubt es die Überwachung vorhandener Temperatursensoren des Prozessors, der Hauptplatine und des Netzteils. Ferner können Sie die Hitzeentwicklung der CPU, der Grafikkarte, der Festplatte, des Netzteils und des Chipsatzes überwachen.

Arbeitsspeicherproblemen auf die Schliche kommen
Ob Ihr Speicher einwandfrei arbeitet, prüft die Freeware Memtest . Ein Check empfiehlt sich bei unerklärlichen gelegentlichen Systemabstürzen und auch vorbeugend, etwa beim Kauf eines Gebraucht-PCs oder beim Erweitern des vorhandenen Arbeitsspeichers. Hierzu öffnen Sie das Tool und klicken auf „Start Testing“. Memtest prüft nun den freien Speicher auf Fehler.
Wie stabil Ihr Speicher über einen längeren Zeitraum arbeitet, überprüfen Sie mit Memtest86+ 4.20 .

Die Freeware Memtest86+ schreibt Daten in den Arbeitsspeicher und liest ihn anschließend aus, um Fehlern auf die Spur zu kommen.
Vergrößern Die Freeware Memtest86+ schreibt Daten in den Arbeitsspeicher und liest ihn anschließend aus, um Fehlern auf die Spur zu kommen.

Die Freeware hat ihr eigenes integriertes Minibetriebssystem und wird von einer bootbaren CD oder einem USB-Stick gestartet. Eine Memtest86+-CD erstellen Sie, indem Sie das ISO-Image Memtest.iso von der Plus-DVD auf eine CD brennen. Nach dem Booten beginnt das Tool sofort damit, den Speicher zu prüfen, bis der Anwender das Programm beendet. Am Monitor wird dann angezeigt, wie oft Memtest86+ seine Prüfroutinen durchgeführt hat – mehrere Durchgänge helfen beim Aufspüren sporadisch auftretender Fehler.

PC-Abstürze nach längerer Betriebsdauer beseitigen
Stürzt Ihr Rechner nach längerer Betriebsdauer plötzlich ab, liegt in vielen Fällen ein klassisches Temperaturproblem vor. Der PC arbeitet so lange, bis die Verarbeitung der Signale in den Schaltkreisen von CPU, Arbeitsspeicher und/oder Festplatte nicht mehr funktioniert. Sie lösen das Problem, indem Sie die Belüftung kontrollieren. Entweder ist ein Lüfter verschmutzt oder defekt – oder es ist für Ihren PC ein zusätzlicher Lüfter erforderlich. Prüfen Sie die Lüfterdrehzahlen sowie die Temperaturen des Rechners im Bios mit dem Tool Speedfan .

PC bleibt temporär hängen und läuft dann weiter
Ihr PC mit Windows-Betriebssystem bleibt gelegentlich hängen, funktioniert aber nach wenigen Augenblicken wieder ganz normal, als wäre nichts gewesen. In Frage kommen drei typische Problemherde: Entweder hat Ihr PC zu wenig Speicher oder eine Festplatte oder NAS-Hardware befindet sich im Schlafmodus und muss erst aufgeweckt werden oder ein Festplattenproblem liegt vor. Kontrollieren Sie mit dem Task-Manager von Windows zunächst die Speicherauslastung. Beträgt diese über einen längeren Zeitraum über 80 Prozent, lässt sich das Problem durch eine RAM-Erweiterung beheben. Dadurch starten große Anwendungen schneller und Windows verliert keine Zeit durch viele Zugriffe auf die Auslagerungsdatei.

7 Tuning-Tipps für Windows 7

Nutzen Sie eine externe Festplatte oder ein NAS, ziehen Sie das Gerät ab oder schalten Sie es aus und kontrollieren Sie, ob das Problem verschwunden ist. Viele externe Festplatten und NAS-Geräte fallen bei Nichtbenutzung in einen Schlafmodus und benötigen einige Sekunden, bis das Gerät wieder reagiert. Da manche Programme bei der Nutzung alle Laufwerke scannen, kommt es zu einer Zwangspause, wenn ein schlafendes Laufwerk erst aufgeweckt werden muss. Mit dem zu manchen Festplatten gelieferten Einstell-Tool sowie bei NAS-Geräten über das Bedienmenü können Sie die Einschlafzeit auf null reduzieren und damit abschalten. Prüfen Sie auch die Festplattengesundheit – vielleicht sind ja fehlerhafte Lese- und Schreibvorgänge die Ursache. Tritt das Stottern bei optischen Medien auf, schauen Sie nach Kratzern und säubern Sie die CDs/DVDs – falls nötig, auch die Laufwerksoptik.

Tempo- und Fehlerkontrolle für Festplatten
Defekte Sektoren auf einer Festplatte können Sie mit dem Tool HD Tune aufspüren. Klicken Sie dazu nach dem Programmstart auf „Error Scan, Start“. Findet HD Tune defekte Sektoren – das Tool zeigt dies grafisch mit roten Feldern an – setzen Sie ein Hilfsprogramm vom jeweiligen Festplattenhersteller ein, mit dessen Hilfe sich diese Sektoren dauerhaft „sperren“ lassen. HD Tune besitzt unter „Benchmark“ auch eine Benchmark-Funktion, mit der Sie die Leistungsfähigkeit Ihrer Festplatten prüfen können. Der Test ermittelt unter anderem diverse Transferraten und die Zugriffszeit.

