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Test: Comand Online in der C-Klasse von Mercedes-Benz

17.10.2014 | 12:45 Uhr |

Comand Online in der C-Klasse von Mercedes-Benz lässt sich per Fingerwisch und Sprachbefehl steuern. Und per Comand Controller. Wie gut das rund 3500 Euro teure InCar-Infotainmentsystem funktioniert, haben wir ausprobiert.

Einen grundsätzlichen und umfangreichen Überblick über Comand Online von Mercedes-Benz haben wir Ihnen anhand der E-Klasse bereits gegeben (inklusive Riesen-Foto-Galerie und langem Testvideo): Test mit Video und Galerie: Comand Online in der E-Klasse.

Seit damals hat Mercedes-Benz sein Infotainmentsystem aber gründlich überarbeitet – insbesondere bei der Hardware. Wir haben uns deshalb das neue Comand Online in einem ganz neuen C200 T-Modell angeschaut (die C-Klasse, Werksbezeichnung S205, hat Mercedes-Benz im Frühjahr 2014 neu aufgelegt. Das T-Modell der neuen C-Klasse ist erst seit kurzer Zeit erhältlich).
 
CES 2014: Mercedes-Benz zeigt Concept S-Class Coupé, Apps & Intelligent Drive (Galerie)
 
Kein Apple Carplay
 
Falls Sie auf die Integration von Apple Carplay in die C-Klasse gespannt sein sollten (Mercedes-Benz zeigte auf dem Genfer Auto Salon eine C-Klasse mit Carplay) – Fehlanzeige. Car Play stand in unserem Testwagen noch nicht zur Verfügung. Das gilt auch für die Fahrzeuge anderer (Premium)-Hersteller. Wenn Sie bereits jetzt Carplay in einem Auto verwenden wollen, dann müssen Sie sich einen Ferrari kaufen.
 
Neue C-Klasse von Mercedes-Benz - alle Details und Foto-Galerie

Koppelung zwischen Smartphone und Comand Online
 
Wir führten unseren Test mit einem iPhone 5C durch. Es wird via Bluetooth mit Comand verbunden. Wenn man damit nicht nur telefonieren und Musik streamen will, sondern auch diverse Internetdienste wie Webradio, Browser oder die Mercedes-Benz-Apps nutzen will, dann muss man zusätzlich auf dem Smartphone unter „Einstellungen“ einen „Persönlichen Hotspot“ einrichten. Das haben wir gemacht. Fortan konnte das Comand Online unseres Testwagens über die Bluetoothverbindung unseres iPhone 5C eine Verbindung zum Internet aufbauen.

Die gesamte Internetverbindung und somit das gesamte Datenaufkommen läuft also über das Smartphone. Sie sollten somit einen Mobilfunkvertrag besitzen, der ausreichend freies Datenvolumen beinhaltet und auch möglichst schnell ist. Mercedes-Benz verbaut also nach wie vor keine SIM-Karte fest im Wagen – im Unterschied zu Erzrivalen BMW und bald auch Audi.

Oberhalb der Lüftungsöffnungen thront der Bildschirm. Auf der Armablage der Mittelkonsole befindet sich der Comand Controller mit dem Touchpad dazwischen das CD-/DVD-Fach und weitere Bedienelemente. Im Lenkrad sind weitere Bedientasten integriert.
Vergrößern Oberhalb der Lüftungsöffnungen thront der Bildschirm. Auf der Armablage der Mittelkonsole befindet sich der Comand Controller mit dem Touchpad dazwischen das CD-/DVD-Fach und weitere Bedienelemente. Im Lenkrad sind weitere Bedientasten integriert.
© Mercedes-Benz

 
Test mit Video und Galerie: Comand Online in der E-Klasse
 
Nach wie vor ist Comand Online aber etwas wählerisch bei der Unterstützung der Smartphones, neben verschiedenen iPhone-Modellen werden nur bestimmte Androiden unterstützt. Sie sollten deshalb auf dieser Webseite von Mercedes-Benz nachschauen, ob Ihr Smartphone kompatibel zu dem Comand-System Ihres Fahrzeuges ist.
 
