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PC-Tuning: So feilen Sie an den richtigen Stellen

26.06.2014 | 15:16 Uhr |

Der Rechner lahmt. Doch wo liegt der Flaschenhals? Egal ob Grafikkarte, CPU, RAM oder Festplatte - wir zeigen Ihnen, wie Sie den Übeltäter finden und Schritt für Schritt upgraden.

Irgendetwas bremst immer: Wenn Ihr PC oder Notebook schon ein paar Jahre alt ist, werden Sie das zunehmend feststellen. Aktuelle Spiele laufen nicht mehr ruckelfrei, das Bearbeiten von Bildern oder Videos dauert lange, selbst das Surfen mit mehreren offenen Reitern funktioniert nur noch zäh. Mit den Schultern zucken, neuen Rechner kaufen? Nein! Mit den passenden Tools stellen Sie fest, welche Komponente das System ausbremst. Und statt eines neuen PCs oder Notebooks brauchen Sie nur eine aktuelle Grafikkarte, eine schnellere Festplatte oder mehr Arbeitsspeicher zu kaufen. Wir zeigen für die wichtigsten Komponenten – CPU, RAM, Grafikkarte und Festplatte –, wie Sie deren Tempo messen, bei welchen Ergebnissen Sie ein Upgrade benötigen und wie Sie die neue Komponente einbauen.

1. Der Prozessor

A) Das bringt die neue CPU

Allein durch eine höhere Taktrate beschleunigt ein neuer Prozessor den Rechner. Doch in vielen PCs oder Notebooks ist die CPU nicht mehr der Flaschenhals. Deshalb bringt ein Upgrade nur bei bestimmten Anwendungen spürbare Vorteile: Wenn Sie zum Beispiel häufig Audio- und Videoformate umwandeln, spart ein schnellerer Prozessor Zeit. Aufwendige Multitasking-Aufgaben – zum Beispiel das Bearbeiten eines Videos bei gleichzeitigem Surfen mit mehreren Tabs – erledigen flotte Multicore-Prozessoren schneller. Ein CPU-Upgrade beschleunigt auch das Durchsuchen großer Datenbestände wie beispielsweise Mail-Verzeichnisse sowie das Verschlüsseln und Komprimieren von Dateien. Aber nicht nur Taktrate und Cache-Größe zählen: Mit Spezialbefehlen und dedizierter Hardware erledigen aktuelle CPUs auch bei niedriger Taktrate bestimmte Aufgaben besser. Intel-Core-CPUs der dritten Generation unterstützen zum Beispiel schnelleres Verschlüsseln durch AES-NI oder das Umwandeln von Videos durch „Quick-Sync-Video“. Beim Notebook kann sich ein CPU-Upgrade lohnen, wenn Sie oft anstrengende Rechenaufgaben im Akkubetrieb durchführen: Die neue CPU hat zwar eventuell einen etwas höheren Verbrauch, arbeitet aber im Akkubetrieb mit höherer Leistung und damit effizienter.

B) So testen Sie die Leistung

Eine detaillierte Analyse der Prozessorleistung liefert Cinebench 11.5 . Dabei bewertet der CPU-Test nicht nur die Gesamtleistung, sondern auch die Geschwindigkeit eines einzelnen Prozessorkerns. In der Tabelle unten finden Sie Vergleichswerte, mit deren Hilfe Sie Ihren Prozessor einschätzen können. Bei einem voll Multimedia-tauglichen PC sollte Ihre CPU in der Gesamtwertung über 4 Punkten liegen. Ist Ihnen vor allem die Spieleleistung wichtig, empfehlen wir eine Quadcore-CPU mit einer Einzelkernwertung von zumindest einem Punkt.

