Auto & Technik auf PC-WELT

Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

2039153

DAB+ im Auto für 50 Euro nachrüsten – Technisat DigitRadio GO im Test

30.06.2016 | 14:41 Uhr |

Selbst in Neuwagen ist DAB+ längst kein Standard, deshalb ist ein KFZ-Digitalradio zum Nachrüsten eine gute Idee – eine unkonventionelle Lösung macht es möglich.

Mit „Radio der Zukunft“ bewerben Sender und Gerätehersteller das Digitalradio. Doch ausgerechnet dort, wo DAB+ den größten Nutzen bietet, mangelt es nach wie vor an Empfängern: nämlich im Auto. Das Digitalradio-Konsortium führt zwar in der Geräterubrik „Autoradio“ gut 50 Modelle, doch bei weitem nicht alle Fahrzeuge erlauben den einfachen Austausch des eingebauten Gerätes gegen eines mit DAB+.

Da ist die Idee eines zusätzlichen digitalen Empfangsadapters naheliegend, die Auswahl aber klein und die Empfangsqualität nicht immer die beste. Dies ist beim Digitalradio DigitRadio GO des deutschen Herstellers Technisat anders, wenngleich man an anderer Stelle Abstriche machen muss.

Eigentlich ist das Gerät als mobiles Digitalradio fürs Hören über Kopfhörer konzipiert, es eignet sich mit einem passenden Audiokabel für den Aux-Eingang des Autoradios aber auch sehr gut, um unterwegs DAB+ zu empfangen. Voraussetzung ist eigentlich nur eine 3,5-Millimeter-Aux-Buchse, über die mittlerweile die meisten Autoradios verfügen. Dazu kommt der günstige Gerätepreis von nur gut 50  Euro, wie die Preissuchmaschine Billiger.de verrät.

Das Technisat Digitalradio lässt sich einfach im Auto befestigen, die Kabel für die Stromzuführung und das Audiosignal sollte man möglichst gefällig verlegen.
Vergrößern Das Technisat Digitalradio lässt sich einfach im Auto befestigen, die Kabel für die Stromzuführung und das Audiosignal sollte man möglichst gefällig verlegen.

Technisat DigitRadio GO mit Schwächen, aber sehr gutem Empfang

Längst nicht alle DAB-Radios bieten den Empfang, den man von der digitalen Technik eigentlich erwarten darf. Das Technisat-Gerät leistet sich in diesem Punkt dagegen keine Schwäche, fast alle im bayerischen Testgebiet zu empfangenden Stationen findet der Sendersuchlauf sofort und spielt sie fast immer störungsfrei ab. Abstriche muss man allerdings bei der Bedienung machen, insbesondere fehlen Stationstasten zum Abspeichern der wichtigsten Sender.

Autoradio mit Apps, Navi und DAB+ nachrüsten

Das Fehlen der Senderspeicher ist vor allem deshalb unverständlich, weil sie im Schwestermodell integriert sind. So bleibt einem nichts anders übrig, als die ganze Liste zum gewünschten Sender durchzuscrollen. Auch vermisst man im GO-Modell eine Batterieanzeige, was bei der permanenten Stromversorgung über USB im Auto aber kein Problem darstellt. Ansonsten ist das DigitRadio GO einfach, intuitiv und somit problemlos zu bedienen.

Das Technisat DigitRadio Mobil hat zwar mehr Features als das GO-Modell, es eignet sich aber aufgrund von Farbe und Bauform weniger für den Betrieb im Auto.
Vergrößern Das Technisat DigitRadio Mobil hat zwar mehr Features als das GO-Modell, es eignet sich aber aufgrund von Farbe und Bauform weniger für den Betrieb im Auto.
© Technisat

Neben dem günstigen Preis und dem guten Empfang ist das DigitRadio GO auch aufgrund seiner Bauform und Farbe für den Einsatz im Auto prädestiniert. Denn neben dem weißen Modell ist es auch in schwarz lieferbar, außerdem lässt es sich über die glatte Unterseite mit doppelseitigem Klebeband problemlos auf dem Armaturenbrett befestigen. Elegant und in wenigen Sekunden angebracht ist das Radio mit einem gewöhnlichen Haushaltsgummi auch an den Lüftungsschlitzen. Vom Gummiband selbst sieht man nichts, denn das greift nur hinter den Halteclip an der Rückseite des Radios.