Bios im laufenden Betrieb aktualisieren
Um aktuelle Hardware mit voller Leistung zu nutzen, muss das neueste Bios installiert sein. Nicht selten räumt ein Bios-Update auf einen Schlag viele Systemärgernisse aus dem Weg. Aktuelle Bios-Versionen unterstützen häufig neuere Prozessoren und Stromsparmechanismen. Oder sie optimieren die CPU- und Speicheransteuerung, damit der Prozessor mit geringerer Spannung läuft. Praktisch alle Hersteller bieten ein Programm für ein Live-Bios-Update unter Windows an. Beim Aktualisieren per Mausklick sollten Sie überlegt vorgehen. Denn auch unter Windows ist das Schreiben des Bios nicht ungefährlich, da der Flash-Vorgang auf keinen Fall unterbrochen werden darf.

Fast alle Hersteller von Hauptplatinen bieten ein Live-Update-Tool für das Bios an.
Vergrößern Fast alle Hersteller von Hauptplatinen bieten ein Live-Update-Tool für das Bios an.

Das Tool zum Bios-Update bekommen Sie normalerweise vom Hersteller der Hauptplatine – laden und installieren Sie es. Bei Notebooks und bei manchen Komplett-PCs müssen Sie sich jedoch an den Rechnerhersteller wenden. Schreiben Sie sich die aktuelle Bios-Konfiguration auf, damit Sie sie nach dem Update wiederherstellen können. Beenden Sie alle laufenden Programme und starten Sie das Update-Tool. Im ersten Schritt prüft das Programm den Platinentyp und zeigt Modellname und Bios-Version an. Sichern Sie jetzt das alte Bios, wenn das Update-Tool es erlaubt – das geht nicht bei allen Programmen. Per Klick auf den Update-Button stellt die Software eine Verbindung zum Update-Server her und sucht nach einer neuen Bios-Version. Hat das Tool eine entsprechende Datei gefunden, lädt es sie herunter. Jetzt beginnt der Update-Vorgang. Windows startet dabei eventuell neu oder der Monitor bleibt temporär dunkel. Schalten Sie beim Update-Vorgang keinesfalls den PC aus! Kurz darauf sollte der Bios-Schirm erscheinen und Windows wie gewohnt starten.

Mit dem Task-Manager Anwendungen steuern
Mit dem Task-Manager in Windows finden Sie heraus, welche Aktivitäten der PC im Hintergrund erledigt. Sie starten das Bordwerkzeug über das Kontextmenü der Taskleiste oder indem Sie die Tastenkombination Strg-Shift-Esc gleichzeitig drücken. Auf der Registerkarte „Prozesse“ findet sich eine Liste aller aktuell laufenden Prozesse für den derzeitigen Benutzer. Mit „Prozesse aller Benutzer anzeigen“ können Sie sich jedoch auch Prozesse anderer mit dem Rechner verbundener Anwender anzeigen lassen. Die Einträge lassen sich nach Spalten sortieren. Dazu wird eine meist brauchbare Beschreibung der Prozesse angezeigt, sodass Sie diese leicht identifizieren können.

Systemwartung mit PC-WELT-Windows-Service-Center

Für weitergehende Analysen der laufenden Prozesse können Sie über „Ansicht“ und „Spalten auswählen“ auch weitere Spalten festlegen und etwa die Speichernutzung differenzierter analysieren, indem Sie sich neben dem genutzten Arbeitsspeicher auch den zugesicherten Speicher anzeigen lassen. Ist etwa „CPU-Zeit“ aktiviert, erhalten Sie mehr als nur die momentane CPU-Last einer Anwendung. CPU-Zeit addiert die gesamte Prozessornutzung während der Laufzeit eines Programms. Am fiktiven Leerlaufprozess können Sie umgekehrt die Gesamtzeit der inaktiven Phasen seit dem Windows-Start ablesen.

Schnelle Kontrolle der aktiven Hintergrundprozesse
Interessante Details liefert der Task-Manager auf der Registerkarte „Dienste“. Hier findet sich eine Übersicht über die aktuell laufenden Systemdienste und deren Status. Über die PID (Prozess-ID) lässt sich eine Zuordnung von Diensten zu Prozessen vornehmen. Dazu sind zwei Schritte erforderlich: Sie müssen zunächst die zusätzliche Spalte „PID“ einblenden. Die PID ist das Bindeglied zwischen Prozessen und Diensten. Im Anschluss daran aktivieren Sie „Prozesse aller Benutzer anzeigen“. Bestätigen Sie die Benutzerkontensteuerung. Nun können Sie die Informationen in beiden Listen miteinander vergleichen. Das ist zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Prozess Svchost.EXE interessant. Wenn Sie die PID eines Prozesses nehmen und die Liste der Dienste nach der jeweiligen PID sortieren lassen, sehen Sie, welche einzelnen Dienste im Kontext eines Prozesses laufen. Damit können Sie unter anderem ablesen, wodurch Systemressourcen in Anspruch genommen werden.

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