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C) Die besten Prozessoren: Vergleichswerte

Prozessormodell

Gesamt

Einzelkern

Intel Core i7-3960X

9,96

1,41

Intel Core i7-990X

8,73

1,16

Intel Core i7-3770K

7,51

1,53

Intel Core i7-3820

6,74

1,41

Intel Core i7-2700K

6,61

1,4

Intel Core i7-2600K

6,44

1,36

AMD FX-8150

5,79

0,93

AMD Phenom II X6 1100T

5,41

1

AMD Phenom II X6 1090T

5,24

0,98

Intel Core i5-3470

5,24

1,39

Intel Core i5-2500K

5,09

1,35

AMD Phenom II X6 1055T

4,62

0,9

AMD Phenom II X4 980

4,04

1

Intel Core i5-760

3,67

1,03

AMD A8-3850

3,12

0,81

AMD Phenom II X4 910e

2,85

0,73

Intel Core i5-661

2,64

1,07

Intel Core i3-530

2,31

0,87

AMD A10-4600M

2,02

0,67

Intel Celeron 847

0,85

0,44

Intel Atom D2700

0,71

0,22

AMD E.450

0,63

0,33

Intel Atom D525

0,58

0,19

* Punkte laut Cinebench 11.5

Analysiert die Leistung des gesamten Prozessors genauso wie die eines einzelnen Rechenkerns und liefert Vergleichswerte.
Vergrößern Analysiert die Leistung des gesamten Prozessors genauso wie die eines einzelnen Rechenkerns und liefert Vergleichswerte.

Bei Desktop-Prozessoren ist derzeit der Intel Core i7-3960X mit einer Einzelkern- und Gesamtwertung von knapp 1,5 beziehungsweise 10 Punkten das Maß aller Dinge. Am unteren Ende der Leistungsskala bewegen sich Intel-CPUs aus der Atom-Baureihe mit Werten zwischen 0,2 und 0,6 Punkten. Ähnlich breit aufgefächert ist das Leistungsspektrum bei Notebook-CPUs. Die stärksten Modelle aus der Core-i7-Familie, die Quadcores 3740QM oder 3840QM, schneiden im Cinebench rund 30-mal besser ab als ein Netbook-Prozessor wie der Atom N270.

D) So klappt das Upgrade

PC: Limitierender Faktor beim CPU-Upgrade ist die Hauptplatine – sie muss den schnelleren Prozessor unterstützen. Bei einem mehr als drei Jahre alten PC sind Sie möglicherweise gezwungen, die Hauptplatine zu ersetzen.

Detaillierte Infos über die Hauptplatine, aber auch alle anderen Hardware-Komponenten, liefert das Tool SIW . Nach dem Start des Programms klicken Sie in der linken Menüleiste unter „Hardware“ auf „Hauptplatine“: Hier bekommen Sie alle wichtigen Infos in der rechten Spalte ganz oben in der „Zusammenfassung“ angezeigt. Rufen Sie nun unter „Hersteller“ die entsprechende Website auf, und suchen Sie nach „Modell“ und „Version“ Ihrer Hauptplatine. Im Support-Bereich finden Sie unter „CPU-Kompatibilitätsliste“ oder „CPU-Unterstützung“ eine Liste aller Prozessoren, die mit der Hauptplatine funktionieren – inklusive der dafür benötigten Bios-Version. Die können Sie dann mitsamt der Installationsanleitung gegebenfalls auch gleich herunterladen. Die aktuell installierte „BIOS-Versionsnummer“ verrät Ihnen ebenfalls SIW, wenn Sie unter „Hauptplatine“ auf „BIOS“ klicken.

Vergleichen Sie nun die in der Liste aufgeführten CPU-Modelle mit unserer Cinebench-Vergleichstabelle. Ist ein Modell dabei, das Ihre Leistungsansprüche erfüllt, können Sie ohne großen Aufwand die alte CPU gegen das neue Modell austauschen. Führen Sie zunächst – falls nötig – ein Bios-Update genau nach den Angaben des Herstellers durch. Schalten Sie den PC dann ab, öffnen Sie ihn, und demontieren Sie den CPU-Kühler. Öffnen Sie dann den Arretierungshebel am CPU-Sockel, wechseln Sie die CPU aus, und schließen Sie den Hebel wieder. Tragen Sie Wärmeleitpaste auf den CPU-Deckel auf, und schrauben Sie den Kühler wieder fest.