Ein Nexus 4 zum Beispiel lässt sich nicht ohne weiteres mit dem Comand als Hotspot verbinden, hier ist eine spezielle App namens BlueDUN erforderlich. Dieses Problem haben wir in dem Test von Comand Online in der E-Klasse bereits ausführlich beschrieben.
 
Internetfunktionen
 
In der C-Klasse stehen die gleichen Internetdienste wie in der E-Klasse zur Verfügung. Also beispielsweise ein Browser zum Aufrufen von Webseiten. Dieser Browser arbeitet – wie schon seinerzeit in der E-Klasse - sehr schwerfällig, bis pcwelt.de vollständig geladen war, dauerte es rund eine Minute. Wohlgemerkt mitten in München mit dem Vodafone-Netz. Und das - ruckelige - Navigieren auf der Webseite erfordert viel Geduld und Fingerspitzengefühl. Surfen macht damit nicht wirklich Spaß.

Erheblich besser funktionieren die anderen Internetfunktionen wie Internetradio und die bekannten Mercedes-Benz-Apps. Insofern gibt es hier keinen nennenswerten Unterschied zur ausgiebig getesteten E-Klasse und wir verzichten darauf, die Apps hier noch einmal vorzustellen.

Vorbildlich in Sachen Sicherheit: Die meisten Internetfunktionen stehen nur bei Fahrzeugstillstand zur Verfügung (das Webradio spielt natürlich auch während der Fahrt Musik ab). Im Internet zu surfen, während man auf dem Überholstreifen der Autobahn unterwegs ist, geht also glücklicherweise nicht.

Die C-Klasse in Bildern:

Eine WLAN-Hotspotfunktion, über die die damit verbundene Mobilgeräte sich mit dem Internet verbinden können, bietet Comand Online ebenfalls an.
 
Keine App sondern Webportal
 
Mercedes-Benz bietet im Rahmen von „Mercedes connect me“ ein umfangreiches Diensteportfolio an, in dem das Abfragen von Fahrzeuginformationen (zum Beispiel Fahrzeugstandort, Tankfüllstand, Reichweite, Kilometerstand, Status Fenster/Türen etc.) ermöglicht wird. Außerdem ist auch eine Remote-Bedienung der Standheizung/Klimaanlage möglich. Eine Übersicht der verfügbaren Dienste finden Sie hier.
 
Die Bedienung erfolgt nicht über eine native App, sondern über das Mercedes me-Portal, ist also webbasiert. Der große Vorteil: Jedes Internet-fähige Endgeräte mit Browser kann das Portal aufrufen, eine betriebssystemspezifische App ist nicht nötig.

Soweit zum Thema Internetkonnektivität und Apps. Kommen wir nun zu den wesentlichen Neuerungen von Comand Online in der C-Klasse.
 
Neuer Bildschirm in der C-Klasse
 
Der wesentliche Unterschied von Comand Online in der C-Klasse gegenüber dem Comand Online in der E-Klasse ist die Hardware. Denn mit der C-Klasse hielt eine komplett neue Hardware-Ausstattung für Comand Online Einzug.

Comand Controller mit Touchpad auf der Mittelkonsole
Vergrößern Comand Controller mit Touchpad auf der Mittelkonsole
© Mercedes-Benz

 
Augenscheinlichste Neuerung ist der in der Mitte frei vor dem Armaturenbrett stehende Bildschirm (21,33 Zentimeter beziehungsweise 8,4 Zoll Bildschirmdiagonale) mit einer Auflösung von 960 x 540 Pixel. Der Bildschirm ist also anders als bei der E-Klasse nicht mehr in das Armaturenbrett integriert. Über diese exponierte Position des Displays gab es in Auto-Foren im Internet heftige Diskussionen. Letztendlich ist das Geschmackssache. Mercedes-Benz hält sich damit aber die Möglichkeit offen, mit wenig Aufwand zu einem späteren Zeitpunkt einen größeren Bildschirm einzubauen. Ohne dafür das ganze Armaturenbrett umgestalten zu müssen.
 
