IT-Irrtümer
Antivirensoftware, Cookies und Surftarnkappe
Mythos 2: Je mehr Sicherheits-Tools, desto besser
Sind Sie dem Irrglauben verfallen, je mehr Sicherheits-Software Sie auf Ihrem Computer installieren, desto sicherer wird Windows, fügen Sie Ihrem PC im schlimmsten Fall mehr Schaden zu als dass er davon profitiert.
Vier Virencanner und fünf Firefalls – was auf den ersten Blick nach einer digitalen Festung aussieht, kann sich im schlimmsten Fall zum größten Problem entwickeln. Der Grund: Sicherheitsprogramme können sich gegenseitig lahm legen. So kann es beispielsweise passieren, dass ein Virenscanner System-Dateien eines anderen Virenscanners als Malware identifiziert – und umgekehrt. Trauen Sie der Analyse und folgen Sie der Aufforderung diesen vermeintlichen Schadcode unschädlich zu machen, ist es möglich, dass anschließend der betroffene Virenscanner überhaupt nicht mehr funktioniert. Wir empfehlen Ihnen daher ein Sicherheits-Tool für jeweils einen Bereich zu installieren. Beispiel: Avira Free Antivirus zum Suchen, Finden und Vernichten von Malware sowie die Windows-eigene Firewall zum Blockieren von Eindringlingen für PC-Einsteiger oder die kostenlose, dafür etwas anspruchsvollere Firewall ZoneAlarm für den erfahrenen Nutzer.
Mythos 3: Cookies sind ausschließlich böse
Cookies spionieren Ihr Surf-Verhalten aus. Doch: Das Speichern von Nutzerdaten muss nicht immer schlecht sein. Wir zeigen Ihnen praktische Funktionen, bei denen Cookies unentbehrlich sind.
Vor- und Nachteile von Cookies
Surfen Sie im Internet, hinterlassen Sie zwangsweise Spuren – dafür sind in vielen Fällen Cookies (zu Deutsch: Kekse) verantwortlich. Bei den ursprünglich von Netscape entwickelten HTTP-Cookies, oder auch Browser-Cookies genannt, handelt es sich um Einträge in einer Datenbank auf Ihrem Computer, die ein Web-Server – nachdem Sie diesen im Browser angesteuert haben – hinterlässt. Rufen Sie die zuvor besuchte Webseite erneut auf, sendet der Rechner diese eben generierte Benutzerkennung an den Server zurück. Dadurch holt sich der Server-Betreiber wie etwa ein Online-Händler jede Menge Informationen zu Ihrem Surf-Verhalten beziehungsweise Kaufverhalten ein und passt seine Angebote beim nächsten Besuch auf seiner Webseite folglich an Ihre Vorzüge an. Neben dem Ausspionieren Ihres privaten Kaufverhaltens erfüllen Cookies allerdings auch nützliche Funktionen.
Erlauben Sie dem Online-Händler Cookies auf Ihrem Rechner zu hinterlassen (viele Betreiber setzen dies voraus, da ansonsten der Kunde überhaupt keine Bestellung aufgeben kann) und behalten diese über die Sitzung hinweg bei, bleiben Sie angemeldet und müssen sich nicht jedes Mal neu einloggen. Besteht die Möglichkeit, Einstellungen auf einer Webseite beziehungsweise in Ihrem Kundenkonto zu personalisieren, sorgen Cookies dafür, dass die Webseite diese Konfiguration beibehält und Sie diese somit nicht bei jedem Besuch erneut vornehmen müssen. Tipp: Möchten Sie Ihr Surf-Verhalten weitgehend verschleiern, hilft es beispielsweise ein Linux-Live-System wie das von Ubuntu zu nutzen.
Cookies verwalten
Nutzen Sie beispielsweise den Firefox, können Sie unter dem Menüpunkt „Extras, Einstellungen, Datenschutz“ Cookies verwalten; im Internet Explorer finden Sie die Cookie-Verwaltung unter „Extras, Internetoptionen, Datenschutz“. Tipp: Da einige praktische Anwendungen Cookies voraussetzen, sollte Ihr Browser Cookies grundsätzlich akzeptieren. Unter „Ausnahmen“ können Sie Webseiten blockieren, von denen Sie keine Cookies akzeptieren möchten oder müssen. Installieren Sie ein Add-on für den Firefox wie etwa Cookie Monster, bietet diese Erweiterungen zusätzliche Eingriffsmöglichkeiten. So ermöglicht es die Erweiterung, dass der Browser beispielsweise die betroffene Webseite automatisch neu lädt, sobald sich die Zugriffserlaubnis ändert. Das erspart es Ihnen, jedes Mal erneut manuell einzugreifen zu müssen.
