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Cyberstalking – So wehren Sie sich!

23.08.2016 | 10:40 Uhr |

Internet, Smartphone, Tablet – die neuen Technologien machen das Leben komfortabler. Doch hat die digitale Welt auch ihre Schattenseiten. Stichwort: Cyberstalking. Wir sagen Ihnen, was das ist und wie Sie sich davor schützen können.

Der verschmähte Ex belästigt seine Verflossene mit Anrufen. Nach einem Streit landen auf einmal beleidigende Mails im Postfach der Frau, und in ihrem Namen werden obszöne Beiträge in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Dann steht plötzlich der Pizzalieferdienst mit nicht bestellter Ware vor der Tür, und der Postbote bringt ebenfalls Pakete, deren Inhalt die Empfängerin nicht bestellt hat.

Diese Form der Belästigung nennt man „Cyberstalking“, also das meist krankhafte Nachstellen einer Person mithilfe von digitalen Medien. Cyberstalking kann sich in Form der oben beschriebenen Szenarien äußern. Je nach Grad der Besessenheit des Täters sind aber auch schwächere oder stärkere Formen möglich. Eines ist bei Cyberstalking allerdings immer der Fall: Das Opfer bekommt die „Aufmerksamkeit“ des Täters gegen seinen Willen, fühlt sich dadurch belästigt sowie in seinem persönlichen Alltag eingeschränkt.

In diesem Ratgeber gehen wir auf die verschiedenen Formen von Cyberstalking ein, die Motivation der Täter wie auch die Auswirkungen für alle Beteiligten. Außerdem sagen wir Ihnen, wie Sie am besten reagieren sollten, wenn Sie Opfer eines Cyberstalkers sein/werden sollten.

Siehe auch: Facebook will Selbstmorde verhindern

Name

Kontaktinfos

Beschreibung

Gegenstalking

www.gegenstalking.de  

Hilfe für Stalking-Opfer

Weißer Ring

weisser-ring.de

Hilfe für Kriminalitätsopfer allgemein

Polizei

www.polizei.de

Dienststellensuche nach Bundesländern

Opferhilfe

www.opferhilfe.de

Informationen und Ansprechpartner, nach Bundesländern

Mobbing.net

www.mobbing.net/cybermobbing.htm

Informationsseite mit Forum

1. Motivation: Das steckt hinter Cyberstalking

Was will ein Mensch damit bezwecken, wenn er anderen Menschen gegen deren Willen Aufmerksamkeit entgegenbringt? Die Antwort ist ziemlich einfach: eine Reaktion. Wie diese auszusehen hat, hängt natürlich maßgeblich von der jeweiligen Motivation des Täters ab: So ist ein häufiges Motiv für Cyberstalking etwa enttäuschte Liebe beziehungsweise Zurückweisung. Der Täter will dem Opfer mithilfe von Anrufen, Geschenken und anderen Aufmerksamkeiten seine Gefühle klarmachen und es auf diese Weise zu einer Beziehung überreden. Täter und Opfer kennen sich deshalb zumeist und hatten vielleicht schon eine (erfolglose) Beziehung miteinander.

Das Problematische an diesem Sachverhalt ist allerdings, dass die Grenze zwischen harmloser Schwärmerei und Cyberstalking hier nicht einfach auszumachen ist. Sind beispielswei-se zwei Liebesbriefe per Mail bereits eine Belästigung? Fühlen Sie sich bei vier Whatsapp-Nachrichten bereits „gestalked“? Und könnte ein Blumenstrauß nicht einfach nur eine nette Geste eines Ex-Freundes sein?

Mit einem Anbieter wie Guerrillamail können Cyberstalker Einweg-Mailadressen generieren, die sich nicht nachverfolgen lassen.
Vergrößern Mit einem Anbieter wie Guerrillamail können Cyberstalker Einweg-Mailadressen generieren, die sich nicht nachverfolgen lassen.

Kommt darauf an: Taucht ein Stalker immer wieder vor Ihrem Haus auf, sind zwei Liebesbriefe definitiv eine Belästigung. Honoriert Ihr ungewollter Verehrer jeden Ihrer Twitter-Beiträge mit einem „Like“ und einem „Retweet“, sind vier Whatsapp-Nachrichten danach ebenfalls nicht erwünscht. Und auch ein Blumenstrauß macht es noch schlimmer. Dann ist es an der Zeit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen (siehe dazu Punkt 3).