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Der Bildschirm ist nach wie vor kein Touchscreen – Mercedes-Benz weicht genauso wie Audi, BMW und Lexus nicht von der Ansicht ab, dass ein Touchscreen im Auto nicht zweckmäßig ist. Womit die Premium-Hersteller Recht haben dürften. Mit dem ausgestreckten Arm auf dem Bildschirm herumzudrücken und mit fehlendem haptischen Feedback ist ein Touchscreen im Auto in der Tat nicht die optimale Bedienlösung.
 
Stattdessen bedient der Mercedes-Fahrer die auf dem Bildschirm angezeigten Menüs nach wie vor mit dem Comand Controller. Das funktioniert in der C-Klasse genauso wie auch seinerzeit in der E-Klasse. Neu hinzugekommen ist aber die Möglichkeit auf dem neuen Touchpad Zeichen einzugeben.
 
Touchscreen im Auto - Vorteile und Nachteile
 
Comand Controller mit Touchpad in der C-Klasse
 
Die zweite entscheidende Neuerung – und zwar nicht optisch, sondern funktional - bei der Hardware von Comand Online ist also das Touchpad (65 x 45 Millimeter). Denn hinter beziehungsweise oberhalb des bekannten Comand Controllers befindet sich nun auch ein 65 x 45 Millimeter großer Touchpad. Er ergänzt den Comand Controller und die Sprachsteuerung bei der Bedienung des Infotainmentsystems.

Comand Display mit Navigationsansicht
Vergrößern Comand Display mit Navigationsansicht
© Mercedes-Benz

 
Mit dem Touchpad kann der Fahrer viele Funktionen der Head-Unit per Fingergeste bedienen. So kennt man das schon länger von Audi Connect und mittlerweile auch von BMW ConnectedDrive – Mercedes-Benz zieht hier also gleich. Sowohl langsame als auch schnelle Mehrfingergesten (Multitouch) sind damit möglich. Zudem erlaubt das Touchpad die Eingabe von Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen mittels Handschrift und zwar für jede Sprache der Headunit, wie Mercedes verspricht.
 
Diese Eingaben liest das System zur Bestätigung laut vor. Der Fahrer erkennt also sofort Falscheingaben. Bei Betätigung der Bedienfläche des Touchpads erhält der Benutzer zudem eine klare haptische Rückmeldung. Das System wertet das Sensorsignal dreidimensional aus und erkennt so, ob die Hand nur auf dem Handschmeichler abgelegt wurde oder tatsächlich eine Eingabe erfolgt. Zur Orientierung bei Nacht sind die Symbole auf der Bedienfläche beleuchtet.
 
Hinter der Touch-Fläche sind drei berührungssensitive Tasten angeordnet, mit denen sich wichtige Funktionen schnell bedienen lassen (Zurück-Funktion, Einsprung ins Favoritenmenü, Audio-Kurzmenü).

Das Test-Video zeigt Comand Online in der E-Klasse:

Video: Mercedes Comand Online im Test

 
Die Bedienung des Touchpads klappt grundsätzlich gut, die Erkennungsquote überzeugte uns und Korrekturen lassen sich schnell vornehmen, solange es nur darum geht, das jeweils letzte Zeichen zu löschen. Allerdings macht die gute Sprachsteuerung – siehe unten – eine Eingabe von Hand ohnehin oft überflüssig, so dass man das Touchpad in der Praxis nicht oft benötigt. Man kann mit den entsprechenden Fingergesten aber auch den Navigationsbildschirm bedienen und zum Beispiel in die Karte ein- und auszoomen. Das funktioniert grundsätzlich, allerdings geht das Zoomen mit dem Comand Controller exakter von der Hand. Mit dem Comand Controler kann man in vielen Fällen genauer arbeiten, besonders beim Navigieren in Menüs und eben beim Zoomen in der Karte. Speziell für die Eingabe von Buchstaben und Ziffern ist das Touchpad aber zu empfehlen. Insbesondere das Löschen des letzten eingegebenen Zeichens ist damit sehr einfach: Einfach ein Fingerwisch.