Dieser Prozessor lässt sich austauschen: An der Schlitzschraube unten in der CPU erkennen Sie, dass sie in einem Sockel sitzt. Nachdem Sie das mit drei Kreuzschrauben fixierte Kühlsystem entfernt haben, können Sie die CPU austauschen.
Vergrößern Dieser Prozessor lässt sich austauschen: An der Schlitzschraube unten in der CPU erkennen Sie, dass sie in einem Sockel sitzt. Nachdem Sie das mit drei Kreuzschrauben fixierte Kühlsystem entfernt haben, können Sie die CPU austauschen.

Notebook: Das CPU-Upgrade im Notebook ist ziemlich aufwendig – wenn es überhaupt möglich ist. Bei vielen aktuellen Notebooks, vor allem besonders flachen, ist der Prozessor auf die Hauptplatine aufgelötet und lässt sich nicht austauschen. Nur wenn in Ihrem Notebook die CPU in einer PGA-Fassung (Pin Grid Array) sitzt, lässt sie sich überhaupt ausbauen. Ein Upgrade über eine CPU-Generation hinaus ist nicht möglich, denn die CPU-Hersteller wechseln fast mit jeder neuen Modellserie das Sockelformat. Und selbst wenn die Sockel kompatibel sind, wie bei den Intel-Core-Prozessoren der zweiten und dritten Generation, die beide im Sockel G2 (PGA988B) sitzen, klappt der Tausch nicht: Denn Chipsatz und Bios müssen den neuen Prozessor unterstützen – und kaum ein Hersteller macht sich diese Mühe.

Das Upgrade funktioniert daher nur innerhalb einer Generation. Am besten prüfen Sie, ob es Ihr Notebook auch in Konfigurationen mit einer anderen CPU gibt. Dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass das installierte Bios oder ein Bios-Update die neue CPU erkennt. Sitzt in Ihrem Gerät eine Dualcore-CPU, doch das Modell gibt es auch mit Quadcore-CPU, können Sie davon ausgehen, dass auch die Kühlung in Ihrem System für den leistungsfähigeren Prozessor ausgelegt ist.

In den meisten Fällen müssen Sie bei einem Notebook die komplette Unterseite öffnen, um an die Platine und den Prozessor zu kommen. Bei einigen Modellen müssen Sie dafür zunächst die Tastatur ausbauen. Anschließend entfernen Sie den Lüfter und das Kühlsystem (Heatsink). Nun liegt der Prozessor frei: Er ist mit einer Schlitzschraube oder einem Hebel im Sockel fixiert, die beziehungsweise den Sie öffnen müssen. Wenn Sie die neue CPU eingesetzt haben, entfernen Sie die Kühlpaste am Heatsink und tragen sie neu auf. Anschließend bauen Sie das Kühlsystem und den Lüfter wieder ein und schließlich das Notebook wieder zusammen.

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2. Der Arbeitsspeicher

A) Dafür brauchen Sie mehr

Der Schritt von 2 auf 4 GB macht einen Rechner oder ein Notebook tatsächlich deutlich schneller. Hier profitieren fast alle Anwendungen vom größeren Arbeitsspeicher. Beim Schritt von 4 auf 8 GB dürfen Sie keinen so großen Tempozuwachs erwarten: Wenn Sie allerdings häufig mit mehreren speicherintensiven Programmen gleichzeitig arbeiten oder RAM-gierige Spiele wie Mindcraft zocken, macht der Schritt Sinn – aber nur dann, wenn das Betriebssystem und die Programme 64-Bit-tauglich sind und den größeren Arbeitsspeicher auch voll ausnützen können. Achten Sie aber darauf, wie viel und welchen Speicher der Chipsatz beziehungsweise der Speicher-Controller im Prozessor verträgt. Zum Beispiel können viele ältere PC-Chipsätze maximal 4 GB adressieren, und Netbooks kommen nur mit bis zu 2 GB RAM zurecht – wenn Sie mehr Speicher einsetzen, wird er ignoriert.

B) So testen Sie die Leistung

Mit dem Tool System Informa- tion for Windows (SIW) lässt sich die Hardware wie hier der installierte Arbeitsspei- cher umfassend analysie- ren. Alle wichtigen Infos wie Taktrate und Modulgröße haben Sie so im Blick.
Vergrößern Mit dem Tool System Informa- tion for Windows (SIW) lässt sich die Hardware wie hier der installierte Arbeitsspei- cher umfassend analysie- ren. Alle wichtigen Infos wie Taktrate und Modulgröße haben Sie so im Blick.