Ein weiterer Grund für Cyberstalking, der mit „verschmähter Liebe“ verwandt ist, ist Rache. Auch hier ist meist eine persönliche Beziehung vorausgegangen. Statt die Herzensdame zurückgewinnen zu wollen, plant der Täter aber, sich an ihr zu rächen und sie in der Öffentlichkeit zu demütigen. In diesem Fall gibt es keine Liebesschwüre und Geschenke, sondern – womöglich noch im Namen des Opfers – peinliche, obszöne oder anderweitig kompromittierende Beiträge auf sozialen Netzwerken. Auch Fotos des Opfers werden in einem Zusammenhang gepostet, der das Opfer erniedrigen soll. Das Motto ist: je öffentlicher, desto besser.

Ein anderer Grund für Cyberstalking ist das Empfinden von Macht. Dabei muss der Täter sein Opfer jedoch nicht unbedingt persönlich kennen – die Besessenheit ist eher auf ein zufälliges Ziel gerichtet. Der Gedanke, dass sein Opfer ihm gegenüber komplett machtlos ist, befriedigt den Täter und reicht ihm als Motivation für sein Handeln. Aber: Kommt dagegen eine konkrete Absicht hinzu – beispielsweise, um das Opfer zu einer bestimmten Handlung zu bewegen –, so wird aus dem Cyberstalker schnell ein Erpresser (siehe Punkt 4).

Kennen sich Täter und Opfer, benutzt der Täter mit Allmachtsfantasien in der Regel die üblichen Kanäle, um sein Opfer zu belästigen. Will der Täter seine Anonymität bewahren, sendet er seine Mails von temporären Accounts wie Guerrillamail oder Mailinator.

Auf Hilfeseiten wie Gegenstalking.de finden Stalking-Opfer Informationen und Hilfe. Ein Forum dient zum Austausch mit Leidensgenossen.
Vergrößern Auf Hilfeseiten wie Gegenstalking.de finden Stalking-Opfer Informationen und Hilfe. Ein Forum dient zum Austausch mit Leidensgenossen.

Eine besonders hinterhältige Art der Belästigung ist das Bestellen von Waren auf den Namen des Opfers. Zwar können Sie grundsätzlich die Annahme von Paketen verweigern, da diese meist per Nachnahme bestellt werden. Hat Ihnen Ihr Stalker jedoch Pizza oder Ähnliches geordert, ist die Diskussion mit dem Lieferanten an der Haustür mehr als unangenehm, und so manches Opfer dürfte in dieser Situation lieber den Geldbeutel zücken.

2. Konsequenzen: Das durchleiden die Opfer

Wer noch nie selbst Opfer von Cyberstalking geworden ist, wird vielleicht der Meinung sein, das wäre doch alles nicht so schlimm, das Opfer solle sich bitte nicht so anstellen. Cyberstalking kann jedoch eine ganze Menge Auswirkungen haben. Und zwar nicht nur auf die Opfer selbst, sondern auch auf deren Umfeld.

Denn Cyberstalking-Opfer entwickeln durch die Belästigungen nicht selten psychische und körperliche Probleme, die sich sowohl auf ihren Alltag als auch auf ihre Mitmenschen auswirken: Verfolgungswahn, Unruhe, Angstzustände und Schreckhaftigkeit sind nur einige der Symptome, mit denen sich Cyberstalking-Betroffene und deren Umfeld auseinandersetzen müssen. Dazu können Schlaflosigkeit, Magenprobleme, Kopfschmerzen sowie allgemeine Erschöpfung kommen. Im Alltag macht sich das dann oft durch eine generelle Gereiztheit und latente Aggression der Opfer bemerkbar.

Eine weitere, nicht zu vernachlässigende Konsequenz von Cyberstalking ist materieller Art. Nicht nur, dass sie eventuell für bestelltes Essen bezahlen dürfen (siehe oben). Wenn ein Stalker bei Facebook und Co. schädigende Inhalte über Sie veröffentlicht, könnte sich das nachteilig auf Ihr Berufsleben auswirken. Denn nicht selten holen sich Personalchefs auf den Plattformen Input zu Bewerbern und potenziellen Mitarbeitern.