Neue C-Klasse bekommt S-Klasse-Funktionen
 
Bekannte Tastenausstattung auf Armaturenbrett und Mittelkonsole
 
Neben Comand Controller, Touchpad und Sprachsteuerung erleichtern auch in der C-Klasse viele Direktzugriffstasten den Zugriff auf die Menüs von Navigation, Medien, Radio, Telefon und die Fahrzeugeinstellungen. Man muss sich also nicht durch das gesamte Comand-Menü kämpfen, sondern kann direkt den gewünschten Bereich aufrufen – per Taste unterhalb des Armaturenbretts. Insbesondere das Rändelrad auf der Mittelkonsole zum leiser und lauter stellen des Tons ist äußerst bequem.

Mercedes-Benz-Apps
Vergrößern Mercedes-Benz-Apps
© Mercedes-Benz

 
Lenkradtasten
 
Dazu kommen dann noch die Lenkradtasten, unter anderem für das Ein- und Ausschalten der Linguatronic und die Mute-Taste sowie die Taste für die Anrufannahme – das lässt in Sachen Komfort und Bediensicherheit kaum Wünsche offen.
 
Drei Bildschirme – mit Head-Up-Display
 
Insgesamt verfügt die C-Klasse sogar über drei Bildschirme: a) Das bereits erwähnte Comand Display vor dem Armaturenbrett und b) ein kleines Display im Cockpit direkt vor dem Fahrer. Auf dem kleinen Display im Cockpit kann sich der Fahrer verschiedene Informationen anzeigen lassen. Reichweite und Geschwindigkeit, Durchschnittsverbrauch, Entfernung zum vorausfahrenden Fahrzeug, Radiosender, abgespielte Medien und natürlich Abbiegehinweise des Navigationssystems.
 
Unnötig: Ein von der Verkehrszeichenerkennung bemerktes Tempolimit wird immer wieder auch im Cockpit-Display angezeigt, obwohl es schon im Head-Up-Display durchgehend angezeigt wird. Im Cockpit-Display überblendet die Anzeige des Tempolimits kurzzeitig aber andere wichtige Informationen wie zum Beispiel den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.

Und neuerdings besitzt auch die C-Klasse ein c) Head-Up-Display (HUD). Diese geniale Anzeigetechnik verbaute der Erzrivale BMW schon länger, Mercedes-Benz zieht in dieser Disziplin endlich gleich.

 
Das Head-Up-Display projeziert wichtige Informationen wie die gefahrene Geschwindigkeit, Navigationsanweisungen und ein eventuell vorhandenes Tempolimit sowie Abbiege- und Fahrhinweise auf die Windschutzscheibe direkt vor dem Fahrer und sorgt dadurch für leichte Ablesbarkeit und für geringe Ablenkung vom Fahrbahngeschehen. Die Höhe und Helligkeit des Displays kann sich der Fahrer nach seinen Bedürfnissen einstellen.
 
Falls Sie ACC aktiviert haben, wird das zusammen mit der eingestellten Geschwindigkeit ebenfalls im Head-Up-Display angezeigt. Der Hebel für das ACC befindet sich zwar ziemlich versteckt links hinter dem Lenkrad, lässt sich aber blind bedienen.
 
Clevere Sprachsteuerung: Linguatronic
 
Erste Wahl zur Bedienung von Comand Online in der C-Klasse ist wie schon in der E-Klasse ganz klar die exzellente Sprachsteuerung Linguatronic. Der Kritik der US-Verkehrssicherheitsbehörde AAA, dass die Sprachsteuerung den Fahrer eher ablenken würde, können wir zumindest in Bezug auf die Sprachsteuerung in der C- und E-Klasse nicht zustimmen (wobei unsere Tests aber in der Tat ergaben, dass es viele Sprachsteuerungen gibt, die aufgrund ihrer hohen Fehlerquote wenig hilfreich sind).
 
Sie starten die Linguatronic per Fingerdruck auf die Einschalttaste rechts im Lenkrad und sprechen dann nach dem Piepton, der die Verfügbarkeit der Linguatronic anzeigt, ihre Sprachbefehle auf.
 
