02.08.2010, 10:03

Thomas Hackenberg

Ratgeber Hardware

2. Das brauchen Sie für Satelliten-TV (DVB-S)

Die meisten HDTV-Sender empfängt man via Satellit. Für die deutschsprachigen Programme ist vor allem die Astra-Satellitenflotte auf der Allposition 19,2 Grad Ost wichtig. Für den Empfang via Satellit benötigen Sie einen Satelliten-Spiegel, die so genannte "Schüssel", samt Halterung, einen digital-tauglichen Signalumsetzer (LNB, Low Noise Block Converter), eine Sat-TV-Karte oder -USB-Box für den PC und die passenden Kabel, um die Komponenten zu verbinden. Besitzen Sie bereits eine Sat-Empfangsanlage, können Sie Schüssel und Verkabelung oft weiter verwenden. Falls Sie nicht schon Digital-TV per Satellit empfangen, sollten Sie sich vergewissern, ob das vorhandene LNB digitaltauglich ist, und es gegebenenfalls austauschen. Falls Sie sich nicht sicher sind, schafft ein Blick auf das Typenschild meist Klarheit: Sind darauf die beiden Frequenzbereiche "10,70 - 11,70 GHz (Low)" und "11,70 - 12,75 GHz (High)" angegeben, kann das LNB digitale und damit auch HD-Sender empfangen. Ist dagegen nur der Low-Bereich aufgedruckt, handelt es sich um ein analoges LNB, das nur ein paar digitale Sender empfangen kann. Digitaltauglich sind auch alle Signalumsetzer, die als "Universal LNB" oder Quad-LNB" gekennzeichnet sind.
Für den PC gibt es Steckkarten und externe USB-Boxen, kaum verbreitet sind hingegen Firewire-Lösungen. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Hardware das Übertragungsverfahren DVB-S2 beherrscht. Andernfalls sehen Sie bei den HD-Sendern in die Röhre. Die Software zum Fernsehen und Aufzeichnen der Sendungen, die die H.264-Decodierung übernimmt, liegt der Empfangs-Hardware in den meisten Fällen bei. Falls nicht, können Sie eines der unter Punkt 6 vorgestellten Gratisprogramme einsetzen. Damit lassen sich die unverschlüsselten öffentlich-rechtlichen HD-Programme anschauen und aufzeichnen.
DVB-S2 per PC-Karte: Die günstigsten Einbaukarten für den PCI-Steckplatz bekommt man ab rund 60 Euro, etwa die Technisat Skystar HD2. Etwas teurer ist die WinTV Nova HD-S2 von Hauppauge, die mit knapp 90 Euro zu Buche schlägt. Auch für den PCI-Express-Steckplatz gibt es preiswerte Karten wie die Tevii S470 DVB-S2 oder die TBS 6920 DVB-S2. Kostenpunkt: jeweils rund 80 Euro. Teurer kommt die Hauppauge WinTV HVR-4400 mit rund 140 Euro. Eine eigenwillige Lösung stellt die rund 200 Euro teure Floppy DTV S2 von Digital Everywhere dar: Sie wird in den PC eingebaut, aber an die Firewire-Buchse angeschlossen. Die Karte passt in einen PCI- oder PCI-Express-Steckplatz, kann notfalls aber auch ohne Steckplatz im Computer oder mittels Floppy DTV Extension Kit in einem Schacht des PCs montiert werden.
DVB-S2 per USB: Eine preiswerte USB-Box für den HDTV-Sat-Empfang ist die Tevii S660 DVB-S2 für knapp 80 Euro. In die gleiche Preisklasse fällt die Technotrend TT-connect S2-3600.
Privatsender und Sky entschlüsseln: Im Unterschied zu den öffentlich-rechtlichen sind die HD-Programme der deutschen Privatsender wie die HD-Kanäle von Sky verschlüsselt. Um diese sehen zu können, benötigen Sie zusätzliche Hardware für die Sat-Karte oder -Box: ein so genanntes Common Interface (Abkürzung: CI) und das für die jeweiligen Sender nötige Entschlüsselungsmodul, das Conditional Access Modul, kurz CAM. Das CI hat ein oder zwei Schächte. In die werden die CAMs geschoben, die dann die Bezahl-TV-Karten (Smartcards) aufnehmen. Einbau-CIs für einen PCI-Steckplatz im Computer, die über ein Flachbandkabel mit der TV-Karte verbunden werden, kosten rund 30 bis 40 Euro.