3. Reaktion: So sollten sich Opfer verhalten

Egal, ob ein Cyberstalker sein Opfer per Mail, SMS oder Facebook-Posting belästigt – wer sich dagegen wehren möchte, der muss zuerst Beweise sammeln. Machen Sie also Screenshots von beleidigenden Online-Beiträgen, drucken Sie Hassmails samt Header aus (siehe dazu den Kasten) und archivieren Sie SMS-Nachrichten auf Ihrem Mobilgerät und einem weiteren Speicherort. Eine nützliche App dafür ist beispielsweise „SMS Backup & Restore“, das nicht nur SMS sichert, sondern auch Anrufe mitloggt und anschließend als XML-Datei speichert. Die Sicherungen lassen sich über Mail verschicken und/oder in der Cloud ablegen.Eine Frage, die vermutlich jedes Cyberstalking-Opfer beschäftigt, lautet: „Soll man dem Täter antworten?“ Unser Tipp: Kennen Sie den Stalker persönlich, ist es einen Versuch wert. Bleiben Sie dabei allerdings sachlich, denn Beleidigungen oder Drohungen könnten den Täter nur weiter aufstacheln.

Mit der App „SMS Backup & Restore“ können Sie SMS-Nachrichten und Anruf-Logs lokal und in der Cloud sichern.
Vergrößern Mit der App „SMS Backup & Restore“ können Sie SMS-Nachrichten und Anruf-Logs lokal und in der Cloud sichern.

Bei unbekannten Stalkern sollten Sie auf eine direkte Reaktion verzichten. Auch hier gilt es jedoch, Beweise zu sammeln (siehe oben). Aus diesem Grund sollten Sie sich auch überlegen, ob Sie Ihre Mailadresse beim Anbieter sperren lassen, falls der Stalker zum Beispiel Guerrillamail nutzt. Guerrillamail bietet diese Option, und es ist zudem möglich, dem Dienst einen Missbrauch zu melden. Die Chance, dass der Täter dadurch gefasst wird, ist aber minimal.

Möchten Sie also in erster Linie Ruhe vor den Belästigungen haben (oder landen die Nervmails beispielsweise auch in Ihrem Büro-Mailaccount), können Sie Ihre (Büro-)Mailadresse sperren lassen. Wollen Sie dagegen, dass der Täter gefasst wird, dann behalten Sie die Nerven, verzichten Sie auf die Sperrung und sammeln Sie weitere Beweise.

Gerichtsurteil: Schülerin beleidigt Lehrer auf Facebook

Wenn der Täter allerdings auch vor Pizza-und anderen Lieferungen nicht halt macht, können Sie sich nur wehren, indem Sie Nachnahmepakete grundsätzlich nicht annehmen. Haben Sie eine Bestellbestätigung bekommen, weil der Stalker Ihre echte Mailadresse für die Bestellung verwendet hat, widerrufen Sie die Order am besten so schnell wie möglich telefonisch und schildern Sie dem Versender Ihr Problem. Meist leiten die Unternehmen dann selbst Maßnahmen gegen den Stalker ein.

Bei falschen Essensbestellungen haben Sie die Möglichkeit, Ihre Daten bei Lieferando, Lieferheld & Co. sperren zu lassen. Allerdings sollten Sie auch in diesem Fall die Bestellung stornieren, wenn der Stalker Ihre echte Mailadresse benutzt und Sie eine Bestellbestätigung erhalten haben. Ansonsten bleibt Ihnen lediglich die Annahmeverweigerung an der Tür.

Der Mail-Header (im Bild: Gmail) verrät Infos zum Absender einer Mail. Drucken Sie ihn für Ihre Beweissammlung möglichst vollständig aus.
Vergrößern Der Mail-Header (im Bild: Gmail) verrät Infos zum Absender einer Mail. Drucken Sie ihn für Ihre Beweissammlung möglichst vollständig aus.

Meist beschränkt sich ein Stalker nicht auf eine Belästigungsart. Kommen mehrere Kanäle zusammen, also beispielsweise Mails, Facebook-Kommentare sowie Paketbestellungen, sollten Sie ein Tagebuch darüber führen. Darin können Sie sich haarklein jedwede Belästigung mit Datum notieren. Zusammen mit den ausgedruckten Posts, SMS und Mails kann das Tagebuch später ein mächtiges Beweismittel sein.

