Wenn Sie noch risikofreudiger sind, können Sie sich Ihre Fritzbox-Firmware auch selbst basteln. Ein beliebtes Tool dafür ist Danisahne-Mod, kurz Ds-Mod. Er enthält Makefiles und Scripts, um die AVM-Firmware zu verändern. Um sie herunterzuladen, müssen Sie sich im Forum registrieren. In diesem Thread steht auch, mit welchen Fritzbox-Modellen Ds-Mod zusammenarbeitet und welche Versionen der Original-Firmware er unterstützt.
Der Vorteil eines echten Firmware-Mods gegenüber einem Pseudo-Image: Da hier tatsächlich die Firmware geändert wird, lassen sich mehr und umfangreichere Funktionen einbauen als durch das bloße Verändern der debug.cfg. Zum Modifizieren und Bauen der neuen Firmware benötigt Ds-Mod eine Wagenladung an Linux-Tools, die das Programm selbstständig herunter lädt – deshalb muss der Rechner beim Arbeiten mit Ds-Mod eine Online-Verbindung haben.
Am einfachsten funktioniert Ds-Mod unter Linux, für Windows-Nutzer gibt es aber das Tool Friboli: Es läuft im VM-Ware-Player und bietet Ds-Mod so die passende Linux-Umgebung in einer virtuellen Maschine.
Installieren Sie zunächst den VM-Ware-Player. Anschließend entpacken Sie Friboli am besten mit Winrar, da es je nach Version als Tar- oder 7z-Datei vorliegt. Mit einem Doppelklick auf die Datei „Other Linux.vxm“ im Friboli-Unterverzeichnis „BOFH-Linux“ startet die Installation des Debian-Linux, das das Tool mitbringt. Im Windows-Explorer öffnen Sie nun den Freigabe-Ordner von Friboli mit \bofh-debian. Dorthin kopieren Sie die aktuelle Version von ds-mod.
Wechseln Sie ins Fenster des VM-Ware-Players und melden Sie sich an mit dem Login „bofh“ und dem Password „fritzbox“ – bei der Eingabe des Passwortes bewegt sich der Cursor übrigens nicht, nach Bestätigung mit der Eingabetaste geht es aber weiter, sofern Sie sich nicht vertippt haben. Mit dem Befehl „tar –xvjf“ gefolgt von der exakten Dateibezeichnung des heruntergeladenen Ds-Mod-Archivs entpacken Sie die Datei. Wechseln Sie mit „cd“ in das neu angelegte Verzeichnis des Ds-Mod. Mit dem Befehl „make menuconfig“ rufen Sie die Konfigurationsoberfläche auf. Dort legen Sie beispielsweise über „Hardware Type“ fest, welche Fritzbox Sie modifizieren wollen oder geben bei „Brandings“ an, ob Einstellungen eines bestimmten Internet-Providers auf der Fritzbox verbleiben sollen. In der Option „Mod, Package Selection“ wählen Sie aus, welche Zusatz-Tools in die modifizierte Firmware kommen sollen: Vom Dateimanager (Midnight Commander) über einen SSH2-Server (Dropbear), vom Anonymisierungs-Tool (Tor) bis zum http-Proxy (Privoxy) gibt es zahlreiche Optionen. Sichern Sie die Konfiguration.
Mit dem Befehl „make“ geben Sie Ds-Mod das Startzeichen: Das Tool lädt die passenden Software herunter und baut sie in die Firmware ein. Das kann je nach Rechenkraft Ihres Systems schon ein paar Stunden dauern. Die neue Firmware steht dann im DS-Mod-Verzeichnis. Sie können Sie über die Update-Funktion der Fritzbox auf den Router hochladen.
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