Mit den so genannten „globalen Kommandos“ können Sie immer und unabhängig vom gerade geöffneten Comand-Online-Bereich das gewünschte Menü wählen: Also zum Beispiel Radio oder Navigation, auch wenn Sie gerade das Telefon-Menü auf dem Bildschirm haben. Mit der Linguatronic können Sie die Freisprechanlage für das gekoppelte Smartphone, die Navigation, das Adressbuch, das Radio samt CD und DVD sowie die via USB oder Bluetooth gekoppelten Speichergeräte und – sofern vorhanden – TV und Video steuern (TV-Empfang stand in unserer C-Klasse nicht zur Verfügung). Mit der Abbruchtaste links am Lenkrad können Sie die Sprachsteuerung jederzeit beenden. Mit dem Sprachbefehl „Hilfe“ können Sie sich alle Befehle vorlesen lassen.

Der Arbeitsplatz des Fahrers
Vergrößern Der Arbeitsplatz des Fahrers
© Mercedes-Benz

 
Die Sprachsteuerung zeigt Ihnen zu jedem Einsatzbereich (den Sie über eines der globalen Kommandos auswählen) die zur Verfügung stehenden Befehle auf dem Comand Display an (Mercedes-Benz nennt diese Befehle „lokale Kommandos“). Wenn Sie also „Navigation“ sagen, dann erscheinen die dafür zur Verfügung stehenden Befehle wie „Ziel eingeben“. Sagen Sie „Ziel eingeben“, so fordert Sie die Sprachsteuerung auf anschließend Ort, Straße und Hausnummer einzugeben. Im Test klappte das sehr gut. Auch die Verkehrsmeldungen können Sie sich per Sprachbefehl vorlesen lassen.
 
Einige weitere Beispiele: „Radio, Sender Bayern 2“ stellt den genannten Sender ein. Und zwar unabhängig davon, in welchem Menü von Comand Online Sie sich gerade befinden. Sie können mit diesem Sprachbefehl also auch aus der laufenden Navigation heraus den Radiosender einstellen. Linguatronic regelt die Lautstärke des Radios runter, wenn man einen Sprachbefehl sagen will
 
Mit „Telefon“ und  dann „Nummer wählen“ starten Sie ein Telefonat. Die Nummer können Sie als durchgehende Ziffernkette oder in Ziffernblöcken aufsprechen. Mit „Ok“ signalisieren Sie Linguatronic, dass die Nummer vollständig ist und der Anruf starten soll. Mit dem Sprachbefehl „Korrektur“ löschen Sie den zuletzt eingegebenen Ziffernblock, mit „Löschen“ entfernen Sie alle eingegebenen Ziffern.
 
Kontakte aus dem Adressbuch können Sie per Namenseingaben anrufen. Und zwar mit dem Befehl „Namen wählen“. Auch Anrufwiederholung ist per Sprachbefehl möglich.
 
Auf den Befehl „Routeninformationen“ hin liest Ihnen Comand die Entfernung zum Ziel, die ungefähre Ankunftszeit und die verbleibende Fahrtzeit vor. Die gesprochenen Fahrhinweise während der Navigation können Sie mit „Fahrhinweise an“ beziehungsweise „Fahrhinweise aus“ ein- und ausschalten. „Karte kleiner“ und „Karte größer“ verändern entsprechend die Kartendarstellung.
 
Zwischenfazit: Linguatronic erleichtert die Bedienung des Infotainmentsystems deutlich und reduziert die Ablenkungsgefahr und damit das Unfallrisiko.
 
Navigation
 
Die Navigation hat sich gegenüber unserem Test in der E-Klasse nicht grundsätzlich verändert. Idealerweise bedienen Sie die Navigation per Sprachbefehl. In die Karte zoomen Sie am besten mit dem Comand Controller, alternativ per Fingergesten auf dem Touchpad, was wir aber als etwas ungenau empfunden haben.
 
Comand Online bietet eine schnelle Routenneuberechnung, wenn man von der vorgegebenen Route abweicht. Der Beginn eines Staus wurde im Test aber mehrmals erst spät angezeigt, vor kürzeren Staus oder Wanderbaustellen warnt Comand manchmal auch überhaupt nicht. Offensichtlich standen unserem Navi in diesen Fällen nur TMC-Daten zur Verfügung.

Normalerweise stehen in allen Fahrzeugen mit Comand Online aber Echtzeitverkehrsdaten von TomTom Traffic zur Verfügung. Für die ersten drei Jahre übernimmt Mercedes-Benz die Kosten. Danach muss der Fahrer die jährliche Gebühr für die exakteren Verkehrslageinformationen von TomTom Traffic übernehmen.
 