Eine Analyse des verbauten Arbeitsspeichers ist sinnvoller als ein direkter Leistungstest. Die wichtigsten Parameter neben der Speichermenge sind die Taktfrequenzen, Zugriffszeiten und Datenkanäle des Speichers. Das Tool der Wahl ist hier wieder SIW, das unter „Hardware, Speicher“ in der „Gesamtspeicher“-Übersicht alle wichtigen Informationen auflistet – inklusive der „Maximum Kapazität“. So sehen Sie sofort, ob Sie überhaupt noch mehr Speicher nachrüsten können. Vergleichen Sie die Anzahl der „Speicher Plätze“ mit den nachfolgend einzeln als „Einschub (Platz)“ aufgeführten Speichermodulen: Dabei sehen Sie auch gleich, ob alle Speicherplätze bereits belegt sind. In diesem Fall müssen Sie Platz für die neuen Module schaffen und können die alten Speicherriegel nicht oder nur teilweise weiterverwenden.

Generell gilt: Die mit weitem Abstand beste Leistungssteigerung erzielen Sie mit mehr Speicher. Kaufen Sie dann aber gleich Module mit der höchstmöglichen unterstützten Taktfrequenz und den kürzesten Zugriffszeiten. Arbeitsspeicher ist immer noch spottbillig, und der kleine Aufpreis für höherwertige Module ist gut angelegt. Die alten Riegel gegen neue Module gleicher Kapazität auszutauschen, die aber mit einer höheren Taktfrequenz und/oder kürzeren Zugriffszeiten arbeiten, bringt hingegen meist keinen spürbaren Tempozuwachs. Einzige Ausnahme: Wollen Sie die (neue) CPU übertakten, kann sich schnellerer Speicher bezahlt machen.

RAM-Bausteine auf Fehler überprüfen

C) So klappt das Upgrade

PC: Der Speicher-Upgrade im Desktop-Rechner ist einfach. Schalten Sie den PC ab, und öffnen Sie ihn. Drücken Sie die Arretierungshebel an den Speicherplätzen nach außen, und entfernen Sie gegebenenfalls alle Module, die den neuen Speicherriegeln Platz machen müssen. Drücken Sie die neuen Module richtig orientiert in die Steckplätze, bis die Arretierungshebel wieder einrasten.

Einfacher Zugriff: Bei vielen größeren Notebooks mit 15,6- oder 17-Zoll-Bildschirm müssen Sie nur eine Boden- klappe öffnen, um an die Speichersteckplätze zu kommen.
Vergrößern Einfacher Zugriff: Bei vielen größeren Notebooks mit 15,6- oder 17-Zoll-Bildschirm müssen Sie nur eine Boden- klappe öffnen, um an die Speichersteckplätze zu kommen.

Notebook: Hauptsache, die RAM-Riegel passen ins Notebook – alles andere ist erst einmal Nebensache. Prüfen Sie deshalb, welcher Art von Arbeitsspeicher – SO-DIMM als DDR2 oder DDR3 – im Notebook sitzt. Nur mit diesem RAM-Typ können Sie dann aufrüsten: Obwohl DDR2- und DDR3-Riegel jeweils 240 Kontakte haben, passen sie aufgrund der unterschiedlichen Kerben nicht in den Steckplatz des jeweils anderen Formats. Das meiste Tempo holen Sie heraus, wenn Sie zwei identische Riegel einsetzen – der Speicher-Controller kann dann den Dual-Channel-Modus verwenden. Außerdem sollten Sie RAM-Riegel mit dem höchsten Speichertakt wählen, den Ihr Notebook unterstützt: zum Beispiel DDR3-1333 bei Sandy-Bridge-CPUs von Intel. So lange diese Eckdaten stimmen, sollte es keine Probleme mit neuem Speicher geben. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie bei RAM-Anbietern wie Crucial oder Kingston nach Ihrem Notebook-Modell suchen und sich passenden Speicher vorschlagen lassen.