Oder Sie wählen ein CI mit USB-Anschluss, das beispielsweise Hauppauge oder Technisat für ihre Karten anbieten. Preise: rund 70 Euro bei Hauppauge, rund 30 Euro bei Technisat. Einige USB-TV-Karten bringen bereits ein integriertes CI mit, beispielsweise die Technisat Skystar USB 2 HD CI (rund 110 Euro) und die Technotrend Connect S2-3650 CI (rund 100 Euro). Die Smartcard erhalten Sie nach dem Abschluss eines Abonnements vom Bezahl-TV-Anbieter Sky beziehungsweise von der Astra-Tochter und Betreiberfirma HD Plus. Die Karte für HD+ kostet 50 Euro pro Jahr. Das erste Jahr ist in der Regel im Preis für das notwendige Empfangs- oder Entschlüsselungsgerät enthalten.
Das richtige CAM für HD+: Ein offizielles CAM für die Entschlüsselung von HD+ ist aktuell noch nicht erhältlich. Es gibt lediglich die Ankündigung auf der Internetseite, ab Mitte 2010 ein "CI-Modul für HD+" für rund 100 Euro inklusive Smartcard zu vertreiben. Dieses soll dann in den auf der Seite aufgelisteten Sat-Empfängern und Fernsehgeräten seinen Dienst tun. Für den PC-Einsatz ist dieses auch "Legacy-CAM" genannte Modul nicht vorgesehen und wird im Computer vermutlich auch nicht funktionieren, da es für Sat-Karten und -Boxen wahrscheinlich keine entsprechende Aktualisierung der Geräte-Software (Firmware) geben wird. Als Alternative bieten sich CI-Plus-Entschlüsselungsmodule an. Über CI-Plus können die Fernsehsender ins TV-Signal integrierte Zugriffsbeschränkungen (URI, Usage Rule Information) auf den Endgeräten festlegen: beispielsweise die Aufnahme verbieten oder die Wiedergabe zeitlich begrenzen. Deshalb haben die ersten TV-Anbieter CI-Plus-Module als offizielle Empfänger akzeptiert.
Passende CI-Plus-Schächte finden sich aber bisher nur in Sat-Receivern und in Fernsehern. Theoretisch lassen sich die CI-Plus-CAMs zwar in herkömmlichen CI-Schächten einer DVB-S2-Karte oder -Box verwenden, da sie physikalisch passen. Allerdings können die Programmanbieter die Wiedergabe mit so einer Kombination technisch jederzeit sperren. Damit wären dann rund 70 Euro für das CI-Modul inklusive 12-Monats-Abokarte für HD+ verschwendet. Die einzige derzeit technisch funktionierende Methode, Sendungen in HD+ auf dem PC zu empfangen, ist verboten: Mit dem programmierbaren Modul Diablo CAM 2 (etwa 100 Euro) und der alternativen Firmware Transformer 002 lassen sich auch Sendungen in HD+ mit nicht-HD+-lizenzierten Receivern entschlüsseln.
Smartcard und CAM für Sky: Auch der Bezahlsender Sky sieht es nicht vor, dass sich seine HD-Kanäle auf dem Computer empfangen lassen. Beim Abschluss eines Abonnements muss der Neukunde entweder einen Receiver mitbestellen. Dafür werden im günstigsten Fall einmalig 20 Euro fällig. Oder der Kunde weist nach, dass er einen Sky-zertifizierten Receiver besitzt. Dies geschieht online durch die Eingabe der 14-stelligen Receiver-Nummer. Es gibt zwar im Internet eine Anzahl Tipps, wie man an eine gültige Nummer kommt. Auch wird berichtet, dass vollkommen frei erfundene Receiver-Nummern zum Abo führten. Doch ganz so leicht sollte man diesen Punkt nicht nehmen. Schließlich versendet Sky abhängig vom Receiver unterschiedliche Smartcards: entweder eine V13-Karte für die Verschlüsselungstechnik NDS Videoguard oder eine S02-Karte für Nagravision. Für letztere genügt ein CAM vom Typ Alphacrypt Light für knapp 50 Euro. Mit dieser Kombination klappt der PC-Empfang von Sky HD problemlos. Bei einer V13-Smartcard sind neben der DVB-S2-Karte oder -Box nebst CI-Schacht auch - wie bei HD+ beschrieben - ein entsprechend programmiertes CAM nötig. Wer auf Nummer Sicher gehen will, erwirbt das Sky-Abo zusammen mit dem Alphacrypt-Light-Modul, beispielsweise beim Internethändler Amazon. Dann kümmert sich der Verkäufer um alle Formalitäten, und Sie erhalten sicher die passende Karte.
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