Mythos 4: Digitale Tarnkappe schützt Online-Privatsphäre
Sobald sich Ihr Computer mit dem Internet verbindet, erhalten Sie eine IP-Adresse, über die Ihr Provider Ihre Identität jederzeit nachvollziehen kann. Anonymisierungs-Tools helfen dagegen nur gedingt.
Surfen Sie über Anonymisierungsdienste wie etwa JAP im Internet, teilen Sie sich eine IP-Adresse mit anderen Nutzern. Das erschwert es Dritten herauszufinden, wer zu welchem Zeitpunkt welche Surf-Anfrage gestellt hat. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass Sie vollkommen anonym im Internet unterwegs sind. Wer etwa JAP zusammen mit seinem gewöhnlichen Browser nutzt, verrät den besuchten Internet-Seiten viel über die individuelle Konfiguration seines PCs.
Grundsätzlich gilt natürlich immer: Wenn sich die Staatsanwaltschaft einschaltet, werden auch die Betreiber von JAP künftig nicht mehr für Anonymität sorgen. Das beschreiben die Betreiber übrigens sehr offen und verständlich auf ihrer Seite .
Update: In einer früheren Version des Beitrags stand bei Mythos 4: „Sobald sich Ihr Computer mit dem Internet verbindet, erhalten Sie eine IP-Adresse, über die Ihr Provider Ihre Identität jederzeit nachvollziehen kann. Da helfen auch keine Anonymisierungs-Tools…“ Wir haben diese und die folgenden Sätze korrigiert. Vielen Dank an die Forumsteilnehmer, die uns auf einen Fehler aufmerksam gemacht haben.
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Vorherige Seite
Seite 2 von 4
Nächste Seite










13.01.12
Man muss die Platte nicht physikalisch zerstören, sondern physisch. Das heisst man man muss die Platte körperlich zerstören.
Das Adjektiv physikalisch wäre angebracht um zwischen chemischer (Auflösen in Salzsäure) und physikalischer Zerstörung (nimm einen gaaaanz grossen Hammer) zu unterscheiden.
Antwort schreiben
07.04.12
Ich werde wohl nie erfahren. :D
Antwort schreiben
08.08.12
Antwort schreiben
09.08.12
Der Autor schreibt, der Internet-Provider könnte auch bei der Nutzung von JAP (meint sicher auch Tor u.ä.) das Surfverhalten verfolgen. Wie soll das gehen? Der Internet-Provider sieht bei JAP nur eine mehrfach verschlüsselte Verbindung zum ersten Anonymisierungsserver. Er sieht nicht, zu welchen Servern sich der Nutzer verbindet, welche Protokolle genutzt genutzt werden (HTTP, SMTP. Jabber....) und er sieht erst recht keine Inhalte. Der Internet-Provider sieht bei Nutzung von JAP nichts! Weitere Fragen beantwortet der Support der JonDos GmbH.
Außerdem würde ich dem Autor etwas Weiterbildung zu modernen Tracking-Techniken empfehlen wie EverCookies, Browserfingerprinting, DOMStorage und Flash-Cookies. Als Einsteig kann ich das Privacy-Handbuch empfehlen (Abschnitt "Spurenarm Surfen):
http://https://www.awxcnx.de/handbuch_21.htm
Dort steht zb. was Google so macht und dass das moderne Tracking weit mehr nutzt, als nur Cookies. Viel Spaß beim Lesen.
Antwort schreiben
09.08.12
Nur mal ein simples Beispiel: Surfer A fordert Datenpakete vom Ano-Dienst an, Server B, der zufällig beim gleichen Provider gehostet ist, liefert zur gleichen Zeit ein Datenpaket an den Ano-Dienst. Da braucht man doch nur noch 1+1 zusammenzählen und hat 11 . :)
Es gibt zig Dinge, die neben den eigentlichen Daten noch übertragen werden. Die muß man nur auswerten.
Antwort schreiben
10.08.12
Der Redakteur hat weder von AV Software noch von der Funktion eines Anon-Dienstes wie JAP fachliche Kenntnisse.
Sie sollten sich mit Themen beschäftigen, die Sie mit ihren dürftigen Kenntnissen bedienen können.
PC Welt mutet mit seiner Masse an eingebetteten Facebook Scripten dem User ein Datenschutz Desaster zu, und das ist kein Mythos.
Wenn das ihre Argumentation sein soll, dann ist diese recht dürftig. Aber Sie schreiben ja bereits, das bei ihnen 1+1 die Zahl 11 ergeben. Informatik ist nun mal nicht Omas Strickmuster.
Und die wären bei einer verschlüsselten Verbindung, bitte eine Aufstellung, wegen der Übersichtlichkeit.
