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Windows 8 am PC – aber bitte mit Touchscreen

25.10.2012 | 09:08 Uhr |

„Windows 7, nur besser“: So beschreibt Microsoft offiziell sein neues Betriebssystem. Gründe, am PC auf Windows 8 umzusteigen, gibt es also offenbar kaum. Ich probiere es trotzdem – und zwar gleich an einem Multitouch-Monitor.

Mein „Problem“ ist schnell umrissen: Alle meine Rechner laufen problemlos auf Windows 7. Sehnlichst erwartet habe ich Windows 8 also nicht – trotz des relativ günstigen Preises von rund 30 Euro. Doch die Neugierde treibt mich, Windows 8 zu testen. Und wenn schon die neue Metro-Oberfläche – pardon, sie heißt ja jetzt „Modern UI“ – dann bitte auch auf einem Touchscreen.

Windows 8 günstig – 100 Euro gespart

Keineswegs möchte ich nämlich am Schreibtisch sitzen, ständig mit ausgestreckten Armen auf dem Touch-Monitor herumfuchteln und abends den Muskelkater im Oberarm spüren. Nein, da muss eine etwas komfortablere Lösung her! Ich erinnere mich an den gemeinsam von Microsoft und Samsung Computertisch „Surface“ – hoppla, auch der ist mittlerweile umbenannt: Das fast 8.000 Euro teure Stück heißt nun Samsung SyncMaster SUR40. Die Idee aber ist da und muss nur noch in die Tat umgesetzt werden: Windows 8 auf einem Touch-Display, flach in eine Tischplatte eingelassen.

Windows 8 will auf einem berührungsempfindlichen Monitor bedient werden. Doch ein All-in-One-PC oder Touch-Bildschirm eignet sich ergonomisch dazu nur schlecht.
Vergrößern Windows 8 will auf einem berührungsempfindlichen Monitor bedient werden. Doch ein All-in-One-PC oder Touch-Bildschirm eignet sich ergonomisch dazu nur schlecht.

Wie aber lässt sich das Konzept erst einmal ausprobieren, ohne gleich den Schreibtisch in der Redaktion oder den Wohnzimmertisch daheim zu zersägen? Ich versuche es zunächst einmal mit dem „Monitor-Tablet“ auf dem Schoß. Weil von den neuen bestellten All-in-One-PCs keiner rechtzeitig die Redaktion erreichte, helfe ich mir mit einem berührungsempfindlichen 22-Zoll-Bildschirm und dem Minirechner Zotac Nano AD10 . Im Prinzip ist das kein Problem, nur Herumlaufen wie mit dem Tablet geht natürlich nicht. Da stören dann doch die Kabel.

Mein persönliches „Surface“: ein völlig neues PC-Erlebnis

Die Installation von Windows 8 vom USB-Stick – ein DVD-Laufwerk hat der Minirechner ja nicht – läuft von einer Ausnahme abgesehen problemlos. Trotz korrekter Treibereinbindung und Full-HD-Auflösung füllt der Windows-Desktop nicht die gesamte Monitorfläche. Erst das AMD Vision Engine Control Center macht es möglich, den Overscan-Regler auf 0 Prozent zu schieben und damit die native Bildschirmauflösung einzustellen.

„Windows 7 - nur besser“. Bei dieser offiziellen Beschreibung von Microsoft fragt man sich natürlich: Warum überhaupt auf einem PC auf Windows 8 upgraden?
Vergrößern „Windows 7 - nur besser“. Bei dieser offiziellen Beschreibung von Microsoft fragt man sich natürlich: Warum überhaupt auf einem PC auf Windows 8 upgraden?

Alles andere funktioniert auf Anhieb, inklusive der Touch-Bedienung von Windows 8. Die dafür notwendigen Treiber hat das neue Betriebssystem offenbar an Board oder lädt sie automatisch aus dem Netz. Funkmaus und -tastatur habe ich nur für das Setup angeschlossen, jetzt bleibt das Set abgestöpselt. Bedient wird der Schoßrechner ab sofort nur noch über den Bildschirm inklusive Bildschirmtastatur.

Das erste Fazit lautet: Ich muss mich – das bringt die völlig neue Oberfläche nach mehr als 20 Jahren Windows zwangsläufig mit sich – erst einmal an das veränderte Bedienkonzept gewöhnen. Doch schon nach kurzer Zeit habe ich die wichtigsten Einstellungen gefunden, ein paar Wischgesten im Kopf und die grundlegende Funktionsweise verstanden. Ein paar wichtige Hotkeys schaden übrigens dennoch nicht.

Häufig gestellte Fragen zum Upgrade auf Windows 8

Im Übrigen bietet mein provisorisches Surface ein völlig neues PC- und Windows-Erlebnis, insbesondere bei solchen Anwendungen wie der Karten-App Bing Maps: Multitouch-Bedienung am Windows-Rechner! Die normalen Rechner ohne Touchscreen aber werden erst einmal weiter mit Windows 7, Tastatur und Maus laufen. Sonst müsste ich ja ein Tool wie ViStart oder Classic Shell installieren, um nicht jedes Mal erst die Kacheloberfläche wegklicken zu müssen. Für herkömmliche PCs gibt es meines Erachtens wenig Gründe, auf die neue Version umzusteigen: USB 3.0-Unterstützung habe ich auch mit Treibern auch unter Windows 7 und das etwas schnellere Booten allein reicht nicht als Grund für den Umstieg.

Arbeiten am 22-Zöller wie auf dem Tablet: Ein Multitouch-Monitor bietet bei Anwendungen wie Bing Maps mit Windows 8 ein völlig neues PC-Erlebnis.
Vergrößern Arbeiten am 22-Zöller wie auf dem Tablet: Ein Multitouch-Monitor bietet bei Anwendungen wie Bing Maps mit Windows 8 ein völlig neues PC-Erlebnis.

Zum Schluss gibt‘s noch eine kleine Einschränkung: Der verwendete Touch-Monitor arbeitet drucksensitiv, also nicht kapazitiv wie beim Smartphone und Tablet-PC. Das Wischen läuft darauf nicht ganz so smooth, wie man es vom mobilen Gerät gewohnt ist. Da würde nur ein kapazitiver Bildschirm helfen, doch solche Modelle sind noch rar und kosten selbst als 22-Zöller mehr als 500 Euro. Mit rund 1.500 Euro nochmals erheblich teurer ist das Idea Center A720, einer der wenigen All-in-One-PCs mit kapazitiver Oberfläche.

 

 

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