Die vorhandenen Verkehrsmeldungen zeigt Comand übersichtlich an. Staus werden als gestrichelte Linie signalisiert. Die automatische Tag-Nacht-Umschaltung des Bildschirms klappte tadellos, auch im Tunnel. Wichtige Gebäude und Sehenswürdigkeiten werden auf der Karte angezeigt – das erleichtert die Orientierung vor Ort.
 
Radio und Medien
 
Neben AM- und FM stand in unserem Testwagen auch Internetradio zur Verfügung. Dieses kann man aber nur empfangen, wenn ein Smartphone gekoppelt ist und dessen Internetverbindung dafür freigegeben ist. CDs spielte das Comand ebenfalls problemlos ab.
 
Umständlich: Die CD lässt sich nicht einfach einschieben, sondern man muss das erst im Medienmenü bestätigen. Mit dem Auswurf verhält es sich ebenso.
 
Telefon
 
Eingehende Anrufe nehmen Sie mit einem Druck auf die „Anruf annehmen“-Taste rechts im Lenkrad entgegen. Daneben befindet sich auch die Taste zum Beenden oder Ablehnen von Anrufen. Ebenfalls hier rechts am Lenkrad befinden sich die Lauter- und Leiste-Tasten sowie die Mute-Taste, um den Ton sofort abzuschalten. Die Adressbucheinträge des gekoppelten Smartphones stehen zur Verfügung.
 
Für Radio, Medien und Telefon gilt grundsätzlich das seinerzeit im Comand-Test in der E-Klasse Gesagte.
 
Fazit zu Comand Online in der C-Klasse

Besonders die gute Sprachsteuerung von Comand Online überzeugt im Test und bietet eine erhebliche Erleichterung im hektischen Verkehrsalltag. Zusammen mit dem gut ablesbaren Bildschirm und dem Comand Controller mit Touchpad steht dem Fahrer ein gutes und umfassendes Infotainmentsystem zur Verfügung, das sowohl klassische Bedürfnisse wie einen CD-/DVD-Player als auch neue Hörgewohnheiten wie Internetradio zur Verfügung stellt. Auch bei der Bedienung kommen Benutzer aller Altersgruppen auf ihre Kosten, weil Comand Online unterschiedliche Präferenzen abdeckt: Klassische Bedienung über Tastenelemente am Armaturenbrett sowie Lenkradtasten, Comand Controller mit Touchpad und Sprachsteuerung.

Doch der Komfort ist (zu) teuer: Der hohe Preis ist das größte Manko bei Comand Online. 3510,50 Euro verlangt Mercedes-Benz allein für das Infotainmentsystem. Das Telefonmodul, Remote Online und Digitalradio, um nur einige Beispiele zu nennen, kosten noch einmal extra. Für das wirklich sinnvolle Head-Up-Display muss der Kunden noch einmal 1178,10 Euro hinblättern. Insbesondere das HUD erhöht zusammen mit den ebenfalls aufpreispflichtigen Fahrsicherheitsassistenzsystemen aber deutlich die Verkehrssicherheit. Sofern beim Kauf einer neuen C-Klasse aus finanziellen Gründen die Entscheidung zwischen HUD und Fahrerassistenzsystemen einerseits und Comand Online andererseits fallen muss, würden wir in jedem Fall zu ersteren raten.

Ob man Comand Online überhaupt im Auto benötigt, muss jeder Interessent für sich selbst entscheiden. Denn das Audio 20 USB ist kostenlos in jedem Fahrzeug enthalten. Mit Radio und Bluetooth-Vernetzung. Möchte man dagegen Touchpad, Internetfähigkeit, Navigation, Radio, Doppel-Tuner und CD-Laufwerk nutzen und ist man mit einem etwas kleineren Bildschirm zufrieden, so kann man sich das Radio Audio 20 mit Touchpad für 238 Euro dazu bestellen. Dann fehlen allerdings auch die integrierte WLAN-Hotspotfunktionalität sowie das Sprachbediensystem Linguatronic.

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