Viele Notebooks haben zwei Speicher-Steckplätze, die sich unter einer Abdeckung auf der Gehäuseunterseite verbergen. Öffnen Sie die Klappe, die mit einer Kreuzschraube verschlossen ist. Bei einigen Notebooks müssen Sie die Tastatur entfernen, um die RAM-Slots zu erreichen. In Ultrabooks ist ein Speicherriegel oft auf die Platine gelötet und lässt sich nicht wechseln.

Meist sind beide Steckplätze besetzt, sodass Sie zum Aufrüsten die Riegel austauschen müssen. Schieben Sie das Modul schräg von oben in den Steckplatz und drücken Sie es nach unten, bis die beiden Halterungen an den Seiten fest einrasten. Danach schließen Sie die Klappe und starten das Notebook neu: Das BIOS sollte nun den zusätzlichen Speicher automatisch erkennen.

Wieviel nutzbaren Arbeitsspeicher hat Ihr PC?

3. Die Grafikkarte

A) Das bringt mehr 3D-Power

Sie brauchen eine neue Grafikkarte, um 3D-Spiele mit mehr Effekten, in höherer Auflösung oder mit flüssigeren Bildraten spielen zu können. Für alle anderen Anwendungen reicht die Prozessorgrafik aus – außer bei CAD- oder Simulationsprogrammen, die für die Treiber einer zusätzlichen Grafikkarte optimiert sind. Das Upgrade auf eine kräftigere Grafikkarte kann auch sinnvoll sein, wenn Sie sehr häufig Programme nutzen, die von der Shader-Leistung der GPU profitieren – das gilt für viele Multimedia-Tools zum Konvertieren oder Video- und Bildbearbeitung.

B) So testen Sie die Leistung

Der aussagekräftigste Test für die Spieleleistung Ihres Rechners sind aktuelle Spiele. Wenn diese nicht in der gewünschten Bildqualität und Auflösung ruckelfrei laufen, brauchen Sie eine schnellere Grafikkarte. Es gibt mit dem 3D Mark aber auch einen guten vergleichbaren synthetischen Spieletest. Haben Sie bereits eine DirectX-11-Grafikkarte, nehmen Sie den 3D Mark 1 zum Test. Für DirectX-10-Modelle starten Sie den 3D Mark Vantage . Besitzen Sie noch eine DirectX-9-Grafiklösung, sollten Sie sich gleich eine moderne Grafikkarte zulegen. Die DirectX-Version Ihrer Grafiklösung ermitteln Sie übrigens ganz einfach, indem Sie dxdiag in die Eingabeaufforderung (Tastenkombination Win-R) eingeben.

Der beliebte Grafikkarten-Benchmark „3D Mark“ – in 15 Jahren hat er es auf neun Versionen gebracht – bietet sehr gute Vergleichsmög- lichkeiten.
Vergrößern Der beliebte Grafikkarten-Benchmark „3D Mark“ – in 15 Jahren hat er es auf neun Versionen gebracht – bietet sehr gute Vergleichsmög- lichkeiten.

Die Gratis-Version von 3D Mark 11 und 3D Mark Vantage erlaubt nur die Testeinstellung Performance. Sie testet in der Auflösung 1280 x 720. Das passt für die meisten Notebooks, die 1366 x 768 Bildpunkte zeigen. Um DX10-Spiele, die rund zwei bis drei Jahre alt sind, flüssig spielen zu können, sollte der P-Score beim 3D Mark Vantage bei rund 3500 Punkten liegen. Bei aktuellen DX11-Spielen gilt für den 3D Mark 11 ein P-Score von etwa 1700 Punkten.

Am PC ist in der Regel die Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln gefragt. Das entspricht der Voreinstellung „Extreme“, die in der Gratisversion nicht verfügbar ist. Sie können aber aus dem P-Wert den Extreme-Wert berechnen, indem Sie ihn durch den Faktor 3 teilen. Hoch aufgelösten PC-Spielspaß garantiert also ein Ergebnis von rund 10.000 Punkten im 3D Mark Vantage respektive über 5000 Punkte im 3D Mark 11. Unter 3DMARK können Sie online vergleichen, ob Ihre Grafiklösung die erwartete Leistung bringt, indem Sie nach dem Grafikchip und den Ergebnissen anderer Anwender mit dieser Komponente suchen.