Denn wenn die „Aufmerksamkeiten“ eines Cyberstalkers schließlich Ihr persönliches Maß überschritten haben, sollten Sie unbedingt mit Ihren Beweisen zur Polizei gehen und Anzeige erstatten. Die Polizei wird Ihnen dann auch sagen, wie Sie mit weiteren Beweisen verfahren sollen. Und erklären Sie auf jeden Fall Ihren Freunden und Bekannten, dass Sie belästigt werden – so reagieren diese richtig, falls der Stalker sich an sie wendet.

4. Auswirkungen: Das kann auf die Täter zukommen

Juristisch gesehen handelt es sich bei Cyberstalking um „Nachstellen“. Hierzu heißt es im dazugehörigen Paragraphen § 238 des Strafgesetzbuches (StGB):

(1) Wer einen Menschen unbefugt belästigt, indem er beharrlich

  1. seine räumliche Nähe aufsucht

  2. unter Verwendung von Telekommunikationsmitteln oder sonstigen Mitteln der Kommunikation oder über Dritte Kontakt zu ihm herzustellen versucht,

  3. unter missbräuchlicher Verwendung von dessen personenbezogenen Daten Bestellungen von Waren oder Dienstleistungen für ihn aufgibt oder Dritte veranlasst, mit diesem Kontakt aufzunehmen,

  4. ihn mit der Verletzung von Leben, körperlicher Unversehrtheit, Gesundheit oder Freiheit seiner selbst oder einer ihm nahestehenden Person bedroht, oder

  5. eine andere vergleichbare Handlung vornimmt und dadurch seine Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt, wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft.

(2) Auf eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter das Opfer, einen Angehörigen des Opfers oder einen anderen dem Opfer nahestehenden Menschen durch die Tat in die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung bringt.

(3) Verursacht der Täter durch die Tat den Tod des Opfers, eines Angehörigen des Opfers oder eines anderen dem Opfer nahestehenden Menschen, so ist die Strafe eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

(4) In den Fällen des Absatzes 1 wird die Tat nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

Daneben können natürlich auch noch andere Straftatbestände erfüllt werden, beispielsweise Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung, Erpressung, Nötigung, Bedrohung, Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, Gewaltdarstellung, sexuelle Nötigung, Verbreiten pornographischer Bilder, Volksverhetzung et cetera. Je mehr dieser Tatbestände erfüllt werden, desto höher fällt die Strafe aus: Beleidigungen ziehen beispielsweise in der Regel eine Geldstrafe nach sich, Verleumdung kann mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden. Welche Tatbestände hier jeweils genau erfüllt sind, werden Sie mit der Polizei zusammen erarbeiten.

Im Google Play Store finden sich zahlreiche Apps, die Ihnen verraten, wer Ihr Profil bei Facebook, Instagram, Twitter & Co. besucht hat.
Vergrößern Im Google Play Store finden sich zahlreiche Apps, die Ihnen verraten, wer Ihr Profil bei Facebook, Instagram, Twitter & Co. besucht hat.

Neben den strafrechtlichen Folgen kann Cyberstalking auch zivilrechtliche Konsequenzen für den Täter haben. Dafür sollten Sie sich einen Anwalt nehmen, der Ihre Ansprüche prüft. Am wirksamsten ist vermutlich die einstweilige Verfügung gemäß §1, (2) Absatz 1 des Gewaltschutzgesetzes (GewSchG, „Das Gericht kann insbesondere anordnen, dass (…) eine Person widerrechtlich und vorsätzlich eine andere Person dadurch unzumutbar belästigt, dass sie ihr gegen den ausdrücklich erklärten Willen wiederholt nachstellt oder sie unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln verfolgt.“). Die einstweilige Verfügung beantragen Sie beim zuständigen Amtsgericht. Diese Maßnahme macht jedoch nur gegen einen bekannten Täter Sinn, weil die einstweilige Verfügung dem Antragsgegner persönlich durch einen Gerichtsvollzieher zugestellt werden muss.

Darüber hinaus ist abhängig von der Sachlage zu klären, ob Opfer Schadensersatzansprüche geltend machen beziehungsweise Schmerzensgeld verlangen können.