Ratgeber: Tablet-PC Nexus 7 ins Auto integrieren

Bleiben also noch die Stromversorgung und die Verbindung zum Autoradio. Möchte man das Radio nicht ständig zum Aufladen des integrierten Akkus herausnehmen, muss man ein USB-Kabel vom Adapter der 12-Volt-Steckdose (oder vom USB-Anschluss am Radio) zum Digitaladapter führen. Ein zweites Kabel, nämlich ein Audiokabel mit zwei 3,5-Millimeter-Klinkensteckern an beiden Seiten, ist für die Verbindung zum eingebauten Radio erforderlich.

Gefälliger wird das Ganze, wenn man passende, möglichst kurze Kabel wählt, die nicht unnötig herumbaumeln. Wirklich erstaunt hat an dieser Stelle, dass – obwohl das Audiokabel gleichzeitig als Antenne dient – eine 15 Zentimeter kurze Verbindung für rauschfreies Hören im Wageninnern völlig ausreicht! 

6,9 x 3,3 x 1,6 Zentimeter misst das Mobil-Digitalradio DigitRadio GO, das über fünf Taster oben bedient wird. Im Bild rechts der Kopfhörer/Aux-Anschluss.
Vergrößern 6,9 x 3,3 x 1,6 Zentimeter misst das Mobil-Digitalradio DigitRadio GO, das über fünf Taster oben bedient wird. Im Bild rechts der Kopfhörer/Aux-Anschluss.
© Technisat

Fazit: Digitalradio trotz mühsamer Senderwahl im Auto empfehlenswert

Vor dem Hintergrund vielfacher und zum Teil wenig erbaulicher Erfahrungen mit Empfang und Nachrüstung von DAB+ im Auto lautet das Fazit mit dem Technisat DigitRadio GO: funktioniert gut! Und das trotz des Umstands, dass das Radio im Prinzip für einen ganz anderen Zweck gedacht und das Display fürs Armaturenbrett arg klein geraten ist. Würde das Gerät nun noch über die schmerzlich vermissten Stationstasten verfügen, wäre es (fast) perfekt.

In der Praxis dürfe dieser Mangel insbesondere eingefleischte Radiohörer wenig stören, da viele ohnehin beim einmal eingestellten Sender bleiben und nicht ständig wechseln. Gerade da liegt ja der Vorteil von DAB+: Bei den bundesweiten Stationen kann man ohne Nachjustieren von Garmisch-Partenkirchen bis Flensburg fahren, bei vielen länderspezifischen Sendern häufig immerhin mehrere Stunden.

Lesetipp:  DAB+ im Auto und auf dem Smartphone für 30 Euro

Wer auf digitalen Empfang im Auto umsteigen möchte, aber sein bisheriges Radio nicht wechseln kann oder möchte, bekommt mit dem mobilen Gerät von Technisat also eine gute und äußerst günstige Lösung zum Nachrüsten. Als mobiles Radio zum Unterwegshören über Kopfhörer eignen sich andere Modelle mit Stationstasten wie das Sangean DPR 39 dagegen besser. Positiv beim Technisat-Radio ist noch die Batterielaufzeit von fast zehn Stunden hervorzuheben, bei ständiger Displaybeleuchtung sind es immerhin noch acht Stunden. Also weit mehr als der Herstellerangabe mit „bis zu sechs Stunden“ angibt – auch das gibt es selten.

Fahrerloses Auto mit 4K-TV vorgestellt - Video
0 Kommentare zu diesem Artikel
2039153