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Tipps und Tricks zur Virtualisierung

27.11.2010 | 07:03 Uhr |

Die Virtualisierung ist längst kein Schlagwort mehr, virtuelle Umgebungen sind auf dem Desktop und dem Server nahezu selbstverständlich. PC-Welt zeigt Ihnen, wie Sie Ihr System dafür einrichten und mit einfachen Tuning-Tricks mehr Leistung herauskitzeln.

Tipps zur Virtualisierung
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Die Virtualisierung von Systemen ist eine komplexe Herausforderung für die Hard- und Software der darunter liegenden Host-Systeme. Aktuelle Hypervisoren und Virtualisierungslösungen sind zwar deutlich einfacher zu bedienen als dies noch vor einigen Jahren der Fall war, dennoch sollte man das eigene System zusätzlich optimieren, wenn man virtualisierte Systeme regelmäßig nutzen will.

Ein grundsätzliches Konzept lautet: Je mehr CPU-Ressourcen und Arbeitsspeicher vorhanden sind, desto besser und flüssiger lässt es sich mit virtuellen Umgebungen arbeiten. Vor alldem der Arbeitsspeicher ist kritisch. Die virtuellen Systeme teilen sich den verfügbaren RAM mit dem Host-System. Sind also mehrere virtuelle Maschinen (VM) aktiv, wird der insgesamt zur Verfügung stehende Arbeitsspeicher deutlich kleiner. Das kann vor allem auf 32-Bit-Systemen schnell ein Problem werden, schließlich ist hier die Obergrenze des verwaltbaren Speichers bei vier GByte angesiedelt. Auf Arbeitsplätzen, in denen eine oder maximal zwei virtuelle Systeme gleichzeitig aktiv sind, mag dies noch akzeptabel sein, bei größeren virtuellen Installationen oder auf Server-Systemen reicht dies nicht aus, ein Betriebssystem mit 64-Bit-Unterstützung ist hier ein Muss.

Die Erweiterung von Arbeitsspeicher ist vom Preis-Leistung-Gesichtspunkt zudem die günstigste Maßnahme, um die Leistung zu verbessern. Die Preise für Arbeitsspeicher sind noch immer niedrig, der Einbau ist zudem oftmals viel einfacher als etwa das Auswechseln der CPU.

Ein weiterer Flaschenhals ist die Festplatte. Zu jeder virtuellen Maschine gehört normalerweise eine virtuelle Festplatte, auf der Betriebssystem und Daten abgelegt werden. Im Grunde handelt es sich dabei um große Dateien, die ständig geöffnet sind. Bei mehreren geöffneten Systemen muss das Host-System mit zahlreichen dieser Dateien gleichzeitig umgehen, das Storage-System muss also entsprechend viel arbeiten. Um nicht die komplette Last auf einen Bus und eine Festplatte zu legen, macht es Sinn, verschiedene virtuelle Festplatten auf jeweils unterschiedliche physikalische Festplatten zu speichern. Eine weitere - allerdings teure - Alternative ist der Einsatz von Solid State Disks, also Festplatten, die statt auf bewegliche Pattern auf Flash-Technik setzen. Diese sind schneller und bringen auch in virtuellen Umgebungen ein deutliches Geschwindigkeitsplus.

Ebenfalls hilfreich ist es, wenn die Hardware selbst bereits die Virtualisierung unterstützt. Sowohl Intel wie auch AMD haben dieses Problem erkannt und erweitern ihre Chipsätze daher um spezielle Befehlssätze, welche die Zusammenarbeit zwischen dem virtuellen System und der darunter liegenden Hardware vereinfachen. Und das möglichst, ohne dass durch die Verwaltung der Ressourcen ein allzu großer Overhead entsteht. Die jeweiligen Techniken nennen sich AMD-V oder Intel VT und sind in nahezu allen aktuellen CPUs der beiden Hersteller integriert. Ein Vorteil solcher Erweiterungen sind etwa Funktionen, die den virtuellen Umgebungen einen direkten Zugriff auf verbaute Hardware, etwa die Netzwerkkarte oder Festplatten-Controller, ermöglichen.

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