Die Definition von Anonymität ist "untertauchen in der Masse". Sie sollten sich erst mit Konzepten wie Tor oder JAP beschäftigen, und dann sich mit "klugen" Ratschlägen äußern.
Antwort schreiben
10.08.12
Von Zeichenkettenoperationen hast du noch nichts gehört, oder? Von einem angemessenen Umgangston ebensowenig, scheint mir.
Dass der Artikel zu wünschen übrig lässt, steht außer Zweifel. Wer allerdings glaubt, tatsächlich durch JAP/Tor usw. in der Masse untertauchen zu können, verkennt schon mal, dass die MASSE der User diese Dienste nicht nutzt, so dass man sich als Nutzer per se verdächtig macht. Dass allein der DatenVERKEHR und das DatenVOLUMEN, korreliert mit dem jeweiligen Zeitfenster Rückschlüsse zulässt, ignorierst du auch.
Antwort schreiben
10.08.12
Ich bin nur Einer.
Ich hab nicht gesagt, dass ich eine komplett Auflistung habe.
Beim ersten Satz sind wir ja bereits einer Meinung. Beim Rest wird sicherlich auch noch Erleuchtung kommen.
Die wenigsten User werden Jondofox o.ä. im Auslieferungszustand lassen oder womöglich sogar ihren normalen Browser nutzen, um "anonym" zu sein. Und wie hinlänglich bekannt ist, geben die Browser bereitwillig über die meisten Einstellungen Ihrer selbst und auch des Rechners, auf dem sie laufen, Auskunft. Damit sind seeeehr viele User eindeutig identifizierbar. Nicht immer, nicht überall und nicht durchgängig - aber Anonymität ist in meinen Augen eine schöne Theorie, die in der Praxis nur funktioniert, wenn man sich genau im Klaren ist, was wie eingestellt sein muß und was man lieber nicht ändern sollte.
Eine vorgefertigte Live-CD mit einem sehr verbreiteten Linux-System in Standard-Konfiguration, die auf einem Standard-Büro-PC gebootet wird und über einen sehr verbreiteten Router Verbindung mit dem Netz aufnimmt (natürlich mit der Telekom mit 6 oder 16MBit/s), dann ist das schon mal ein guter Anfang.
Ich hoffe, das reicht Eurer Durchlaucht erstmal.
Antwort schreiben
14.08.12
Wenn das nicht so ein enstes Thema wäre, müsste ich jetzt lachen.
Sie wollen doch nicht allen ernstes einem Webuser erzählen (virtuell), eine normale "Live CD" in Kombination mit der Telekom IP würde eine Art von anonymer Kommunikation herstellen. Ihre "Tips" sind gefährlich, um nicht zu sagen gefährlich "dumm". Ich hoffe das möglichst viele Nutzer den Kommentarbereich lesen. Der Autor dieses Artikels ist ja bereits für seine "Tips" in Sachen Mac-Sicherheit bekannt.
Antwort schreiben
14.08.12
Was war eigentlich an "ein guter Anfang" nicht zu verstehen??
Entweder noch mal durchlesen, vielleicht macht es dann Klick, oder einfach aus der Diskussion raushalten, wenn Du es nicht kapierst.
Die Redaktion der c't ist jedenfalls auch meiner Meinung, denn von dort habe ich diesen "gefährlichen, dummen Tipp" (=untertauchen in der Masse). Dass da noch weitere Schritte folgen müssen für eine größere Anonymität, versteht sich doch von selbst. Aber ich schreibs hiermit gern noch extra hin.
Antwort schreiben
15.08.12
Antwort schreiben
02.09.12
Antwort schreiben
04.09.12
vielen Dank für die teils berechtigte Kritik an unserem Beitrag. Da haben wir beim Redigieren nicht ganz gut gearbeitet. Das bitten wir zu entschuldigen.
Gerne korrigieren ich insbesondere die Darstellung unter Mythos 4.
Den Tipp mit der Linux-Live-CD würde ich gerne bestehen lassen. Sie verringern das Profil Ihres Systems damit doch erheblich.
Ich selber habe mal für das Heft einen Beitrag mit dem Titel "Die Grenzen der Anonymität" geschrieben. Online hatten wir ihn dummerweise dann mit dem Titel So surfen Sie absolut anonym im Internet" gestellt.
Vielleicht gefällt Ihnen dieser Beitrag etwas besser: http://www.pcwelt.de/ratgeber/Ratgeber-Internet-Die-Grenzen-der-Anonymitaet-1907092.html. Falls nicht, freue ich mich auf Kritik.
Arne Arnold
Redaktion PC-WELT
Antwort schreiben