Bei tätlichen Angriffen kann des Weiteren das Opferentschädigungsgesetz (OEG) angewandt werden. Die Leistungen hier richten sich nach dem Katalog des Bundesversorgungsgesetzes (BVG, Gesetz über die Versorgung der Opfer des Krieges) und können von einer Heilbehandlung bis hin zu zusätzlichen Rentenleistungen gehen. Diese Leistungen übernimmt jedoch der Staat, nicht der Täter, da dem Opferentschädigungsgesetz der Leitgedanke zugrunde liegt, dass es Aufgabe des Staates sei, seine Bürger vor Gewalttaten und Schädigungen durch kriminelle Handlungen zu schützen.

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5. Prävention: So beugen Sie Cyberstalking vor

Die beste Methode, sich vor Cyberstalkern zu schützen, ist, im Internet möglichst unsichtbar zu sein – verzichten Sie also am besten auf den eigenen Youtube-Channel oder auch übermäßige Forenaktivitäten. Denn wer keine Infos von sich preisgibt, der macht sich auch nicht zur Zielscheibe. Allerdings ist dieser Rat im Zeitalter des Smartphones und Tablets nicht leicht umzusetzen. Und ist der Stalker ein Bekannter von Ihnen, nützt die Internetabstinenz auch nicht.

Wer also nicht auf Facebook, Instagram & Co. verzichten kann/möchte, der sollte wenigstens seine Sicherheitsansprüche hochschrauben. Überprüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen Ihrer sozialen Netzwerke, und sorgen Sie dafür, dass nur Ihre Familie und Freunde Zugriff darauf haben. Vermeiden Sie öffentliche Posts! So verhindern Sie schon mal, dass Unbekannte Unfug mit Ihren privaten Bildern anstellen.

Überprüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen Ihrer sozialen Netzwerke (im Bild: Facebook) und verzichten Sie auf öffentliche Posts.
Vergrößern Überprüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen Ihrer sozialen Netzwerke (im Bild: Facebook) und verzichten Sie auf öffentliche Posts.

Manche Netzwerke bieten darüber hinaus die Möglichkeit, die eigenen Profile aus der Google-Suche auszuschließen. Sollte also jemand die Absicht haben, sich gezielt über Sie zu informieren, findet er Ihre Profile nicht.

Achten Sie ebenfalls darauf, was Sie posten – dies gilt besonders bei Bildern. Wenn Sie Ihren Freunden beispielsweise unbedingt Fotos vom Badeurlaub auf Malle zeigen möchten, schützen Sie die Galerie – falls möglich – mit einem Passwort, das Sie ausschließlich Ihren Freunden zukommen lassen.

Außerdem sollten Sie regelmäßig Ihren Namen googeln, um unangebrachte Inhalte möglichst früh ausfindig zu machen. Haben Sie Kinder? Dann überprüfen Sie auch deren Namen.

Identität des Täters über Mail-Header herausfinden

Cyberstalking-Opfer, die per Mail belästigt werden, sollten die Dokumente inklusive Mail-Header archivieren und gegebenenfalls an die Polizei weiterleiten. Der Mail-Header enthält wichtige Informationen, die zur Identifizierung des Täters führen können. So sind neben der Absenderadresse auch Details zum verwendeten Mailprogramm sowie ein Zeitstempel enthalten. In diesem Kasten beschreiben wir, wo der Mail-Header in Outlook, Gmail, Thunderbird sowie anderen beliebten Mailprogrammen und Webmailern zu finden ist. Kopieren Sie am besten die Infos in ein Word-Dokument, so können Sie es bequem etwa an die Polizei weiterleiten.

GMX: Klicken Sie in der geöffneten Mail auf das „i“. Es öffnet sich ein Fenster mit dem Mail-Header.

Googlemail/Gmail: Öffnen Sie die Mail per Doppelklick. Klicken Sie nun in der Nachricht oben rechts neben dem Datum auf den Pfeil nach unten. Wählen Sie „Original anzeigen“.

Outlook: Öffnen Sie die Nachricht mit Doppelklick. Wechseln Sie auf die Registerkarte „Datei“ und klicken Sie auf „Eigenschaften“. Sie finden den Mail-Header im Textfeld „Internetkopfzeilen“.

Thunderbird: Öffnen Sie die Mail, klicken Sie auf „Einstellungen“ und danach auf „Quelltext anzeigen“ oder verwenden Sie die Tastenkombination Strg-U.

Yahoo: Tippen Sie in der geöffneten Mail auf „Mehr“ und im Anschluss daran auf die Option „Vollständigen Header anzeigen“.

Video: Hasskommentare auf Facebook | Erster 8K-TV
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