Derzeit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für den PC bieten Grafikkarten ab 180 Euro mit den Grafikchips AMD Radeon HD7850 und 7870 sowie Nvidia Geforce GTX 660. Modelle mit diesen Chips geben fast alle aktuellen Spiele in maximaler Grafikpracht flüssig wieder.

So erhöhen Sie die Leistung Ihrer Grafikkarte

C) So klappt das Upgrade

PC: Im Prinzip ist der Grafikkartentausch leicht durchzuführen. Allerdings sollten Sie zunächst prüfen, ob Ihr Netzteil genug Leistung für das neue Modell bietet und die erforderlichen PCI-Express-Stromstecker besitzt. Die Grafikchip-Hersteller AMD und Nvidia geben auf ihren Websites in den technischen Daten klare Vorgaben. So benötigt der Geforce GTX 660 Ti etwa ein Netzteil mit 450 Watt Nennleistung und zwei 6-Pin-Stromstecker. Sie müssen also eventuell das Netzteil austauschen oder fehlende PCI-Express-Stromstecker über Molex-Adapter realisieren. Für den Umbau lösen Sie nur die Schrauben am Slotblech der alten Grafikkarte, ziehen die Stromstecker heraus und legen den Arretierungshebel am 16x-PCI-Express-Steckplatz um. Jetzt sollten Sie die Karte leicht herausziehen können. Setzen Sie dann das neue Modell ein und verfahren Sie in umgekehrter Reihenfolge.

Notebook: Das Grafikkarten-Upgrade ist bei einem Notebook fast nie möglich. Ausgeschlossen ist beispielsweise, bei einem Notebook mit integrierter Grafiklösung per dedizierter Grafikkarte die 3D-Leistung zu erhöhen: Die Platine hat keinen passenden Steckplatz. Auch bei den meisten Notebooks mit einer zusätzlichen Grafikkarte ist deren Steckplatz nicht standardisiert. Das größte Problem: Sie bekommen Notebook-Grafikkarten kaum im Handel und auch nicht als Komponente bei den Laptop-Herstellern.

4. Die Festplatte

A) Das bringt eine SSD

Um eine neue Festplatte ins Notebook einzubauen, müssen Sie sie mit einem Einbaurahmen (rechts) verschrauben und anschließend in das HDD-Fach (unten) einsetzen.
Vergrößern Um eine neue Festplatte ins Notebook einzubauen, müssen Sie sie mit einem Einbaurahmen (rechts) verschrauben und anschließend in das HDD-Fach (unten) einsetzen.

Wenn Sie im Notebook oder PC die Festplatte durch eine neue ersetzen, gewinnen Sie vor allem Speicherplatz. Einen merklichen Temposchub werden Sie kaum erleben – im Notebook noch weniger als im PC. Denn die Datentransferrate steigt zwar etwas. Viel wichtiger für flüssiges Arbeiten ist jedoch eine kurze Zugriffszeit – und in dieser Disziplin ist eine Solid State Drive unschlagbar. Nach Ersetzen der Festplatte durch eine SSD funktioniert auf einmal alles schneller – der Start des Betriebssystems, das Aufrufen von Programmen. Sie kopieren große Datenmengen im Handumdrehen, umfangreiche Spiele-Level werden blitzschnell geladen. Je nach SSD verdoppelt bis verdreifacht sich das Rechentempo. Im Notebook bringt Flash-Speicher weitere Vorteile: Er arbeitet geräuschlos. Außerdem sind SSDs unempfindlich gegen Stöße und erhöhen so die Datensicherheit.

Festplatte voll? Diese Tools helfen sofort

B) So testen Sie die Leistung

Der System-Benchmark PC Mark 7 prüft alle Kompo- nenten eines Rechners – oft mit mehreren Anwendungen gleichzeitig.
Vergrößern Der System-Benchmark PC Mark 7 prüft alle Kompo- nenten eines Rechners – oft mit mehreren Anwendungen gleichzeitig.

