Auto & Technik auf PC-WELT

Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

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Computernetz mit vier Rädern – Auto-Elektronik erklärt

05.09.2015 | 08:16 Uhr |

Moderne Autos sind rollende Computer - genauer gesagt: rollende Computer-Netzwerke. Doch wie funktioniert eigentlich die IT im PKW? Welche Chips und welche Betriebssysteme kommen zum Einsatz, welche Sensoren liefern Daten und über welche Datenbusse kommunizieren alle diese Komponenten miteinander? PC-WELT erklärt die IT in Ihrem modernen Fahrzeug.

Die Zeiten, in denen Autos wie VW Käfer und T3, Opel Ascona B, Mercedes /8 oder ein Suzuki Samurai ausschließlich eine mechanische Angelegenheit waren, sind schon lange vorbei. Spätestens mit der Einführung des Katalysators sind auch Computer unter der Blechhaube angekommen, werkeln Mikroprozessoren im Motorraum und hinter dem Armaturenbrett. Heutige Autos enthalten je nach Ausstattung bis zu mehreren Dutzend Computer - sie fahren die Scheiben hoch und runter, stellen im Motor das richtige Gemisch ein, sorgen für eine sichere Straßenlage, warnen den Fahrer beim unbeabsichtigten Verlassen der Fahrspur und vieles mehr.

Eine derartige Funktionsvielfalt erfordert natürlich eine entsprechende Infrastruktur im Auto: Sensoren messen Drehzahlen, Drücke und Temperaturen, sie erfassen Lenkwinkel und Drehungen des Fahrzeugs, sie beobachten den Straßenverlauf und registrieren Hindernisse beim Rückwärtsfahren. Untereinander sowie mit ihren Sensoren und Peripherieeinheiten kommunizieren sie über Datenbusse, die speziell für die Anforderungen der rollenden Computernetze ausgelegt sind.

Funktionsweise von ESP/ESC skizziert
Vergrößern Funktionsweise von ESP/ESC skizziert
© Toyota

Intelligenter Schleuderschutz

Zur Grundausstattung der meisten Fahrzeuge gehört heute beispielsweise die Fahrdynamikregelung ESC (Electronic Stability Control; bei einigen deutschen Herstellern meist als Elektronisches Stabilitätsprogramm „ESP“ bezeichnet). Droht das Auto in schnell gefahrenen Kurven aus der Spur zu geraten, so greift das System ein und stabilisiert das Fahrzeug wieder. Besonders bei Kurvenfolgen mit schnell aufeinanderfolgenden Richtungswechseln, dem "Elchtest" (der durch den legendären „Umfaller“ der ersten Mercedes A-Klasse einem größeren Publikum bekannt wurde), hat das ESC viel zu.

Dank ESP (und ABS) sind erfolgreiche Ausweichmanöver auch noch in fahrerischen Grenzbereichen möglich.
Vergrößern Dank ESP (und ABS) sind erfolgreiche Ausweichmanöver auch noch in fahrerischen Grenzbereichen möglich.
© Bosch

Damit der „Beifahrer“ aus Silizium im richtigen Moment und mit der optimalen Dosierung eingreifen kann, verfügt er über eine Reihe von Sensoren. So ermittelt er über einen Lenkwinkelsensor an der Lenksäule die Richtung, in welche der Fahrer sein Vehikel dirigieren möchte. Gleichzeitig wertet er die Daten der Drehratensensoren in den Rädern aus. Sein wichtigstes Sinnesorgan aber ist der Gierratensensor - eine Gyro-Plattform, die ihm anzeigt, ob und wie schnell sich das Auto um seine Hochachse dreht und welchen Beschleunigungen es ausgesetzt ist. Diese Plattform ist möglichst nahe am Schwerpunkt des Autos eingebaut; meist sitzt sie im Kardantunnel. Stellt der ESC-Rechner fest, dass das Fahrzeug ins Schleudern zu geraten droht, so bremst er gezielt einzelne Räder ab; bei manchen Fahrzeugmodellen weist er zudem den Rechner für das Motormanagement an, die Leistung zu drosseln.

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