Konkrete Leistungswerte liefert der Crystal Disk Mark . In der obersten Zeile zeigt er nach dem Testdurchlauf die sequenziellen Lese- und Schreibraten an. Die sind vor allem beim Transfer von großen Datenmengen wichtig, etwa von oder zu einer externen Festplatte. Moderne Festplatten erreichen durchschnittlich 100 bis 150 MB/s, während SSDs auf 400 bis 500 MB/s kommen. Die beiden folgenden Zeilen geben die Datenraten beim zufälligen Lesen und Schreiben von 512 KB respektive 4 KB großen Datenpaketen an. Dies sind praxisnahe Messungen, da die Festplatte sehr häufig diese Art des Dateizugriffs durchführen muss. SSDs sind hier mit Werten zwischen 500 beziehungsweise 40 bis 120 MB/s deutlich schneller sind als herkömmliche Festplatten, die nur circa 50 sowie 0,5 bis 1,5 MB/s erreichen. Im Festplatten-Test „System Storage“ des PC Mark 7 holen ferromagnetische Festplatten rund 2000 Punkte, während flotte SSDs mit über 5000 Punkten zwei- bis dreimal so schnell unterwegs sind.

C) So klappt das Upgrade

PC: Montieren Sie die SSD mit dem meist beiliegenden Einbaurahmen in einem 3,5-Zoll-Schacht, und verbinden Sie den SATA-Daten- und Stromanschluss via SATA-Kabel mit der Hauptplatinenbuchse sowie dem SATA-Stromstecker des Netzteils. Eine frische Windows-Installation auf einer neuen SSD ist in der Regel die beste Option. Anders als beim Umzug werden Sie dabei Ballast los, und das System ist optimal eingerichtet. Bevor Sie mit der Installation loslegen, prüfen Sie die BIOS-Einstellungen für den Festplatten-Controller. Hier sollte „AHCI“ oder „RAID“ aktiviert sein. Bei einigen Platinen heißt die Einstellung „Enhanced“.

Notebook: In ein zu altes Notebook sollten Sie keine SSD einbauen: Hat der Laptop nur PATA- statt SATA-Anschluss für den Massenspeicher, wird ihn selbst eine SSD nicht beschleunigen. Greifen Sie zu einer SATA-SSD im 2,5-Zoll-Format.

Um die alte Festplatte auszubauen, müssen Sie eine Abdeckung auf der Unterseite des Notebooks entfernen. Nun ziehen Sie die Platte vorsichtig vom Anschluss ab. Bei manchen Laptops ist sie über einen Einbaurahmen mit dem Gehäuse verschraubt, Sie müssen diese Schrauben vorher lösen. Schrauben Sie anschließend den Einbaurahmen von der Festplatte ab und auf die SSD. Nun schieben Sie sie in das Festplattenfach und an den SATA-Anschluss.

Möchten Sie Windows neu installieren, können Sie die alte Festplatte einfach aus- und die neue SSD einbauen. Soll Windows dagegen umziehen, hilft ein Kit, das vielen SSDs beiliegt. Es enthält ein Adapterkabel von USB auf SATA und eine Kloning-Software. Damit überspielen Sie Windows von der Festplatte auf die SSD, die per Adapter an einen USB-Port angeschlossen wird. Fehlt das Umzugspaket, brauchen Sie außer der Kloning-Software ein Gehäuse für 2,5-Zoll-Festplatten, in das Sie die SSD vor dem Datenumzug einbauen. Da die neue SSD meist weniger Speicherplatz als die Festplatte hat, müssen Sie das Image verkleinern: Auf die SSD kommen das Betriebssystem und die wichtigsten Programme. Dateien sowie Musik- und Filmsammlungen lagern Sie am besten auf eine externe Festplatte aus. Nur große Notebooks haben zwei Festplattenschächte: Dort können Sie eine SSD fürs Tempo einbauen und eine Festplatte als großen Datenspeicher im System belassen. Gleiches gilt für viele Ultrabooks, in denen zusätzlich zu einer Standard-Festplatte eine kleine Cache-SSD im mSATA-Format sitzt. Diese tauschen Sie durch eine größere mSATA-SSD aus, die Sie als Systemplatte nutzen.

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